Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Politik US-Armee will Truppenpräsenz in Osteuropa aufstocken
Nachrichten Politik US-Armee will Truppenpräsenz in Osteuropa aufstocken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:56 31.03.2016
US-Kampfpanzer bei einer Übung in Lettland. Die USA planen eine Panzerbrigade nach Osteuropa zu verlegen. Foto: Valda Kalnina
Anzeige
Washington/Moskau

Die US-Pläne zur Verlegung einer Panzerbrigade nach Osteuropa stoßen in Russland auf heftige Kritik. Moskau werde darauf eine "völlig asymmetrische Antwort" geben, sagte der russische Botschafter bei der Nato, Alexander Gruschko.

Das Militärbündnis selbst begrüßte das US-Vorhaben. Das Europa-Kommando der US-Streitkräfte Eucom hatte am Mittwoch angekündigt, ab 2017 eine zusätzliche Panzerbrigade mit etwa 4200 Mann in die östlichen Nato-Staaten zu verlegen. Diese fühlen sich seit dem russischen Eingreifen in der Ukraine bedroht. Mit der Stationierung reagiere man auf die Sorgen europäischer Verbündeter, teilte das Verteidigungsministerium in Washington mit.

Die US-Regierung konkretisierte mit der Ankündigung länger bekannte Pläne. Präsident Barack Obama hatte im Januar höhere Verteidigungsausgaben für Europa angekündigt. Europäische Verbündete fordern seit längerem mehr Truppenpräsenz der USA.

Die Brigade umfasst 4200 Soldaten, 250 Panzer, außerdem Haubitzen, Kampffahrzeuge und weitere 1700 Fahrzeuge. Sie soll rotierend zu Übungszwecken in verschiedenen Ländern eingesetzt werden. Das Pentagon machte über die exakten Orte keine Angaben. Infrage kommen als direkte Nachbarn Russlands die baltischen Staaten und Polen, dazu Rumänien und Bulgarien. Nach dem für Ende 2017 geplanten Abschluss der Aufstockung hätten die USA dann drei Brigaden in Europa.

Eine zusätzliche Nato-Präsenz an der russischen Westgrenze sei "durch nichts gerechtfertigt", sagte Gruschko dem TV-Sender Rossija-24. Die Nato sollte sich mehr um die Terrorgefahr aus dem Süden kümmern, forderte er. Mit der Unterstützung für die Ukraine spiele das westliche Bündnis dort schon jetzt eine "äußerst negative Rolle". Ein Nato-Beitritt, wie ihn Georgien und die Ukraine erwägen, würde einen "Sprengsatz unter den Grundfesten der europäischen Sicherheit" bedeuten, erklärte er.

Gruschko nannte keine Details zur kommenden Moskauer Reaktion. "Sie wird so austariert, dass sie unserer Einschätzung der militärischen Bedrohung entspricht, maximal effektiv ist und keinen übermäßigen Mitteleinsatz erfordert", sagte er.

Dagegen begrüßten die baltischen Staaten und die Nato die Ankündigung. Die US-Militärpräsenz werde "sichtbarer und effektiver", sagte Litauens Verteidigungsminister Juozas Olekas. Der estnische Ministerpräsident Taavi Roivas forderte, in seinem Land sollte mindestens ein Nato-Bataillon ständig stationiert werden.

Eine Nato-Sprecherin sagte in Brüssel: "Das ist ein klares Zeichen, dass sich die Vereinigten Staaten nachhaltig für die europäische Sicherheit einsetzen." Die zusätzliche Panzerbrigade werde das Verteidigungs- und Abschreckungspotenzial der Nato deutlich erhöhen. Unions-Verteidigungsexperte Henning Otte sprach in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag) von einer richtigen Reaktion "auf die neue russische Außenpolitik".

Neben der Kritik kamen am Donnerstag aber auch versöhnlichere Signale aus Moskau. Russland hoffe in den kommenden zwei Monaten auf eine Sitzung des Nato-Russland-Rates, sagte ein Diplomat der Agentur Interfax. Die Treffen waren 2014 wegen der Ukrainekrise vom Westen ausgesetzt worden.

dpa

Drei Stunden nach dem Fund einer verdächtigen Plastiktüte im Inlandsterminal des Göteborger Flughafens hat die Polizei Entwarnung gegeben. "An dem Gegenstand war nichts Ungewöhnliches", sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Swedavia.

31.03.2016

Die meisten der in Griechenland festsitzenden Migranten und Flüchtlinge (68 Prozent) wollen nach Deutschland. 72 Prozent seien jünger als 35, ergab eine Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Kapa Research für den Verband der griechischen Regionalverwaltungen durchgeführt hat.

31.03.2016

Vojislav Seselj galt als schlimmster Kriegstreiber auf dem Balkan in den 1990er Jahren. Seine Pläne für ein Groß-Serbien aber seien politisch zu beurteilen und nicht kriminell, heißt es aus dem UN-Kriegsverbrechertribunal. Der Freispruch für Seselj ist umstritten.

31.03.2016
Anzeige