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Türkische Armee schießt Drohne an Grenze zu Syrien ab

Konflikte Türkische Armee schießt Drohne an Grenze zu Syrien ab

Immer wieder kommt es an der türkisch-syrischen Grenze zu Zwischenfällen. Nun schießt die Türkei eine Drohne ab. Unklar ist, woher sie stammt.

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Der türkische Premierminister Ahmet Davutoglu auf der Militärbasis Kilis an der türkisch-syrischen Grenze. Foto: Hakan Goktepe/Archiv

Istanbul. Die türkische Armee hat in der Grenzregion zu Syrien eine Drohne unbekannter Herkunft abgeschossen. Das bestätigte der türkische Außenminister Feridun Sinirlioglu der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge.

Die Drohne sei drei Kilometer von der syrischen Grenze entfernt im türkischen Luftraum abgeschossen worden. Nach Medienberichten ging sie in der Region Kilis zu Boden.

Die türkische Armee teilte mit, das Flugobjekt sei trotz dreimaliger Warnung weitergeflogen. Daraufhin sei das Feuer eröffnet worden. Noch sei unklar, zu welcher Nation die Drohne gehöre.

Das russische Militär teilte mit, die Drohnen und Kampfflugzeuge in der Region seien intakt. "Alle russischen Flugzeuge, die in Syrien eingesetzt werden, sind zur Militärbasis zurückgekehrt. Auch die Drohnen funktionieren planmäßig", sagte Generalmajor Igor Konaschenkow der Agentur Tass zufolge.

Russland fliegt seit mehr als zwei Wochen Luftangriffe in Syrien. Dabei kam es zuletzt auch zu Zwischenfällen an der türkischen Grenze. Ende Oktober etwa hatte die türkische Luftwaffe in der Region Hatay ein russisches Kampfflugzeug abgefangen. Die Türkei bestellte daraufhin den russischen Botschafter ein.

Bei russischen Bombardierungen und Angriffen der syrischen Armee auf Rebellengebiete nördlich der Stadt Homs starben mindestens 60 Menschen. Unter den Opfern seien 30 Kinder und Frauen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag mit. Ein Aktivist aus dem Ort Talbiseh berichtete, viele seien noch unter Trümmern begraben. Die oppositionsnahen Menschenrechtler sprachen von einem "Massaker".

Die syrische Armee und ihre Verbündeten hatten am Donnerstag mit russischer Luftunterstützung einen Großangriff auf Orte nördlich der zentralsyrischen Stadt Homs begonnen. Dort beherrschen Rebellen eine von Regimetruppen eingeschlossene Enklave.

Russlands Präsident Wladimir Putin berichtete von "beachtlichen Erfolgen" seines Militärs. "Es sind Dutzende Kommandopunkte und Munitionslager, Hunderte Terroristen und viel Militärtechnik vernichtet worden", sagte er bei einem Gipfeltreffen der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) in Kasachstan. Der Westen und syrische Aktivsten werfen Russland hingegen vor, dessen Luftwaffe bombardiere auch moderate Rebellen, um das syrische Regime zu unterstützen

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die anderen Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union äußerten sich bei einem Gipfeltreffen in Brüssel besorgt über "die Gefahr einer weiteren militärischen Eskalation". Als Grund nannten sie dabei explizit "die russischen Angriffe auf die syrische Opposition und auf Zivilisten".

Die Frage, welche Rolle Syriens Präsident Baschar al-Assad in einem politischen Übergangsprozess spielen könnte, war nach Angaben von Frankreichs Präsident François Hollande bei den Diskussionen kein Thema. "Die russische Intervention kann das Regime stärken, aber sie wird Baschar nicht retten", sagte er. Ob der syrische Machthaber am Anfang, in der Mitte oder am Ende eines Übergangsprozesses gehe, spiele keine so große Rolle. Wichtig sei, dass er keine Zukunft habe.

In der Abschlusserklärung zum Gipfeltreffen heißt es: "Das Assad-Regime trägt die Hauptverantwortung für die 250 000 Toten des Konflikts und für die Millionen Vertriebenen."

dpa

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