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Saarland: Darum ist die Wahl so spannend

Landtag Saarland: Darum ist die Wahl so spannend

800.000 Menschen wählen am Sonntag im Saarland den neuen Landtag. Die Wahl gilt auch als erster Testlauf für den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz und seine Partei.

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Oskar Lafontaine (v.l.), die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und Anke Rehlinger.

Quelle: dpa

Saarbrücken. An diesem Sonntag schaut ganz Deutschland aufs Saarland. Denn die Landtagswahl an der Saar ist der Auftakt ins Superwahljahr - und noch wichtiger: Sie ist der erste Testlauf von Martin Schulz. Nun zeigt sich, ob sich die mit dem SPD-Kanzlerkandidaten in die Höhe geschossenen Umfragewerte der Genossen an der Saar auch in baren Wählerstimmen auszahlen. Es könnte zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen kommen: zwischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Herausforderin Anke Rehlinger (SPD). Ein schwarz-rotes Duell also, denn beide wollen die neue Regierung anführen. Bisher haben die Damen gemeinsam in einer großen Koalition das kleine Land regiert.

„Kramp-Karrenbauer kann sich nicht sicher sein, dass sie Ministerpräsidentin bleiben kann“, sagt Politikwissenschaftler Uwe Jun von der Universität Trier. Sie sagt es selbst - auf den letzten Metern im Wahlkampf: „Das Rennen ist absolut offen.“ Egal, ob der Abstand zwischen CDU und SPD in Umfragen mal ein bisschen größer oder kleiner sei: „Es ist alles verdammt eng“, sagt die Frau, seit 2011 erste Ministerpräsidentin des Saarlandes. Denn Rehlinger powert extrem, um 18 Jahre CDU-Macht in der Staatskanzlei zu beenden.

CDU bleibt stärkste Kraft

Ganz klar, die SPD verdankt ihren neuen Schub Martin Schulz. Der hat sie in Umfragen einige Prozentpunkte nach oben katapultiert. Aber eben nur in Umfragen. Die CDU bleibt weiterhin stärkste Kraft. „Bei der Wahl wird der ein oder andere Wähler noch erkennen, dass er nicht Schulz wählt, sondern Kramp-Karrenbauer oder Rehlinger“, prophezeit Politikexperte Jun. Bei der letzten Landtagswahl im März 2012 hatte die CDU 35,2 Prozent der Stimmen bekommen, die SPD 30,6 Prozent.

Die bundesweiten Blicke richten sich aber auch deshalb auf die Saar, weil es dort zur ersten Landesregierung mit der Linkspartei in einem westdeutschen Bundesland kommen könnte: Rot-Rot, wenn auch mit einer knappen Mehrheit, wie Meinungsforscher annehmen. Viel hängt davon ab, ob es einen Landtag mit vier Parteien geben wird (CDU, SPD, Linke, AfD) - oder ob auch Grüne und FDP reinkommen.

Die Meinungsumfragen sagen einen Wahlsieg der CDU voraus, die das Land seit 18 Jahren regiert. Die Forschungsgruppe Wahlen ermittelte für das ZDF in der letzten Umfrage vor der Wahl diese Zahlen: CDU (37 Prozent), SPD (32), Linke (12,5), AfD (6), Grüne (4,5) und FDP (4). Die Meinungsforschungsinstitute Insa („Bild“) und Infratest dimap (ARD) sahen CDU und SPD zuletzt enger beieinander, allerdings lag auch bei ihnen die CDU vorn.

Merkel warnt vor Koalitionen mit den Linken

Als sicher gilt nach den Umfragen, dass die AfD erstmals in den Landtag einziehen wird. Sie wäre dann in 11 der 16 Landesparlamente vertreten. Dagegen muss die derzeit nicht im Landtag vertretene FDP bangen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnt vor einer Landesregierung mit den Linken an der Saar. Rot-rote und rot-rot-grüne Experimente sollten vermieden werden, sagte sie zum Abschluss des Wahlkampfs. Bundesländer mit solchen Koalitionen seien „alle zurückgefallen“. SPD-Chef Schulz dagegen lobte die Arbeit von Lafontaine als damaliger SPD-Ministerpräsident an der Saar (1985-1998) und erklärte, dieser könne seine Erfahrung sicher gut in einer Landesregierung einbringen.

Insgesamt schicken 16 Parteien und Wählergruppen 370 Kandidaten ins Rennen. Der saarländische Landtag ist mit 51 Abgeordneten der kleinste in Deutschland.

Testlauf für Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen

Bislang sind dort fünf Parteien vertreten. Stärkste Kraft wurde im März 2012 mit 35,2 Prozent der Stimmen die CDU (19 Sitze), gefolgt von ihrem Koalitionspartner SPD mit 30,6 Prozent (17). Drittstärkste Kraft wurde die Linke mit 16,1 Prozent (9). Die Piraten kamen auf 7,4 Prozent (4) und die Grünen auf 5,0 Prozent (2). Die FDP verfehlte mit 1,2 Prozent den Einzug in das Landesparlament.

Rund 800.000 Menschen im Saarland entscheiden an diesem Sonntag über die Zusammensetzung des nächsten Landtags. Vom Ausgang des ersten politischen Stimmungstest des Jahres werden wichtige Hinweise für die Landtagswahlen in den wesentlich größeren Ländern Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen (7./14. Mai) und für die Bundestagswahl (24. September) erwartet.

Von RND/dpa

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