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Politik Skandalumwitterter Umweltbehördenchef Pruitt tritt zurück
Nachrichten Politik Skandalumwitterter Umweltbehördenchef Pruitt tritt zurück
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06:46 06.07.2018
Der amerikanische Umweltbehördenchef Scott Pruitt ist zurückgetreten. Quelle: AP
Washington

Der Chef der US-Umweltbehörde EPA, Scott Pruitt, hat als Konsequenz aus einer Serie von Skandalen seinen Rücktritt erklärt. Präsident Donald Trump nahm dessen Gesuch am Donnerstag an und lobte die Arbeit des scheidenden Behördenleiters. Schon seit Monaten gab es Rücktrittsforderungen an Pruitt. Dieser ziehe sich aus freien Stücken zurück und sei nicht gedrängt worden, betonte Trump vor Reportern. Neuer EPA-Chef wird ab Montag der bisherige Vizeleiter der Umweltbehörde, Andrew Wheeler.

Pruitts Abgang gingen Enthüllungen über einen fragwürdigen Umgang mit Steuergeldern voraus, die mehr als ein Dutzend interne Untersuchungen auf Bundes- und Kongressebene nach sich zogen. Zu den Vorwürfen gegen den scheidenden Behördenchef gehören kostspielige Flugreisen in der ersten Klasse sowie ungewöhnlich hohe Sicherheitsausgaben.

24-Stunden-Wachschutz und schalldichte Telefonkabine

So soll Pruitt für sich eine 24-Stunden-Wachschutz durch bewaffnete Beamte angefordert haben – in der Folge schwoll sein Sicherheitsteam auf 20 Mitglieder an, für das Kosten von mehr als drei Millionen Dollar aufliefen. In seinem Büro ließ er sich auch eine schalldichte Telefonkabine für Privatgespräche für 43.000 Dollar installieren.

In der Kritik stand auch Pruitts Umgang mit seinem Personal. Oft soll er Mitarbeiter zu Botengängen losgeschickt haben – etwa um Kleidung von der Reinigung abzuholen oder ihm eine gebrauchte Matratze aus einem Trump-Hotel in sein Apartment zu bringen. Aus Emails ging zudem hervor, dass Pruitt sein Personal anhielt, mit konservative Gruppen und Unternehmen Kontakt aufzunehmen, um seiner arbeitslosen Frau einen Job zu verschaffen.

Immer neue Skandale um Pruitt

Ernsthaft in Gefahr war Pruitts Job bereits seit Ende März, als der Sender ABC News zunächst berichtete, dass der Behördenchef eine Wohnung im Regierungsviertel für nur 50 Dollar pro Nacht vermietet habe. Miteigentümerin war die Ehefrau eines langjährigen Lobbyisten für fossile Brennstoffe, dessen Firma bei der EPA auf eine Rücknahme von Umweltschutzregeln gedrungen hat. Der betroffene Lobbyist Steven Hart wies den Vorwurf zurück, mit der der Umweltbehörde Geschäfte gemacht zu haben. Ähnlich äußerte sich auch Pruitt. Doch musste Hart später einräumen, sich im Sommer 2017 mit dem Behördenleiter im EPA-Hauptquartier getroffen zu haben.

Pruitt war früher Generalstaatsanwalt in Oklahoma und steht der Öl- und Gasindustrie nahe. In der Vergangenheit strengte er mehr als ein Dutzend Verfahren gegen jene Umweltbehörde an, die er später leiten sollte. Seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr arbeitete Pruitt darauf hin, von Ex-Präsident Barack Obama eingeführte Regulierungen zur Reduzierung von Schad- und Kohlenstoffemissionen zurückzufahren. Wie sein Chef Trump stellte Pruitt zudem den Klimawandel infrage und äußerte scharfe Kritik am Klimaabkommen von Paris.

Von RND/AP