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Politik UN-Libyengesandter Kobler warnt vor Ausbreitung des IS
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11:59 12.12.2015
Martin Kobler: «Ich kann die Bedrohung, die Daesch darstellt nicht überbetonen.» Quelle: EPA/STR
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Tunis

Der UN-Libyengesandte Martin Kobler hat vor einer weiteren Ausbreitung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und anderer Extremisten in dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland gewarnt: "Extremistische und terroristische Gruppen dehnen ihren Einflussbereich weiter aus".

"Ich kann die Bedrohung, die Daesch darstellt nicht überbetonen", sagte der deutsche Diplomat am Freitagabend in Tunis während einer Videokonferenz mit dem UN-Sicherheitsrat. Daesch ist eine arabische Abkürzung für den IS.

Internationale Unterstützung für Libyen sei ein Muss, damit das Land diese "drohende Gefahr" eliminieren könne, sagte Kobler. Der IS und andere Extremisten haben das Bürgerkriegschaos genutzt, um Teile Libyens unter Kontrolle zu bringen. Sie sind vor allem in Sirte aktiv, dem Geburtsort des 2011 gestürzten Diktators Muammar al-Gaddafi.

Die italienische Regierung hat für Sonntag eine internationale Konferenz nach Rom einberufen, um dort die verfeindeten libyschen Gruppen noch einmal zur Lösung des Konflikts zu drängen.

Auch Kobler rief die Konfliktparteien zu einer schnellen Einigung auf. Das Land befinde sich in einem Wettlauf mit der Zeit. "Libyen kann und sollte nicht länger auf Frieden warten", sagte er.

Die wichtigsten Konfliktparteien hatten sich am Freitag bei einem zweitägigen Treffen in Tunis auf die Unterzeichnung eines Abkommens über eine Regierung der nationalen Einheit geeinigt. Es soll am kommenden Mittwoch unterschrieben werden.

Allerdings haben die libyschen Delegierten solche Termine schon mehrfach verstreichen lassen.

Im ölreichen Land gibt es derzeit zwei Regierungen und zwei Parlamente sowie zahlreiche Milizen, die sich gegenseitig bekämpfen.

Die Libyer trügen angesichts der Gewalt und der Zerstörung eine schwere Last, warnte Kobler. Allein 2,4 Millionen Menschen benötigten dringend humanitäre Hilfe. Hunderttausende seien auf der Flucht.

dpa

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