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Schwache Beteiligung: Präsidentenwahl in Ägypten verlängert

Wahlen Schwache Beteiligung: Präsidentenwahl in Ägypten verlängert

Mit Androhung von Geldstrafen und Überredungsversuchen sollten in Ägypten mehr Wähler an die Urnen gelockt werden. Doch auch am Mittwoch - dem dritten Tag der Präsidentschaftswahl - war der Andrang eher mäßig.

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Ägypter warten vor einem Wahllokal in Alexandria auf die Abgabe ihrer Stimme.

Quelle: Tarek Faramawy / Almasry Alyoum

Kairo. Die Wahlkommission hatte am Vorabend entschieden, den ursprünglich für zwei Tage geplanten Urnengang um einen Tag zu verlängern. Angeblich soll die große Hitze am Dienstag viele Wähler abgeschreckt haben.

Um das höchste Amt bewerben sich nur zwei Kandidaten: Der frühere Militärchef Abdel Fattah al-Sisi und der als chancenlos geltende Linkspolitiker Hamdien Sabahi. Die Muslimbrüder, deren Präsident Mohammed Mursi vom Militär 2013 gestürzt worden war, hatten zum Wahlboykott aufgerufen.

Aus der Wahlkommission verlautete, bis zum Ende des zweiten Wahltages hätten etwa 40,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Beobachter sagten, eine Beteiligung von mehr als 50 Prozent werde wahrscheinlich nicht erreicht.

Die Website der Zeitung "Al-Shorouk" meldete, in drei Kairoer Vierteln unweit der Pyramiden hätten einige Bürger versucht, die Menschen zur Stimmabgabe zu überreden. Sie spielten nationalistische Lieder und verteilten Bonbons an die Passanten, denen sie sagten "Ägypten ruft dich!".

Lokale Radiosender hatten am Dienstagabend gemeldet, wer sich nicht an der Wahl beteilige, müsse eine Geldstrafe in Höhe von 500 ägyptischen Pfund (51 Euro) bezahlen. Solche Drohungen hatten allerdings auch bei früheren Wahlen kaum Wirkung gezeigt, da das Geld in der Regel nicht eingetrieben wird.

In der Stadt Alexandria erreichte die Wahlbeteiligung am Mittwoch nach Angaben des Gouverneurs 48 Prozent.

"Al-Shorouk" berichtete, die Wahlkampfteams der beiden einzigen Kandidaten hätten bei der Wahlkommission vergeblich Einspruch gegen die Verlängerung eingelegt. Aus Protest gegen die Entscheidung erschienen die Vertreter des Linkskandidaten Sabahi am Mittwoch nicht als Beobachter in den Wahllokalen. Sein Team erklärte außerdem, an den ersten beiden Tagen seien zahlreiche Beobachter bei ihrer Arbeit in den Wahllokalen behindert worden.

Die Muslimbrüder fühlten sich durch die schwache Beteiligung in ihrer Ansicht bestätigt, dass die Mehrheit der Ägypter den "Putsch" der Militärführung vom Juli 2013 ablehne. Allerdings führten etliche Nichtwähler auch andere Gründe an. Einige sagten, der Sieg von Al-Sisi stehe ohnehin fest. Andere erklärten, keiner der beiden Kandidaten habe sie überzeugt.

Mit ersten Ergebnissen wurde am Donnerstag gerechnet. Das offizielle Endergebnis soll kommende Woche veröffentlicht werden.

dpa

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