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Politik Stimmzettel zur Europawahl 2019: So wählt man das EU-Parlament
Nachrichten Politik Stimmzettel zur Europawahl 2019: So wählt man das EU-Parlament
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17:28 17.04.2019
Am 26. Mai 2019 wählen die Stimmberechtigten in Deutschland das neue Europaparlament. Quelle: Jörg Carstensen/dpa
Hannover

Ab dem 23. Mai wählen die Europäer ihr neues EU-Parlament. In Deutschland findet die Stimmabgabe am 26. Mai statt. Wählen dürfen alle in Deutschland lebenden EU-Bürger ab 18 Jahren. Dabei kann sich der Stimmzettel zur Europawahl von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Zuletzt wurde das EU-Parlament vor fünf Jahren gewählt, da kann man schn mal was vergessen. Deswegen erfahren Sie hier alles, was Sie zur Stimmabgabe wissen müssen.

Wie wähle ich richtig?

Ganz einfach: Sie machen genau ein Kreuz in dem Kreis, der zu der Partei gehört, die Sie wählen wollen. Anders als bei der Bundes- und Landtagswahl hat man bei der Europawahl nur eine Stimme. Damit wird eine Partei und kein Kandidat gewählt. Die Europaabgeordneten werden also nur indirekt über die Partei gewählt. Die Sitze werden dabei proportional zur Stimmenanzahl berechnet (Verhältniswahl). Das heißt: Je mehr Stimmen eine Partei hat, desto mehr Abgeordnete sitzen im Parlament. Welcher Abgeordnete welchen Listenplatz bekommt, haben die Parteien auf der sogenannten „geschlossenen“ Wahlliste bereits festgesetzt.

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Wie funktioniert die Wahlliste bei der Europawahl 2019?

Die Parteien legen schon vor der Wahl fest, welche Politiker für einen Sitz im EU-Parlament kandidieren. Nominiert werden diese auf den jeweiligen Parteitagen. Wer dort die meisten Stimmen erhält, kommt auf Platz eins, der Zweitplatzierte auf Listenplatz zwei und so weiter.

Ob sich die Wahlliste von Bundesland zu Bundesland unterscheidet oder für die gesamte Bundesrepublik gilt, entscheiden die Parteien dabei selbst. So stellen beispielsweise nur die Unionsparteien keine Bundesliste, sondern Landeslisten für jedes Bundesland auf.

Welche Parteien stehen 2019 ganz oben auf der Liste?

Welche Partei oben auf dem Stimmzettel steht, ist davon abhängig, wie sie bei der vergangenen Europawahl abgeschnitten hat. Im Klartext bedeutet das: Die CDU nimmt in elf Ländern, die SPD in vier (Hamburg, Bremen, Berlin und Brandenburg) und die CSU in Bayern jeweils den ersten Platz auf dem Stimmzettel ein. Auf dem zweiten Platz steht die SPD in neun Ländern, die CDU in vier Ländern (Hamburg, Bremen, Berlin, Brandenburg) und Die Linke in drei Ländern (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen). Die Grünen stehen in zehn Ländern auf dem dritten Platz, die SPD in drei Ländern (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen), in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern die Linke und im Saarland die AfD.

Wie viele deutsche Abgeordnete kommen ins EU-Parlament?

Insgesamt landen 96 Europaabgeordnete aus Deutschland im Parlament. Derzeit sind noch folgende deutsche Parteien im Europäischen Parlament verteilt:

CDU (29 Sitze)

SPD (27 Sitze)

Bündnis 90/Die Grünen (11 Sitze)

Die Linke (7 Sitze)

AfD (1 Sitz)

CSU (5 Sitze)

FDP (3 Sitze)

• Freie Wähler (1 Sitz)

Piratenpartei (1 Sitz)

NPD (1 Sitz)

ÖDP (1 Sitz)

• Die PARTEI (1 Sitz)

• Liberal-Konservative Reformer (LKR) (1 Sitz)

• Die Blaue Partei (1 Sitz)

• Bündnis C (1 Sitz)

• Fünf Abgeordnete sind unabhängig

Wie sieht der Stimmzettel 2019 aus?

Im Prinzip sieht er genauso aus wie vor fünf Jahren. Nur eben mit anderen Parteien und Namen. Die Länge des Stimmzettels ist jedoch beeindruckend: Aufgrund der Vielzahl der Parteien kommt er auf stolze 94 Zentimeter.

Warum ist der Stimmzettel so unglaublich lang?

Ganz einfach: Jeder darf mitspielen. Anders als bei Bundes- und Landtagswahlen gibt es keine Sperrklausel für Parteien. Das heißt, auch Gruppierungen, die weniger als fünf Prozent erreichen, können auf einen Sitz im EU-Parlament hoffen. Im vergangenen Jahr wurde das Gesetz von der EU aber geändert. Bei der nächsten 2024 soll es dann eine Hürde für Parteien geben – und der Stimmzettel schrumpfen.

Von RND/sha

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