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Nachrichten Politik UN-Chef Guterres ruft zum Zusammenstehen auf
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16:29 19.09.2017
UN-Chef Antonio Guterres. Quelle: AP
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New York

UN-Generalsekretär António Guterres hat die internationale Gemeinschaft aufgerufen, enger zusammenzustehen. „Wir sind eine zerrissene Welt, aber wir müssen eine einzige, friedliche Welt sein“, sagte Guterres bei der Eröffnung der Generaldebatte der UN-Vollversammlung am Dienstag in New York. „Gemeinsam können wir Frieden und eine bessere Welt für alle schaffen.“

Ausdrücklich verurteilte Guterres Nordkoreas Führung, die mit ihren Atomtests die größte Kriegsangst seit Ende des Kalten Kriegs ausgelöst habe. Gleichzeitig rief er alle Seiten auf, Ruhe zu bewahren. Die Krise in Korea könnten wie andere Krisen auch nur politisch gelöst werden.

Alle warten auf Trump

Die Krise im Norden Myanmars, wo Hunderttausende muslimische Rohingya vor Gewalt geflohen sind, nannte Guterres schockierend. Die Rede von de-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi, in der sie am Dienstag erstmals öffentlich Stellung bezog, habe er zur Kenntnis genommen. Guterres betonte, die Sicherheitskräfte in Myanmar müssten umgehend alle militärischen Aktionen stoppen und humanitären Helfern ungehinderten Zugang gewähren.

Den mehr als 400.000 Geflüchteten müsse eine Rückkehr in Würde und Sicherheit ermöglicht werden. Dazu müssten auch die Ursachen des Teufelskreises in der Region angegangen und gelöst werden. Suu Kyi hat ihre Teilnahme an der Generaldebatte abgesagt.

Als Ursachen für Krisen und Konflikte weltweit nannte Guterres die zunehmende soziale Ungleichheit. Während Teile der Menschheit schier unglaublichen Wohlstand genössen, seien andere davon ausgeschlossen. Dies führe zu Unsicherheit und in letzter Konsequenz auch zu Terrorismus und Gewalt. Der Welt fehle es nicht an den Mitteln, um die Ungleichheit zu beenden, sondern schlicht an der nötigen Weisheit, sagte Guterres. In diesem Zusammenhang appellierte der UN-Generalsekretär auch an die Staaten, mehr legale Einwanderung zuzulassen. „Sichere Migration darf nicht der globalen Elite vorbehalten sein“, sagte er unter Applaus der Delegierten.

USA halten an Rückzug von Pariser Klimaabkommen fest

Die USA haben seit 1995 nach UN-Angaben weltweit die meisten klimabezogenen Katastrophen erlebt. Seitdem habe es in den Vereinigten Staaten mehr als 1600 solcher Ereignisse gegeben, sagte Guterres. Statistisch gesehen bedeutet das eine Klimakatastrophe alle fünf Tage. Nach den USA folgen Guterres zufolge China, Indien, die Philippinen und Indoniesen.

Vor rund zwei Wochen war Hurrikan „Irma“ durch die Karibik gezogen und hatte unter anderem den US-Bundesstaat Florida schwer verwüstet. Mehrere Menschen kamen ums Leben. Hurrikan „Maria“ richtete am Dienstag auf seinem Durchzug durch die Karibik erste Verwüstungen an. Guterres zeigte sich solidarisch mit den Betroffenen von „Irma“.

„Wir müssen unsere Sprache anpassen, um zu beschreiben, was passiert: Wir sprechen jetzt von Mega-Hurrikanen, Superstürmen und Regen-Bomben“, sagte Guterres. Die Weltgemeinschaft müsse die Ziele des Pariser Abkommens zum Klimaschutz ehrgeizig verfolgen. Das Weiße Haus hatte am Montag klargestellt, dass der im Juni verkündete Rückzug der USA aus dem internationalen Abkommen weiterhin gelte.

Die Generaldebatte findet bis zum kommenden Montag statt. Dazu kommen die Staats- und Regierungschefs der 193 UN-Mitgliedsstaaten zusammen. Bereits am Montag hatte US-Präsident Donald Trump die UN am Rande der Vollversammlung für Bürokratie und Missmanagement kritisiert, sich aber zugleich hinter UN-Generalsekretär Guterres und dessen Reformpläne gestellt. Deutschland wird bei der UN-Generaldebatte von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) vertreten, der voraussichtlich am Donnerstagabend deutscher Zeit sprechen wird.

Von epd/ap/dpa/RND

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