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Stichwahlen in El Salvador und Costa Rica

Wahlen Stichwahlen in El Salvador und Costa Rica

In El Salvador stimmen die Wähler für eine Fortsetzung der Sozialpolitik der regierenden FMLN. Die Costa Ricaner strafen die Regierung für die Korruptionsskandale ab und belohnen einen ruhigen Außenseiter.

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Johnny Araya von der Regierungspartei PLN in Costa Rica.

Quelle: Gabriela Tellez

San Salvador/San José. In beiden Ländern kommt es zu einer zweiten Wahlrunde.

Triumph für die ehemalige Guerilla-Partei FMLN: Ihr Präsidentschaftskandidat Salvador Sánchez Cerén hat am Sonntag die Wahl in El Salvador gewonnen. Mit 48,92 Prozent der Stimmen verpasste er die absolute Mehrheit allerdings knapp. Am 9. März tritt der amtierende Vizepräsident gegen den zweitplatzierten Norman Quijano von der rechtskonservativen Partei Arena an, der bei der Abstimmung auf 38,95 Prozent der Stimmen kam.

Der linksgerichteten Regierungspartei dürfte die Spaltung der Rechten in die Hände gespielt haben. Der Arena-Dissident und frühere Staatspräsident Antonio Saca holte mit seinem Wahlbündnis Unidad immerhin 11,44 Prozent der Stimmen, die Arena letztlich fehlten. In der zweiten Runde könnte er zum Zünglein an der Waage werden.

"Wir haben erneut die Angst und die Lüge besiegt", schrieb Sánchez Cerén am Montag auf Twitter. "Wir hören darauf, was die Salvadorianer wollen." Der Wahlsieg der FMLN konnte auch als Votum für die Sozialpolitik des amtierenden Präsidenten Mauricio Funes verstanden werden.

Beobachter hatten die Wahl zuvor als Richtungsentscheidung zwischen dem sozialdemokratischen Regierungskurs und einer neoliberalen Wirtschaftsagenda der Konservativen gewertet. Auch Arena-Kandidat Quijano sah die Abstimmung als Erfolg. "Die Wahl gestern war ein Sieg für jene, die an die Freiheit glauben", schrieb er auf Twitter.

Die Wahlbeteiligung lag bei lediglich 50 bis 53 Prozent. "Ich glaube, die negative Kampagne hat viele Menschen vom Wählen abgehalten", sagte der Direktor des Meinungsforschungsinstituts Mitofsky, Roy Campos. Auch über 20 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs repräsentieren FMLN und Arena noch immer die verfeindeten politischen Lager des Landes.

Bei der Wahl in Costa Rica kam es am Sonntag zu einer Überraschung. Entgegen aller Voraussagen erzielte Luis Guillermo Solís von der Mitte-links-Partei PAC mit 31,03 Prozent der Stimmen das beste Ergebnis und zog damit sogar knapp an dem Favoriten Johnny Araya von der Regierungspartei PLN mit 29,55 Prozent vorbei. Beide gehen nun am 6. April in die zweite Runde.

Araya warnte noch am Wahltag vor politischen Experimenten und setzte auf Kontinuität. Das schlechte Image der PLN und die von Korruptionsskandalen belastete Regierung seiner Parteifreundin Laura Chinchilla dürften ihm jedoch geschadet haben.

Solís hatte im Wahlkampf eine moralische Revolution beschworen und ein entschlossenes Vorgehen gegen die Korruption versprochen. "Wir wollen das Vertrauen in die Politik wiederherstellen", betonte Solís. Mit seiner besonnenen Botschaft überholte er den zuvor in Umfragen deutlich stärkeren José María Villalta von der linksgerichteten Frente Amplio, der gelegentlich zu schrillen Tönen neigt.

dpa

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