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Sieben Tote bei Terroranschlag in Indonesien

Terrorismus Sieben Tote bei Terroranschlag in Indonesien

Die Terroristen kommen mit dem Moped ins Zentrum Jakartas. Sie greifen ein Café und eine Polizeistation an. Stundenlang herrscht höchste Anspannung. Dann greift eine Anti-Terror-Spezialeinheit durch und tötet die Angreifer.

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Notarzteinsatz in Jakarta: Unter den Toten sollen vier Attentäter sein.

Quelle: Bagus Indahono

Jakarta. Bei einem Anschlag im belebten Geschäfts- und Büroviertel der indonesischen Hauptstadt Jakarta sind sieben Menschen ums Leben gekommen. Fünf Terroristen überfielen im Namen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unter anderem ein Café und eine kleine Polizeistation.

Zwei von ihnen sprengten sich nach Angaben der Polizei in die Luft und rissen zwei Passanten mit in den Tod. Drei weitere kamen anschließend im Kugelhagel der Sicherheitskräfte ums Leben. Mehr als 15 Menschen wurden verletzt, darunter nach Angaben des Auswärtigen Amtes auch ein Deutscher.

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Die Angreifer sollen unter anderem eine Granate auf einen Polizeiposten geschleudert haben. Foto: Alfian

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Das in Südostasien gelegene Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt. Einheimische Islamisten verübten dort nach der Jahrhundertwende mehrere blutige Anschläge.

Der Ort der Attacken liegt in einem gut bewachten Stadtteil mit Bürohochhäusern, Botschaften und dem Präsidentenpalast. Die Beamten verhinderten nach eigenen Angaben Schlimmeres. Die Terroristen seien erschossen worden, als sie Bomben werfen wollten, sagte Polizeisprecher Mohammad Iqbal.

Der IS übernahm die Verantwortung für den Anschlag. In einer im Internet verbreiteten Erklärung der Extremisten hieß es, eine Einheit der "Soldaten des Kalifats in Indonesien" habe Bürger der "Kreuzfahrerallianz", die die Miliz bekämpfe, angegriffen. Es seien mehrere Zeitbomben platziert worden, die zeitgleich explodiert seien. Vier IS-Kämpfer verübten demnach zudem einen Angriff mit Waffen und Sprengstoffgürteln. Rund 15 "Ungläubige" seien mit ihren Bewachern getötet worden. Zuvor hatte die als IS-Sprachrohr geltende Nachrichtenagentur Al-Amak im Internet berichtet, der IS bekenne sich zu dem Attentat.

Der Polizeichef von Jakarta, Tito Karnavian, sagte: "Dieses Netzwerk hat Verbindungen zum IS." Die Miliz habe Zellen in Südostasien, auch in Indonesien. Präsident Joko Widodo rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. "Wir werden uns nicht von diesen Terroranschlägen in die Knie zwingen lassen", sagte er im Fernsehen. Er besuchte den Anschlagsort am Nachmittag.

Die Terroristen waren Stunden zuvor ganz in Schwarz gekleidet auf Mopeds vorgefahren, wie TV-Sender berichteten. Sie hätten Sprengsätze gezündet und mit Gewehren um sich geschossen. "Ich habe erst die Explosionen gehört, dann die Schüsse", berichtete Ruly Koestaman, der in der Nähe arbeitet. "Wir haben drei Tote gesehen und zwei Schwerverletzte."

Der Einsatz der Anti-Terror-Einheiten dauerte stundenlang. Die Sicherheitskräfte fürchteten zunächst, dass sich weitere Täter in einem Gebäude verschanzt hatten und womöglich Geiseln hielten. Das bestätigte sich aber nicht. Tausende Menschen saßen aber zunächst in den umliegenden Gebäuden fest, darunter Dutzende Mitarbeiter der Vereinten Nationen, die ihre Büros unmittelbar am Tatort haben.

Größere Gebäudeschäden waren am Tatort nicht zu sehen. Im Starbucks-Café zerbarsten allerdings sämtliche Fensterscheiben. Die US-Kette bestätigte den Überfall und gab an, ein Gast sei verletzt worden. Die Anschläge passierten in unmittelbarer Nähe des Sarinah-Einkaufszentrums, das mit einer großen Souvenir-Abteilung auch Ausländer anzieht. Allerdings ist die Stadt anders als andere Metropolen Südostasiens kein Touristenmagnet.

Zahlreiche Länder, darunter auch Deutschland, riefen ihre Bürger auf, die Innenstadt Jakartas und Menschenansammlungen in Indonesien zu meiden. Die deutsche Botschaft ist nur 1200 Meter vom Tatort entfernt. Rund 90 Prozent der 250 Millionen Einwohner Indonesiens sind Muslime. Traditionell wird ein moderater Islam praktiziert.

Dennoch verübten Extremisten wiederholt Anschläge. Der folgenschwerste passierte 2002 auf der Ferieninsel Bali. 202 Menschen kamen ums Leben, darunter Dutzende Touristen. Die Polizei hat die Terrorzellen aber durch einen kompromisslosen Anti-Terror-Kampf weitgehend neutralisiert.

dpa

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