Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Politik Sprachexperte: Obergrenzen-Debatte trägt zur Verrohung bei
Nachrichten Politik Sprachexperte: Obergrenzen-Debatte trägt zur Verrohung bei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:16 07.08.2016
Der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch ist bekannt für seine Analysen der politischen Sprache. Quelle: Britta Pedersen
Anzeige
Berlin

Es stehe aber nicht tatsächlich zur Diskussion, dass die Bundesrepublik alle 70 Millionen Menschen auf der Flucht aufnehmen könnte. "Dieser Satz wird in den Diskurs gebracht, um zu behaupten, dass es bereits jetzt zu viele seien." Das aber bleibe unausgesprochen. "Auch das hat mit Verrohung zu tun."

Stefanowitsch ist bekannt für seine Analysen der politischen Sprache. "Wie die Leute privat reden, ist für Sprachwissenschaft schwer zu sehen", erklärte er. Das Internet gebe aber Einblicke; in den sozialen Medien seien viele Aussagen zwar sehr öffentlich. "Aber das scheint den Menschen oft nicht bewusst zu sein", sagte Stefanowitsch. "Sie verhalten sich häufig, als wären sie im Privatgespräch. Und mein Eindruck ist, dass Argumentationsmuster, die zunächst gar nicht wie Hassrede oder Verrohung erscheinen, zunehmen."

Ein Weg, der Verrohung in der Flüchtlingsdebatte zu entkommen, sei die Differenzierung. "Man muss darauf aufpassen, ob man zu sehr verallgemeinert oder Dinge sagt, die tatsächlich auf alle zutreffen", sagte Stefanowitsch. "Spreche ich gerade tatsächlich über die ganze Gruppe? Wenn nicht, dann kann ich ja genauer sein." Schreibe man Menschen-Gruppen ein bestimmtes Verhalten zu, so passiere es sehr schnell, die ganze Gruppe damit auch zu bewerten.

dpa

Früher war der ANC Nelson Mandelas weit über die Grenzen Südafrikas hinaus bekannt, umweht von einem Heldenmythos. Heute kämpft die Partei von Präsident Jacob Zuma um ihre Zukunft - vor allem in den großen Städten.

06.08.2016

Bis zu 300 000 Menschen sind in der früheren syrischen Metropole eingeschlossen. Jetzt verkünden Rebellen den Durchbruch der Belagerung. Von den Minaretten schallen "Allahu Akbar"-Rufe. Und das Regime holt zum Gegenschlag aus.

06.08.2016

Wieder ein Machetenangriff, diesmal in Belgien. Ziel: zwei Polizistinnen. Der Ruf "Allahu Akbar" (Arabisch: Gott ist groß) deutet auf einen islamistischen Hintergrund hin.

06.08.2016
Anzeige