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Tierschützer alarmiert: Tierheime in Finanznot

Hunderte ausgesetzte Tiere Tierschützer alarmiert: Tierheime in Finanznot

Hunderte Tiere werden in Brandenburg jährlich ausgesetzt. Ein Teil von ihnen landet dann in den Tierheimen. Doch die sind zunehmend mit der Versorgung überfordert. Jetzt schlagen Tierschützer Alarm und fordern finanzielle Unterstützung für ihre Arbeit.


Quelle: dpa

Potsdam. Katzen, Hunde, manchmal auch Exoten: Hunderte Tiere landen jährlich in Brandenburgs Tierheimen, weil sie ausgesetzt wurden oder die Halter nicht mehr mit ihnen klar kamen. Jetzt schlagen die Tierschützer Alarm, weil sie selbst in Not sind. Viele Einrichtungen klagen über mangelnde finanzielle Unterstützung. „Wir päppeln die Tiere auf, versorgen und trainieren sie, um sie letztlich in ein neues Zuhause zu vermitteln“, erklärte Renate Seidel, Vorsitzende des Landestierschutzbundes. „Dafür sehen wir von einigen Kreisen und Kommunen oft nicht einen Cent“, kritisiert sie.

Tierschutzarbeit wird oft von privaten Tierfreunden finanziert

30 Mitgliedsvereine agieren als Träger für 16 Tierheime in Brandenburg. Selbst wenn eine Pauschale gezahlt werde, sei diese nicht kostendeckend. Dabei sind bei Fundtieren zunächst einmal die Kommunen in der Pflicht, die Halter ausfindig zu machen und die Tiere unterzubringen, sagt Rico Lange vom Tierheim Falkensee. „Verlorene Brieftaschen lassen sich in einem Schließfach verstauen, ausgesetzte Hunde jedoch nicht“, sagt er. In der Regel würden die Ordnungsämter die Tierheime bemühen.

– Tierschutzverein Potsdam sammelt Geld für Tierheim

„Wir stellen uns die Frage, warum diese Tierschutzarbeit nahezu ausschließlich von privaten Tierfreunden mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert wird“, erklärt Chef-Tierschützerin Seidel. Sie kritisiert auch Halter, die verstärkt kranke oder alte Hunde und Katzen, aber auch trächtige Katzen oder Jungtiere aussetzen würden. Die Besitzer scheuten vermutlich die damit verbundenen Kosten, vermutet Seidel.

Viele ausgesetzte Tiere verenden

Allerdings landen längst nicht alle Tiere im Heim, so Seidel. Würden sie an wenig frequentierten Stellen wie im Wald ausgesetzt, verendeten viele von ihnen. Andere wiederum könnten sich durchschlagen. Während die Tierschützerin bei wildlebenden Katzen von keiner größeren Gefahr für die Umwelt spricht, sieht man das beim Landesjagdverband etwas anders. Gerade zur Brutzeit stellten die nach Nahrung suchenden Tiere insbesondere für am Boden brütende Vögel eine Bedrohung dar. Wilde Hunde würden sogar Rehkitzen nachstellen.

Berliner setzen Tiere zu Ferienzeiten aus

Wenn die Berliner verreisen, wird es voll im Berliner Tierheim: Während der Ferienmonate liegt die Zahl der aufgegriffenen Tiere bis zu 25 Prozent höher als normal. „Dieser Trend ist ungebrochen“, erklärte ein Tierheim-Mitarbeiter auf Anfrage. Selbst die Winterferien seien davon inzwischen nicht mehr ausgenommen.

Zahl der ausgesetzten Tier ist deutlich zurückgegangen

Insgesamt ist die Zahl der registrierten ausgesetzten Haustiere in den vergangenen Jahren jedoch spürbar zurückgegangen. Lag die Zahl der Berliner Fundtiere in den Jahren 2011 und 2012 jeweils noch bei rund 9500 Tieren, so waren es 2015 nur noch gut 6000. Das geht aus einer Statistik des Tierheims hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Trotz dieses Rückgangs ist die Unterbringung dieser Tiere in den Sommermonaten noch immer eines der größten Probleme. Ausgesetzt werden allen voran Katzen, Hunde und Nagetiere.

Oft werden Tier aus finanziellen Gründen ausgesetzt

Wie lässt sich die Entwicklung erklären? Die Möglichkeiten, ein Haustier während der Ferien unterzubringen, haben sich verbessert, vermutet man im Tierheim. In sozialen Medien fänden Besitzer zum Beispiel andere Tierfreunde, die bei der Betreuung aushelfen. Auch das Tierheim selbst bringt mit einer Online-Datenbank Tiersitter sowie Herrchen und Frauchen zusammen.

Wenn ein Tier ausgesetzt wird, habe das meist finanzielle oder organisatorische Gründe: „Die Unterbringung von Hund und Co. kostet Geld und das ist bei vielen im Budget nicht mehr drin“, heißt es im Tierheim. Oder das Tier sei so anspruchsvoll, dass kein adäquater Platz in einer Tierpension gefunden werde.

Von Christian Bark

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