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Politik Syrien: Menschen im belagerten Madaja verhungern
Nachrichten Politik Syrien: Menschen im belagerten Madaja verhungern
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11:14 31.01.2016
Ein syrischer Flüchtling hält während einer Kundgebung ein Transparent in den Händen. Er möchte auf die leidende Bevölkerung der belagerten syrischen Stadt Madaja aufmerksam machen. Quelle: Sebastian Kahnert
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Damaskus

In der belagerten syrischen Stadt Madaja sterben weiter Menschen an den Folgen von Mangelernährung und schlechter medizinischer Versorgung.

Trotz der vor knapp drei Wochen gelieferten Nothilfe für Tausende Hungernde seien seit Mitte Januar mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Unter ihnen seien zwei Kinder und vier Frauen. 400 akut lebensbedrohte Patienten warteten noch immer darauf, aus der Stadt gebracht zu werden.

Bereits am Freitag hatte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) von wenigstens 16 verhungerten Menschen berichtet. Weitere seien dem Hungertod nahe und benötigten dringend Hilfe.

Am 11. Januar hatte ein Hilfskonvoi erstmals tonnenweise Nahrung, Medizin und Decken in den von syrischen Regierungstruppen seit mehr als einem halben Jahr eingeschlossenen Ort in Westsyrien gebracht.

Bis dahin waren laut Ärzte ohne Grenzen (MSF) fast 30 Menschen gestorben. Die Vereinten Nationen hatten schon damals erklärt, 400 Menschen seien fast tot und müssten so schnell wie möglich aus der Stadt gebracht werden.

"Es ist absolut inakzeptabel, dass Menschen weiter verhungern und kritische Fälle in der Stadt bleiben, obwohl sie vor Wochen hätten in Sicherheit gebracht werden sollen", sagte der lokale MSF-Direktor Brice de le Vingne.

Madaja ist kein Einzelfall: UN-Schätzungen zufolge sind in 50 belagerten Orten in Syrien 400 000 Menschen eingeschlossen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat das vorsätzliche Aushungern von Menschen als Kriegsverbrechen bezeichnet.

Die syrische Opposition fordert bei den Friedensgesprächen für das Bürgerkriegsland in Genf ein Ende der Blockaden syrischer Städte durch die Armee.

dpa

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