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Politik Steinmeier erinnert an deutsche Wiedervereinigung
Nachrichten Politik Steinmeier erinnert an deutsche Wiedervereinigung
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08:15 08.02.2018
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist zu Gesprächen in Südkorea. Quelle: dpa
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Seoul

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei seinem Besuch in Südkorea die Verdienste des früheren Kanzlers Willy Brandt für die Wiedervereinigung Deutschlands gewürdigt. „Bei jedem Besuch in Korea werden wir Deutsche daran erinnert, welches Glück uns mit der Wiedervereinigung zuteil wurde“, sagte er laut Redemanuskript am Donnerstag in Seoul. „Wir Deutschen wissen, was es heißt, in einem geteilten Land zu leben.“

Steinmeier schenkte dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In ein Porträt von Willy Brandt, das der Künstler und Schauspieler Armin Mueller-Stahl geschaffen hat. Brandt habe „mit seiner mutigen Ostpolitik den Weg zur deutschen Wiedervereinigung gebahnt“, sagte Steinmeier.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (links) schenkt Staatspräsident Moon Jae In ein Portrait Willy Brandts des Malers und Schauspielers Armin Müller-Stahl. Quelle: dpa

Dialog nach Olympia „fortsetzen, erweitern und vertiefen“

Deutschland sei davon überzeugt, dass der Dialog mit Nordkorea geführt werden müsse. „Er kann aber nur dann erfolgreich sein, wenn der notwendige politische Druck aufrechterhalten bleibt.“ In dieser Frage müsse die Weltgemeinschaft zusammenstehen.

Die olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang seien eine wertvolle Gelegenheit zum Gespräch, sagte Steinmeier der südkoreanischen Zeitung „Chosun Ilbo“. Diesen Dialog sollten beide Seiten dann nach den Spielen „fortsetzen, erweitern und vertiefen“.

Gleichzeitig warnte Steinmeier in dem Interview vor Illusionen. Nur durch die strikte Umsetzung der verhängten Sanktionen könne Nordkorea zu ernsthaften Verhandlungen über sein Atomprogramm bewegt werden. „Nordkorea muss verstehen, dass es zuallererst seine Raketentests beenden muss“, sagte der Bundespräsident.

Schröder mit Lebensgefährtin zu Steinmeier-Empfang in Seoul

Die stärker gewordenen populistischen Bewegungen in Europa und in Deutschland charakterisierte Steinmeier als Reaktion auf die Veränderungen durch Globalisierung und Digitalisierung. „Nicht wenige Menschen reagieren mit dem Wunsch nach Abschottung und dem Rückzug ins Nationale.“

„Das ist aber nicht die richtige Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit“, sagte Steinmeier. „Für Deutschland ist die europäische Einigung die einzig gelungene Antwort auf unsere Geschichte und Geografie“, fügte er hinzu.

Begleitet wird Steinmeier in Südkorea zeitweise von Altbundeskanzler Gerhard Schröder. Gemeinsam mit seiner südkoreanischen Lebensgefährtin Soyeon Kim nahm er an einem Empfang der Deutschen Botschaft in Seoul für den Bundespräsident teil.

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) und seine südkoreanische Lebenspartnerin Soyeon Kim nehmen an einem Empfang der Deutschen Botschaft für Bundespräsident Steinmeier teil. Quelle: dpa

Von RND/dpa

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