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Politik Suche nach letzten Nazi-Verbrechern gestartet
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15:31 23.07.2013
Efraim Zuroff, Leiter des Simon Wiesenthal Center in Jerusalem, beim Start der Plakatkampagne in Berlin. Quelle: Jörg Carstensen
Berlin

Unter dem Motto "Spät. Aber nicht zu spät! Operation Last Chance II" appellieren die Aufrufe seit Dienstag an die Bevölkerung: "Einige der Täter sind frei und am Leben! Helfen Sie uns, diese vor Gericht zu bringen." Insgesamt werden zwei Wochen lang 2000 Plakate in Berlin, Hamburg und Köln aufgehängt.

Für sachdienliche Hinweise ist eine Belohnung von bis zu 25 000 Euro ausgesetzt. Dies stieß auch auf Kritik. Der deutsch-israelische Historiker Michael Wolffsohn lehnte das "ausgeschriebene Kopfgeld" als "pietät- und schamlos" ab. Die Plakataktion rufe eher Mitleid mit den betagten Kriegsverbrechern hervor, sagte Wolffsohn dem Deutschlandradio Kultur.

Der Initiator der Kampagne, Efraim Zuroff, begründete diese mit der inzwischen erleichterten Strafverfolgung von Nazi-Verbrechern in Deutschland. Mit der Verurteilung des früheren KZ-Wachmanns John Demjanjuk in München 2011 habe sich die Rechtslage geändert, sagte er zum Auftakt der Plakataktion in Berlin. Jetzt genüge der Nachweis, dass Menschen in Vernichtungslagern und mobilen Mordkommandos Dienst getan hätten. Vorher habe immer ein spezifisches Verbrechen an einem bestimmten Menschen nachgewiesen werden müssen.

Zuroff schätzte die Zahl der noch lebenden Nazi-Verbrecher in Deutschland auf 60 bis 120. Die Gesuchten dürften um die 90 Jahre oder noch älter sein. Ihr hohes Alter dürfe sie nicht davor schützen, für ihre Verbrechen zur Verantwortung gezogen zu werden. Sie hätten unschuldige Menschen ermordet. "Sie haben kein Mitleid mit den Opfern", sagte Zuroff. Das Wiesenthal-Zentrum könne als Nicht-Regierungs-Organisation niemanden anklagen und vor Gericht bringen. Es wolle nur den Regierungen helfen, die untergetauchten Täter zu finden.

Wolffsohn nannte es absurd, die NS-Verbrechen mit Zahlen aufzuwiegen. "Ich finde es geradezu pietätlos und schamlos: 25 000 Euro für Schwerstverbrecher", kritisierte er. Viel wichtiger sei, dass eine intensive Aufarbeitung der NS-Verbrechen weitergehe.

dpa

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