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Schmidts Reise in die DDR

Deutsch-deutsche Beziehungen Schmidts Reise in die DDR

Am 11. Dezember 1981 reist Helmut Schmidt zu einem Besuch in die DDR. Das mehrmals verschobene Treffen mit Erich Honecker findet unter anderem am Werbellinsee statt. Im Gegensatz zu den freundlichen Gesprächen zwischen den Staatsmännern steht jedoch der Besuch von Schmidt und Honecker in Güstrow: Die Stasi hat die Stadt in eine Festung verwandelt.

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Bundeskanzler Helmut Schmidt (links) gemeinsam mit dem Staatschef der DDR, Erich Honecker, am 11.12.1981 in Ost-Berlin.

Quelle: dpa

Potsdam. Im Dezember 1981 besuchte Helmut Schmidt die DDR. Vor allem sein Besuch in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) ist vielen in Erinnerung geblieben. Die Stadt war damals von der Staatssicherheit abgeriegelt und für die Zeit des Kanzlerbesuches regelrecht herausgeputzt worden. Die eigentlichen Gespräche fanden aber zuvor im Schloss Hubertusstock am Werbellinsee (Barnim) statt.

Helmut Schmidt ist am Dienstag im Alter von 96 Jahren gestorben. Sein Gesundheitszustand hatte sich in den letzten Tagen dramatisch verschlechtert.

Chronologie des Schmidt-Besuchs in der DDR:

Am Nachmittag des 11. Dezember 1981 landet Helmut Schmidt auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld. Erich Honecker begrüßt den Bundeskanzler in der Deutschen Demokratischen Republik.

Nach der Ankunft fährt Schmidt in das Gästehaus der DDR-Regierung, Schloss Hubertusstock am Werbellinsee. Dort gibt es einen Empfang und Sekt für die westdeutsche Delegation.

Am Morgen des 12. Dezember treffen sich die beiden Staatsmänner zum Gespräch im Gästehaus des DDR-Staatsrates in Döllnsee in der Schorfheide im nördlichen Brandenburg. Am Abend lädt der Bundeskanzler zum Essen ins Schloss Hubertusstock. Honecker sitzt neben Bundeswirtschaftsminister Graf Lambsdorff und seinem Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski.

Am Vormittag des 13. Dezember 1981 lädt Helmut Schmidt erneut ins Schloss Hubertusstock – diesmal zu einer Pressekonferenz. Der Saal ist bis auf den letzten Platz gefüllt.

Historische Begegnung mit Honecker

„Er glaubte in vollem Ernst, die DDR habe wirtschaftlich ’Weltklasseniveau’ erreicht und gehöre zu den bedeutendsten Industrienationen der Welt. Zugleich war er aber bekümmert über den geringen Wechselkurs der Mark (Ost) und über die Devisennotlage der DDR. Der Wunsch nach weiteren westlichen Devisenkrediten kam immer wieder zur Sprache“, schrieb Helmut Schmidt 2003 über seine Begegnung mit Erich Honecker in der Wochenzeitung „Die Zeit“, deren Mitherausgeber er seit 1983 war.

Überziehungskredit für den Feind

Sowohl die Bundesrepublik als auch die DDR befanden sich zu Beginn der 1980er Jahre in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Die Auslandsverschuldung der DDR lag 1981 bei etwa 22 Milliarden Euro. Das führte auf den Finanzmärkten zur Abwertung des Landes. Schmidt setzte sich in den Gesprächen daher auch für den Beitritt der DDR zum Internationalen Währungsfonds (IWF) ein. Honecker jedoch glaubte, die Verschuldung in den nächsten fünf Jahren abbauen zu können.

Besuch mit wenigen Ergebnissen, aber großer Wirkung

Insgesamt verbrachte Helmut Schmidt drei Tage in der DDR. Gebracht hat sein besuch wenig. In Grundsatzfragen kamen die beiden Staatsmänner auf keinen gemeinsamen Nenner. Und doch hatte Schmidts DDR-Reise eine große Wirkung für die deutsch-deutschen Beziehungen. Nach dem Kanzlerwechsel in Bonn setzte die Regierung unter Helmut Kohl (CDU) den deutschlandpolitischen Kurs der sozial-liberalen Koalition weiter fort.

Von MAZonline

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