Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Politik „Reine Männerclubs sind nicht mehr zeitgemäß“
Nachrichten Politik „Reine Männerclubs sind nicht mehr zeitgemäß“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:52 16.04.2018
„Gemischte Teams sind erfolgreicher“: Über den Frauenanteil in Top-Positionen des Bundes ist neuer Streit ausgebrochen. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) geht davon aus, dass sich mittelfristig der Anteil von Frauen in Führungspositionen des Bundes erheblich erhöhen wird.

„Wer bei der Besetzung von Führungspositionen nach wie vor alleine auf Männer setzt, schöpft nicht alle Potenziale aus und bleibt unter seinen Möglichkeiten“, sagte Giffey dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Dabei ist lange bekannt: Gemischte Teams sind erfolgreicher.

Abgesehen davon sind reine Männerclubs auch wirklich nicht mehr zeitgemäß“, so die SPD-Politikerin. Giffey reagierte damit auf das aktuelle Ergebnis der Besetzung von Top-Positionen in der Bundesregierung, das im Vergleich zur vergangenen Legislaturperiode unter Schwarz-Rot lediglich um drei Prozentpunkte auf 29 Prozent gewachsen ist.

„50 Prozent Frauen in Führungspositionen im Bund – das ist das Ziel bis 2025. Das Bundesfamilienministerium hat dieses Ziel schon erreicht, aber in manchem Ministerium gibt es durchaus Verbesserungsbedarf“, so die Familienministerin gegenüber dem RND.

139 Männer und 57 Frauen

Die Bundesregierung bekenne sich zu ihrem Ziel, „Frauen und Männer bis zum Jahr 2025 gleichberechtigt an Führungspositionen in der Bundesverwaltung zu beteiligen“, heißt es in den Antworten der Bundesregierung auf Anfragen der Grünen im Bundestag, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Man sei auf einem guten Weg.

Das Bundesinnenministerium listet die Zahl der Staatsminister, der Parlamentarischen und beamteten Staatssekretäre sowie der Abteilungsleiter der 14 Fachministerien nach Geschlechtern getrennt für März 2014 und Ende März 2018 auf - vereinzelt fehlen für die neue große Koalition noch Posten. Rechnet man das Kanzleramt hinzu, ergibt sich - ohne die Bundeskanzlerin - ein Verhältnis von 144 Männern zu 50 Frauen für das Jahr 2014.

In der neuen Bundesregierung sind es demnach bisher 139 Männer und 57 Frauen. Auf Abteilungsleiterebene waren es vor vier Jahren 91 Männer und 27 Frauen, jetzt liegt das Verhältnis bei 81 zu 33. Unter den 15 Bundesministern waren 2014 fünf Frauen, diesmal sind es sechs.

„Praktisch auf der Standspur“

„Wenn die jetzige Bundesregierung verzweifelt zusichert, man befinde sich auf einem guten Weg, dann ist das eine gleichstellungspolitische Bankrotterklärung“, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Britta Haßelmann, der dpa. „Die Bundesregierung steht bei der Gleichstellung von Frauen in den eigenen Reihen praktisch auf der Standspur.“ Wenn Gleichstellung bei den Staatssekretärinnen im jetzigen Tempo vorankäme, wäre das Ziel in Jahrzehnten noch nicht erreicht, betonte die Grünen-Politikerin.

Auch die frauenpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Ulle Schauws, zeigte sich verärgert: „Die schönen Worte zur Gleichstellung im Koalitionsvertrag zerbröseln geradezu, schaut man sich die Zahlen in den Ministerien mal genau an“, sagte sie der dpa. Schaue man sich die Unions-geführten Ministerien an, sehe es noch „düsterer“ aus. Das sei „ein peinliches Armutszeugnis für diese Bundesregierung und eine schmerzlich vertane Chance für Geschlechtergerechtigkeit“.

Von Thoralf Cleven/dpa/RND

Kein Durchbruch in Sicht: Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen gestalten sich schwierig. Neue Streiks sind nicht ausgeschlossen.

16.04.2018

Immer mehr Asylbewerber in Südwestdeutschland bezichtigen sich der Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe - um so in Deutschland bleiben zu können. Sie nutzen dabei das Recht auf subsidiären Schutz aus. Juristen müssen trotzdem jeden einzelnen Fall prüfen.

16.04.2018

Der ehemalige Chef des FBI teilt gegen den US-Präsidenten aus. In einem Interview lässt James Comey anklingen, Trump könne die US-Justiz bei Ermittlungen in der Russland-Affäre behindert haben. Einen Beweis bleibt er aber schuldig.

16.04.2018
Anzeige