Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Trump: Brexit ist fantastisch für Großbritannien

Treffen mit Theresa May Trump: Brexit ist fantastisch für Großbritannien

Erstmals hat US-Präsident Donald Trump einen europäischen Staatsgast empfangen – und beim Treffen mit Premierministerin Theresa May zeigte er seine charmante Seite. Er schwärmte von den Briten, machte Scherze und nahm die Einladung der Queen an.

Washington, The White House 38.8976763 -77.0365298
Google Map of 38.8976763,-77.0365298
Washington, The White House Mehr Infos

Gemeinsame Pressekonferenz von Großbritanniens Premierministerin Theresa May und US-Präsident Donald Trump.

Quelle: AP

Washington. Bei ihrem ersten Treffen haben US-Präsident Donald Trump und Großbritanniens Premierministerin Theresa May ihre Einigkeit demonstriert. Das ging sogar so weit, dass May den Standpunkt Trumps erklärte – und dieser nichts dazu sagte. Zum Beispiel beim Thema Nato.

Der US-Präsident habe das „unerschütterliche Bekenntnis“ beider Länder zur Nato bekräftigt, sagte May. Die USA würden sich „zu 100 Prozent“ zum nordatlantischen Verteidigungsbündnis bekennen. Das habe ihr Trump in ihrem Gespräch im Weißen Haus versichert, sagte May vor Journalisten. Eine Stunde lang hatte sie vorher mit dem US-Präsidenten gesprochen.

Trump widersprach ihr nicht. Aber vor einer Woche hatte er in einem Interview erklärt, er halte die Nato für obsolet. Am Freitag habe er ihr dagegen zugestimmt, dass es wichtig sei, dass Mitgliedsländer der Nato „angemessen investieren, um unseren gemeinsamen Herausforderungen gemeinsam gegenüberzutreten“, sagte May.

Queen lädt Trump nach Großbritannien ein

Er sei geehrt, die Premierministerin als ersten ausländischen Regierungschef begrüßen zu dürfen, sagte Trump, der sich bei seiner ersten Pressekonferenz als Präsident mit einer Charmeoffensive zeigte. „Übrigens, meine Mutter wurde in Schottland geboren“, sagte er.

May gab bekannt, dass Trump eine Einladung von Königin Elizabeth II. zu einem Staatsbesuch mit seiner Frau Melania noch in diesem Jahr angenommen habe. Trump bezeichnete das Verhältnis beider Länder als „eine der großartigen Kräfte“ für Gerechtigkeit und Frieden in der Geschichte.

Mit Großbritannien habe er in der Vergangenheit als Geschäftsmann auch bessere Erfahrungen gemacht als mit Europa. Mit Europa umzugehen, sei „eine sehr schlechte Erfahrung“ gewesen, sagte Trump. Der Umgang mit den Briten sei deutlich reibungsloser gewesen. Deshalb denke er auch, dass der Brexit „eine fantastische Sache für das Vereinigte Königreich“ sein werde.

Er gehe davon aus, dass er mit der britischen Premierministerin gut zurechtkommen werde, weil sie beide gern unter Menschen seien. Trump witzelte: „Ich bin nicht so aufdringlich, wie Sie vielleicht denken.“ May sagte über Trump, sie teilten eine politische Herangehensweise, „die Interessen von einfachen Menschen“ in den Mittelpunkt zu stellen.

May: USA müssen Verantwortung übernehmen

May widersprach Trump aber auch in zentralen Punkten. Die USA und Großbritannien müssten international Verantwortung übernehmen und Führung zeigen, forderte sie. Militärische Interventionen wie im Irak oder in Afghanistan dürfe es jedoch nicht mehr geben. May hatte zuvor auf dem Soldatenfriedhof Arlington bei Washington einen Kranz niedergelegt.

In der Russland-Politik beharrte May auf den bestehenden Sanktionen, solange das Minsker Abkommen zur Ukraine nicht vollends umgesetzt sei. Donald Trump, der eine weichere Linie zu Russland vertritt und am Samstag mit Kremlchef Wladimir Putin telefonieren wollte, erklärte, er sei offen. „Wir werden sehen was passiert. Ich kenne den Gentleman nicht“, sagte er über Putin, dessen politische Errungenschaften und Führungsstärke er in der Vergangenheit wiederholt hervorgehoben hatte.

USA sind ein wichtige Markt für die Briten

May wollte mit ihrem Besuch auch eine diplomatische Offensive für ein bilaterales Freihandelsabkommen zwischen Großbritannien und den USA starten. Die Briten brauchen dringend eine solche Partnerschaft für die Zeit nach dem Verlassen der EU. Andernfalls hätten sie sowohl zum europäischen Binnenmarkt als auch zum riesigen US-Markt keinen geregelten Zugang. Ein bilaterales Handelabkommen mit den USA, Großbritanniens größtem Exportmarkt, wäre deshalb ein großer Gewinn. Und Präsident Trump zieht generell bilaterale Abkommen Verträgen mit mehreren Beteiligten, wie dem auf Eis gelegten TTIP, vor.

Allerdings darf Großbritannien offizielle Verhandlungen mit einem Partner erst nach dem Austritt aus der EU aufnehmen. Der Antrag für das Verlassen der Union ist noch nicht einmal formell gestellt. Gerechnet wird mit dem Brexit im März 2019. Großbritanniens Finanzminister Philip Hammond erklärte am Freitag in Brüssel, sein Land sei nach wie vor Vollmitglied der EU und werde sich an die in der Union geltenden Regelungen präzise halten.

Trump: USA wenden keine Folter an

Trump rückte seine Äußerungen hinsichtlich der Anwendung von Folter bei Verhören mutmaßlicher Terroristen zurecht. Er halte „erweiterte Verhörmethoden“ zwar weiterhin für ein probates Mittel, verlasse sich aber auf den fachlichen Rat seines Verteidigungsministers James Mattis. „Er hat das Sagen“, fügte der US-Präsident hinzu. Mattis hatte sich wiederholt gegen Folter und folterähnliche Methoden ausgesprochen, die in den USA auch gesetzeswidrig wären.

Mattis sei ein hochangesehener General und habe das entsprechende Fachwissen, erklärte Trump weiter. Allerdings sei er persönlich weiterhin überzeugt, das Foltermethoden zu wichtigen Erkenntnissen im Kampf gegen den Terrorismus führen können.

Von dpa/ap/RND

6c46fbda-d530-11e7-9deb-d9e101ec633c
In Basel ist ein ICE entgleist

Am Mittwochabend ist in Basel ein ICE der Deutschen Bahn teilweise entgleist

Heiligabend fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag. Sollten die Geschäfte trotzdem öffnen?