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Südkorea und Japan warnen Nordkorea vor neuem Raketenstart

Konflikte Südkorea und Japan warnen Nordkorea vor neuem Raketenstart

Erneut will Nordkorea mit einer Rakete einen Satelliten ins All befördern. Die Ankündigung löst in der Region Alarm aus. Was als Satellitenstart angekündigt ist, wird international als verdeckter Test einer militärischen Langstreckenrakete gesehen.

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Südkoreanische Kampfflieger nehmen an einer Übung teil. Die Spannung zwischen Pyöngyang und Seoul nehmen zu.

Quelle: South Korean Air Force

Seoul/Tokio. Mit scharfen Warnungen und Abschussdrohungen haben Südkorea und Japan auf die umstrittenen Pläne des Nachbarn Nordkorea zum Start einer neuen Weltraumrakete reagiert. Japan will die Rakete im Fall einer unmittelbaren Gefahr in der Luft zerstören.

Ministerpräsident Shinzo Abe rief wie die südkoreanische Regierung das kommunistische Regime in Pjöngjang am Mittwoch auf, auf den Start zu verzichten. Sie vermuten dahinter einen unzulässigen Raketentest für das Atomwaffenprogramm Nordkoreas. Pjöngjang hatte erst im Januar einen neuen Atomversuch unternommen, der weltweit verurteilt wurde. 

Japans Verteidigungsminister Gen Nakatani sagte, er habe das Militär angewiesen, die Rakete mittels Raketenabwehr abzuschießen, sollte sie japanisches Territorium bedrohen. Der angekündigte Raketenstart wäre nicht nur eine eindeutige Missachtung von UN-Resolutionen, sondern auch für Japans Sicherheit ein "schwerwiegender Akt der Provokation", warnte der rechtskonservative Regierungschef Abe.

Japan, das keine diplomatischen Beziehungen zu Pjöngjang unterhält, übermittelte an Nordkorea über diplomatische Kanäle einen Protest. Das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas wird in der Region und darüber hinaus als Bedrohung gesehen.

"Wenn Nordkorea wie geplant eine Langstreckenrakete startet, wird das ernste Konsequenzen für das Land haben", sagte der stellvertretende Leiter des südkoreanischen Büros für nationale Sicherheit, Cho Tae Yong, nach einer Dringlichkeitssitzung der Regierung in Seoul. Details nannte er nicht. Wie die USA pocht auch Südkorea auf härtere Sanktionen gegen Nordkorea nach dessen Atomtest.

Auch die USA und China reagierten auf die Ankündigung des Raketenstarts durch die Nordkoreaner mit großer Besorgnis. Die internationale Gemeinschaft müsse ihnen eine "rasche, deutliche Botschaft" senden, dass eine Missachtung der vom UN-Sicherheitsrat auferlegten Sanktionen nicht toleriert werde, sagte der Sprecher des Außenministeriums, John Kirby. 

China rief Nordkorea zur Zurückhaltung auf. Es dürfe nichts unternommen werden, das die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel weiter eskalieren lassen könnte, sagte Außenamtssprecher Lu Kang in Peking. Nordkoreas Recht auf friedliche Nutzung des Weltraums sei durch UN-Resolutionen beschränkt.

Nordkorea hatte am Dienstag die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) und zwei weitere UN-Organisation über seine Pläne informiert, einen "Erdbeobachtungssatelliten" ins All schießen zu wollen. Der Start soll zwischen dem 8. und 25. Februar erfolgen.    

Der bisher letzte Start einer Weltraumrakete in Nordkorea Ende 2012 hatte weltweit scharfe Kritik ausgelöst. Aus Sicht der USA sowie Südkoreas und Japans wollte Nordkorea unter dem Deckmantel eines Satellitenstarts die Technologie für eine atomar bestückte Interkontinentalrakete testen. Nach dem vierten Atomtest Nordkoreas am 6. Januar wird derzeit im Weltsicherheitsrat über neue Sanktionen gegen das Regime von Machthaber Kim Jong Un diskutiert. 

dpa

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