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16:31 12.03.2018
Rauch steigt am 11. März über den Rebellengebieten in Ost-Ghuta, einem Vorort der syrischen Hauptstadt auf. Quelle: dpa
Hannover

Es ist ein Jahrestag zum Schaudern – und zum Schämen. In dieser Woche vor sieben Jahren begann in Syrien ein Krieg, der schon Hunderttausende Menschen das Leben gekostet hat. „Die sieben Kriegsjahre haben eine gewaltige Tragödie hinterlassen“, urteilen die Vereinten Nationen. Und das gilt nicht nur für das kriegsgeschüttelte Land selbst. Es ist eine Tragödie für die ganze Weltgemeinschaft, weil es keine internationale Kraft gibt, die sich den Mördern in diesem Bürgerkrieg und ihren Verbündeten aus Moskau in den Weg stellen kann und will.

Die Hilfsorganisationen, die von Homs nach Aleppo und jetzt nach Ost-Ghuta und Afrin gezogen sind, mögen denn auch schon gar nicht mehr fordern, dem Morden Einhalt zu gebieten. Ihr flehentlicher Appell an die Welt lautet: Wenn ihr schon nicht eingreift, dann schaut bitte wenigstens hin!

Haben wir die Bereitschaft zur Empathie, zum Mitleid verloren? Zu den grausamen Gesetzen eines jeden Krieges gehört auch eine gewisse Abstumpfung der Beobachter. Die Gewöhnung an Bilder, die die Hölle auf Erden zeigen, darf jedoch nicht zu Gleichgültigkeit führen. Den Deutschen war, wie anderen Nationen im Westen, dieser Krieg anfangs fern. Ein weiteres Land mit „y“ – da winkten viele ab, selbst die Außenpolitiker in Berlin. Dramatisch geändert hat sich dies, als im Herbst 2015 Hunderttausende syrische Flüchtlinge vor den deutschen Grenzen standen. Die besondere Hilfsbereitschaft, die die Deutschen in dieser Situation gezeigt haben, hat ihnen viel Anerkennung im gesamten Nahen und Mittleren Osten beschert. Mit dem Satz „Germany, alles gut!“ wird noch heute jeder Besucher aus Berlin in den Nachbarländern Syriens begrüßt.

Inzwischen ist klargestellt, dass Deutschland das Flüchtlingsproblem allein nicht lösen kann. Es gilt faktisch die Obergrenze, die Menschen aus Ost-Ghuta werden keine Chance haben, Europa zu erreichen. Wer deshalb glaubt, wieder auf Abstand zu den Ländern mit „y“ gehen zu können, reagiert zynisch. Wer aber nicht wegsieht beim Leid in Syrien, der weiß, dass es auch jenseits der Aufnahme von Flüchtlingen Möglichkeiten der Hilfe gibt – etwa bei der Unterstützung der Nachbarländer Syriens, die eine geradezu abenteuerlich hohe Zahl von Syrern aufgenommen haben und nun selbst vor dem Kollaps stehen.

Dieser Krieg wird vielleicht bald zu Ende gehen, eine gute Zukunft hat das Land aber nicht vor sich. Der Sieger Assad wird sein Land ohne Ressourcen, aber mit Grausamkeit regieren. Für Aussöhnung ist kein Platz. Wer mag da noch glauben, dass die große Mehrzahl der syrischen Flüchtlinge in Deutschland schon bald in die Heimat zurückkehren wird? Die neue Große Koalition wird mit aller Kraft am Plan B arbeiten müssen – einem schlüssigen Plan für die Integration.

Von Jörg Kallmeyer/RND

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