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Terror-Miliz ISIS torpediert Versöhnungsprozess mit Anschlag

Konflikte Terror-Miliz ISIS torpediert Versöhnungsprozess mit Anschlag

Die Fundamentalisten-Truppe des Abu Bakr al-Bagdadi ist sogar der Al-Kaida-Führung am Hindukusch zu viel. Diese distanziert sich förmlich von ihr. Der Versuch einer Versöhnung mit anderen Milizen endet mit dem Selbstmordanschlag eines ISIS-Dschihadisten.

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Zerstörte Straßen nahe Aleppo in Syrien.

Quelle: Jan A. Nicolas/Archiv

Aleppo. Die in Syrien aktive Terror-Miliz ISIS (Islamischer Staat im Irak und in Syrien) hat mit einem Selbstmordanschlag den Versuch einer Aussöhnung mit anderen islamistischen Rebellengruppen in Syrien zunichte gemacht. Der Attentäter sprengte sich am Montag mit seinem Fahrzeug in der Ortschaft Al-Rai bei Aleppo in die Luft und riss fast 20 Menschen mit in den Tod, bestätigten Rebellenkreise in Syrien.

Unter den Opfern seien Delegierte und Vermittler der für diesen Tag angesetzten Aussöhnungsgespräche gewesen. Offenbar hatte ISIS sie in eine Falle gelockt. "Mit dem heutigen Tag sind alle Versuche, die Differenzen mit ISIS zu bereinigen, als gescheitert und beendet zu betrachten", erklärte Muah al-Homsawi, ein Feldkommandeur der rivalisierenden Al-Nusra-Front, der Nachrichtenagentur dpa in Amman am Telefon. ISIS und Al-Nusra-Front gelten beide als Al-Kaida-nahe.

Die Al-Kaida-Zentrale distanzierte sich praktisch zeitgleich mit dem Anschlag von Al-Rai von ihrem offenbar unkontrollierbaren irakisch-syrischen Ableger. "Das Oberkommando hat keine Verbindungen mit ISIS (...) und trägt für Handlungen dieser Organisation keine Verantwortung", hieß es in einer Botschaft der Al-Kaida-Spitze, die am Montag in einschlägigen Internet-Foren auftauchte. Den Kämpfen zwischen ISIS und den anderen Rebellen-Gruppen fielen allein im Januar mehr als 1000 Menschen zum Opfer.

ISIS ist außerdem die einzige Rebellengruppe in Syrien, die Tausende ausländische Dschihadisten in ihren Reihen hat. Bei Gegnern des Assad-Regimes machte sie sich durch öffentliche Hinrichtungen von Kritikern ihrer Politik unbeliebt. Die von dem Iraker Abu Bakr al-Bagdadi geführte Organisation kontrolliert Teile der erdölreichen Provinz Al-Rakka in Syrien sowie Gebiete im angrenzenden Irak.

Al-Kaida-Chef Eiman al-Sawahiri hatte bereits im vergangenen November angeordnet, dass sich ISIS aus Syrien zurückzieht. Zugleich erklärte er die Al-Nusra-Front, eine weitere Al-Kaida-nahe Gruppe, zum alleinigen Ableger des Terrornetzwerkes in Syrien. ISIS-Chef Al-Bagdadi ignorierte diese Anweisung allerdings.

Die pro-westliche Rebellenmiliz FSA (Freie Syrische Armee) wird indes nach Angaben aus syrischen Oppositionskreisen zu den Genfer Syrien-Friedensgesprächen hinzustoßen. "In der nächsten Runde werden Führungsvertreter des Hohen Militärrats (der FSA) zusammen mit uns am Verhandlungstisch sitzen", sagte Ahmed Ramadan, ein Mitglied der Oppositionsdelegation, am Montag. Die anderen, zumeist islamistischen Milizen, lehnen bislang jede Teilnahme am Genfer Prozess strikt ab.

Die Genfer Gespräche hatten Ende des Vormonats begonnen. Eine erste Runde war ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen. Vertreter der Regierung des Machthabers Baschar al-Assad und der Opposition waren zu keiner Annäherung ihrer Standpunkte gelangt. Die Fortsetzung ist für den 10. Februar geplant, gilt aber noch nicht als sicher.

Die Oppositionsdelegation hatte sich in der ersten Runde nur aus Vertretern der Exilpolitik zusammengesetzt. Drei FSA-Offiziere hatten sie als "inoffizielle Militärberater" begleitet.

dpa

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