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Tabubruch in Ankara: Abgeordnete mit Kopftuch im Parlament

Innenpolitik Tabubruch in Ankara: Abgeordnete mit Kopftuch im Parlament

Mit dem demonstrativen Tragen eines Kopftuchs im Parlament in Ankara haben vier weibliche Abgeordnete einen eklatanten Tabubruch in der Türkei begangen. Alle vier Parlamentarierinnen gehörten der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP an, wie türkische Medien berichteten.

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Tabubruch im türkischen Parlament: Vier weibliche Abgeordnete, unter ihnen Gülay Samanci, erschienen mit Kopftuch.

Quelle: Volkan Furuncu/Anadolu Agency

Istanbul. Zuletzt war 1999 die Abgeordnete Merve Kavakci mit Kopftuch im Parlament in Ankara erschienen. Sie hatte damit einen Eklat ausgelöst. Ihr wurden die türkische Staatsangehörigkeit und der Parlamentssitz aberkannt.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte erst Ende vergangenen Monats das Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst gekippt. Weiterhin untersagt ist das Kopftuch nur Frauen in den Sicherheitskräften und im Justizdienst. Manche säkularen Türken werten das Tragen des Kleidungsstücks als Bekundung der Sympathie für Islamismus. Aus den Reihen liberaler Türken wird allerdings auch argumentiert, dass Frauen selber entscheiden sollen, ob sie Kopftuch tragen oder nicht.

Aus Erdogans AKP gab es Zustimmung für die Abgeordneten mit dem Kopftuch. Kritik kam aus der größten Oppositionspartei, der Republikanischen Volkspartei (CHP). Negative Konsequenzen müssen die Frauen bei der überwältigenden AKP-Stimmenmehrheit nicht befürchten. Erdogan hatte gesagt, nichts spreche dagegen, Kopftuch im Parlament zu tragen. Die regierungsnahe Nachrichtenagentur Anadolu titelte: "Ein historischer Moment im Parlament."

Die Pläne der Parlamentarierinnen sorgten seit Tagen für Schlagzeilen in der Türkei. Die Abgeordneten hatten als Grund für den Schritt angegeben, eine Pilgerfahrt nach Mekka habe sie dazu inspiriert. Das Kopftuch sorgt immer wieder für Streit im Land. Studentinnen ist erst seit 2010 erlaubt, auf dem Universitätsgelände Kopftuch zu tragen. Kritiker werfen Erdogan vor, das Erbe des säkularen Republikgründers Mustafa Kemal Atatürk untergraben und die Türkei schleichend islamisieren zu wollen.

dpa

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