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Politik Trump zieht den Ärger des Kremls auf sich
Nachrichten Politik Trump zieht den Ärger des Kremls auf sich
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16:01 17.03.2016
Quelle: Screenshot
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Washington

 Wenige Stunden zuvor hatte „The Donald“ über die sozialen Medien einen 15 sekündigen Wahlspot veröffentlicht, der es in sich hat: Trump wirft seiner Gegnerin Hillary Clinton vor, den weltweiten Herausforderungen als mögliche Präsidentin der Vereinigten Staaten nicht gewachsen zu sein. In die Filmsprache übersetzen die Wahlkämpfer diese Botschaft mit Bildern, die Wladimir Putin als Judo-Kämpfer zeigen, wie er einen Gegner zu Boden wirft. In der nächsten Sequenz hält ein vermummter Kämpfer des sogenannten Islamischen Staates eine Pistole drohend in die Kamera. Dann ist Clinton zu sehen, wie sie vor einem großen Publikum spaßeshalber wie ein Hund bellt. Und zu guter letzt gibt es wieder eine Einstellung von Putin, wie er herzlich lacht.

Der Werbespot lässt sich durchaus als eine authentische Fortsetzung der Reden des New Yorker Geschäftsmannes verstehen, der sich geschickt auf einem schmalen Grad zwischen Andeutungen, Beleidigungen und Unterstellungen zu bewegen weiß. Auch in dem Videoclip werden Bilder völlig aus dem Zusammenhang gerissen und mit kurzen Textpassagen versehen, um einen verqueren Eindruck zu vermitteln. Es scheint, als würde sich Putin und der islamistische Terrorist über die frühere Außenministerin lustig machen.

Putins Sprecher Peskow zeigt sich über diese unseriöse Art der Wahlwerbung zutiefst empört: „Es ist ein offenes Geheimnis, dass es im amerikanischen Wahlkampf zum guten Ton gehört, Russland und alles, was mit uns verbunden wird, zu verteufeln. Wir bedauern dies und würden uns einen Wahlkampf wünschen, der ohne solche Erwähnungen auskommt.“

Mit seiner öffentlichen Rüge dürfte Peskow allerdings genau das Gegenteil erreichen: Trump, der sich mit Kritik an Russlands Präsident Putin bisher auffällig zurückhielt, inszeniert sich einmal mehr als unerschrockener Politiker. Die Vorwürfe der politischen Gegner wirken wie Wasser auf den Mühlen der eigenen Anhängerschaft. Oder, wie es der Washingtoner Politikwissenschaftler Allan Lichtman formuliert: „In dem Trump gezielt so viele Anfeindungen auf sich zieht, fühlen sich seine Wähler in ihrer Meinung bestätigt, dass es sich um eine starke Persönlichkeit handelt.“ Trumps Video, das die Verhandlungsstärke seiner Gegenspielerin in Zweifel ziehen soll, erhält durch die diplomatischen Verwicklungen zudem eine ungeahnte Aufmerksamkeit.

Ob die Strategie, mit Provokationen die eigenen Leute zu motivieren, auf Dauer aufgeht, steht allerdings auf einem anderen Blatt. „Sollte Trump tatsächlich die Nominierung erhalten“, so Lichtman, „droht der republikanischen Partei die Spaltung. Hillary Clinton wäre die lachende Dritte.“

Von Stefan Koch

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