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Politik Warum der Gipfel scheiterte – Trump erklärt sich vor der Presse
Nachrichten Politik Warum der Gipfel scheiterte – Trump erklärt sich vor der Presse
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08:42 28.02.2019
Kim Jong Un (l), Machthaber von Nordkorea, und Donald Trump, Präsident der USA: Eigentlich wollten sie eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen. Doch das Treffen wurde vorzeitig abgebrochen. Quelle: Evan Vucci/AP/dpa
Hanoi

Bei ihrem zweiten Treffen haben US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un keine Einigung erzielt. Das teilte Trumps Pressesprecherin Sarah Sanders mit.

Sie nannte die Treffen zwischen Trump und Kim trotzdem „sehr gut und konstruktiv“. Sie hätten über die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel gesprochen. Die Treffen sollten in der Zukunft fortgesetzt werden.

Auch Trump bezeichnete das Treffen als „produktiv“. „Wir hatten eine wirklich produktive Zeit“, sagte Trump am Donnerstag nach dem Ende der zweitägigen Gespräche. Es habe „verschiedene Optionen“ gegeben. Man habe sich aber dazu entschieden, nichts zu unterzeichnen.

Verhandlungstaktik und ein Streitpunkt

Trump erklärte das vorzeitige Ende mit Verhandlungstaktik. „Manchmal müssen Sie einfach gehen“, sagte Trump. Streitpunkt bei den Verhandlungen mit Kim seien die US-Sanktionen gegen Nordkorea gewesen. Kim habe deren vollständige Aufhebung als Gegenleistung für eine Denuklearisierung verlangt. Die USA seien dazu aber nicht bereit.

Der Gipfel hatte bei den Bemühungen um eine atomare Abrüstung Nordkoreas keinen Durchbruch gebracht. Beide Seiten konnten sich nicht einmal auf eine gemeinsame Abschlusserklärung einigen. Für Trump, der durch belastende Aussagen seines Ex-Anwalts zuhause unter Druck steht, bedeutet dies auf internationalem Gebiet eine schwere Enttäuschung.

Optimismus bei Gesprächen mit Journalisten

Zuvor hatte der nordkoreanische Machthaber seine grundsätzliche Bereitschaft zur atomaren Abrüstung bekräftigt. Auf die Frage eines Reporters, ob er dazu bereit sei, sagte Kim am Donnerstag: „Wenn ich es nicht wäre, wäre ich nicht hier.“ Kim wurde auch gefragt, ob er willens sei, konkrete Schritte dafür zu unternehmen. Darauf antwortete er: „Das besprechen wir gerade.“

Trump sagte, beide Seiten würden „sehr gute Diskussionen“ führen. „Wir werden sehen, wohin das alles führt.“ Der US-Präsident betonte erneut die guten Beziehungen zu Kim. Trump sagte: „Egal, was passiert, am Ende werden wir ein Abkommen haben, das sehr gut für den Vorsitzenden Kim und sein Land ist.“ Er schränkte aber ein: „Das heißt nicht, dass wir das an einem Tag tun, bei einem Treffen.“

Einigkeit über Verbindungsbüro in Nordkorea

Trump und Kim zeigten sich in einem Punkt einig. Sie ziehen beide ein Verbindungsbüro in Nordkorea in Betracht. Es sei „eine gute Idee“, sagte Trump am Donnerstag in Hanoi, Kim nannte sie „begrüßenswert“.

In einer beispiellosen Fragerunde mit Reportern in Vietnam deuteten sich offizielle Verbindungen zwischen den technisch im Krieg miteinander befindlichen Länder an. Auf die Frage eines amerikanischen Reporters, ob er den USA die Öffnung eines Büros in Pjöngjang erlauben würde, sagte Kim mithilfe seines Übersetzers: „Ich denke, das ist etwas, was begrüßenswert ist.“ Trump fügte hinzu, es solle „in beide Richtungen geschehen“.

Südkorea plant eigene Vorschläge zur Annäherung

Südkorea will nach dem Gipfel neue Vorschläge für die innerkoreanische Annäherung verkünden. Die Pläne will der südkoreanische Präsident Moon Jae In am Freitag bei einer Zeremonie zum 100. Jahrestag eines Aufstands von Koreanern gegen die japanische Kolonialherrschaft 1919 bekanntgegeben, wie am Donnerstag bekannt wurde. Es wird erwartet, dass dann unter anderem eine wirtschaftliche Kooperation zwischen den beiden Koreas ins Auge gefasst wird.

Moon setzt sich massiv für einen Durchbruch in den Atomverhandlungen zwischen Washington und Pjöngjang ein, damit er seinen Kurs der Annäherung an Nordkorea weiterverfolgen kann. Die harten US-geführten Sanktionen gegen das isolierte kommunistische Land werfen Moons Bemühungen aber zurück.

Lesen Sie auch: Treffen zwischen Trump und Kim: „Keine Eile“ bei atomarer Abrüstung

Von RND/dpa/ngo

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