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Steinmeier verspricht Afghanistan noch lange Unterstützung

Konflikte Steinmeier verspricht Afghanistan noch lange Unterstützung

Außenminister Steinmeier auf Kurzbesuch in Kabul: Trotz der jüngsten Anschläge appelliert er an Präsident Ghani, die Friedensgespräche wieder aufzunehmen.

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Bundesaußenminister Steinmeier unterhält sich in einer Deutschklasse der Amani-Oberrealschule in Kabul mit Schülerinnen.

Quelle: Rainer Jensen

Kabul. Deutschland will Afghanistan auch über den späteren endgültigen Abzug der Bundeswehr hinaus Hilfe beim Wiederaufbau leisten.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier versprach bei einem Besuch in Kabul: "Afghanistan und Deutschland bleiben gute alte Freunde. Das ist eine Freundschaft ohne einen Endtermin." Mit bislang schon mehr als vier Milliarden Euro Wiederaufbauhilfe ist die Bundesrepublik für Afghanistan einer der wichtigsten Geldgeber.

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Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier unterhält sich auf dem Nato-Gelände in Kabul mit dem Kommandeur der Resolute Support Mission, General John F. Campbell.

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Zugleich appellierte er an Präsident Aschraf Ghani, trotz der jüngsten Anschlagsserie mit Dutzenden Toten den begonnenen Annäherungsprozess mit den radikal-islamistischen Taliban-Milizen und dem Nachbarn Pakistan fortzusetzen. Dies sei der "einzige vernünftige Weg", um den seit Jahrzehnten dauernden Konflikt zu beenden. "Die einzigartige Chance der begonnenen Friedensgespräche darf nicht vertan werden."

Die Bundeswehr ist nach dem Abzug der Kampftruppen derzeit noch mit etwa 800 Soldaten am Hindukusch. Das aktuelle Mandat läuft bis zum 31. Dezember. Im Herbst wird vermutlich entschieden, den Einsatz um weitere zwölf Monate zu verlängern. Ob deutsche Soldaten über 2016 hinaus bleiben, hängt wesentlich von den internationalen Partnern ab, insbesondere den USA. Steinmeier sagte dazu: "Das haben Europäer und Amerikaner immer gemeinsam entschieden. So wird das auch dieses Mal sein."

Kabul wurde in diesem Monat von einer Anschlagsserie mit mehreren Dutzend Toten erschüttert. Die Attentate stehen vermutlich in Zusammenhang mit einem Machtkampf innerhalb der Taliban nach dem Tod des Milizenführers Mullah Omar. Die Gespräche zwischen Regierung und Taliban-Milizen wurden daraufhin gestoppt. Afghanistans Außenminister Salahuddin Rabani sagte zu Steinmeiers Appell: "Wir haben die Tür immer offen für die, die friedensbereit sind."

Wegen der Anschläge fand der Besuch unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Vorsichtshalber wurde die Reise bis zur Landung geheim gehalten. Mitte des Monats wurde in Kabul auch eine deutsche Entwicklungshelferin entführt. Offizieller Anlass der Reise war, dass Deutschland und Afghanistan in diesem Jahr 100 Jahre diplomatische Kontakte feiern können.

Nächste Station der Reise ist Pakistan. Der Minister mahnte beide Staaten, aufeinander zuzugehen. "In der Verständigung beider Länder auf eine gemeinsame Strategie gegen Terror und Gewalt liegt der Schlüssel für Stabilität und Entwicklung in der Region." Ghani hatte Pakistan für die Anschläge mitverantwortlich gemacht. Kabul beschuldigt Islamabad seit langem, die Extremisten in Afghanistan zu unterstützen.

dpa

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