Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Politik Seit 2000 elf Anschläge in Deutschland vereitelt
Nachrichten Politik Seit 2000 elf Anschläge in Deutschland vereitelt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:50 29.03.2016
Juli 2006: Im Kölner Hauptbahnhof platzieren zwei Männer in Koffern versteckte Sprengsätze in Regionalzügen nach Hamm und Koblenz. Die Zeitzünder-Bomben explodieren jedoch nicht. Im Dezember 2008 wird der «Kofferbomber von Köln» zu lebenslanger Haft verurteilt. Quelle: Bundeskriminalamt
Anzeige
Berlin/Wiesbaden

Seit der Jahrtausendwende sind nach Angaben von BKA-Chef Holger Münch elf Terroranschläge in Deutschland vereitelt worden. Derzeit gibt es keine konkreten Hinweise auf einen Anschlag.

"Wir können aus der Vergangenheit schon sehen, der Islamismus ist auch hier präsent. Aber es ist nicht nur Glück, sondern auch ein gutes Zusammenwirken der Sicherheitsbehörden", sagte der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA) am Dienstag im Bayerischen Rundfunk.

Zwar gebe es aktuell keine konkreten Hinweise auf einen Anschlag. Aber: "Wir sind sehr wachsam." Generell sieht Münch auch in Deutschland eine erhöhte Terrorgefahr: "Wir können festhalten, dass Europa, und damit auch Deutschland, im Zielspektrum des islamistischen Terrorismus steht. Damit gehen wir hier ein Deutschland von einem erhöhten Anschlagsrisiko aus", erklärte der BKA-Chef.

Die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern stehen nach Angaben des Bundeskriminalamtes in ständigem Austausch untereinander. Auch mit den ausländischen Partnern erfolge eine enge Zusammenarbeit, erklärte eine Sprecherin. Bei den elf vereitelten Terroranschlägen handelte es sich nach ihren Angaben um folgende Vorkommnisse:

Im Jahr 2000 sei ein Anschlag auf den Straßburger Weihnachtsmarkt geplant gewesen, bei dem die Haupttätergruppe aus Frankfurt/Main kam. 2002 seien das Jüdische Gemeindezentrum in Berlin sowie zwei Lokale in Düsseldorf, ein Jahr später israelische und US-amerikanische Ziele betroffen gewesen. 2004 sei ein Anschlag auf den irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi in Berlin und 2005 ein Selbstmordattentat verhindert worden. Das BKA listete auch die 2006 geplanten Anschläge auf Regionalzüge nach Hamm und Koblenz auf, die jedoch daran scheiterten, dass die bereits in den Zügen deponierten Kofferbomben nicht explodierten.

Im Jahr 2007 wurden laut BKA rechtzeitig geplante Anschläge der "Sauerland-Gruppe" bekannt, 2011 ein Sprengstoff- und ein Schusswaffenattentat. In den Jahren 2012 und 2013 seien der Bonner Hauptbahnhof sowie der Vorsitzende der Partei pro NRW im Visier der Terroristen gewesen.

Das BKA prüft laut Münch laufend mögliche Verbindungen zu den Attentätern von Brüssel. Bislang könne seine Behörde aber nur feststellen, "dass Deutschland als Transitland genutzt wurde und keine direkten Verbindungen bestehen". Allerdings habe man auch in Deutschland relevante Personen, die gefährlich seien. "Wir zählen aktuell 470 solcher Gefährder, und die Zahl ist in den letzten Jahren stark gestiegen."

dpa

Die pakistanische Regierung versucht, mit einem militärischen Rundumschlag das Vertrauen in seine Offensiven gegen den Extremismus wiederherzustellen. Aber einen Durchbruch hat sie bisher bei den Ermittlungen nicht erzielt.

29.03.2016

Brüssel eine Woche nach den Selbstmordattentaten: Während sich der Flughafen auf eine Wiederaufnahme des Passagierverkehrs vorbereitet, gibt es im Stadtteil Molenbeek neue Sorgen. Dschihadisten werben nach den Anschlägen aktiv um Terror-Nachwuchs.

29.03.2016

Insgesamt gut 150 000 Euro mehr Diäten-Aufwand pro Monat für alle Abgeordneten des Bundestages - die Erhöhung ist mit 2,7 Prozent ab Juli überschaubar. Erstmals greift eine automatische Anpassung an die Bruttolöhne der Bevölkerung.

29.03.2016
Anzeige