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USA wollen zugespitzten Nahost-Konflikt entschärfen

Konflikte USA wollen zugespitzten Nahost-Konflikt entschärfen

20 Jahre ist das jüngste Todesopfer alt. Doch das Blut am Grenzzaun zum Gazastreifen scheint Israelis und Palästinenser nicht von neuen Zusammenstößen abzuhalten. Washington will den Brand löschen, doch bislang endeten Vermittlungsversuche immer wieder in der Sackgasse.

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Ein palästinensischer Jugendlicher während einer Auseinandersetzung mit der israelischen Armee. 

Quelle: Mohammed Saber

Washington. Im zugespitzten Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern bemühen sich die USA um eine Entschärfung der Krise. US-Präsident Barack Obama zeigte sich äußerst besorgt über die jüngste Gewalt in der Region.

Sein Außenminister John Kerry will mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach einem Weg aus dem Konflikt suchen. "Diese Art von willkürlicher Gewalt wird zu nichts führen als zu mehr Elend und Unsicherheit", sagte Obama im Weißen Haus.

Kerry will Netanjahu kommende Woche zu einem Krisengespräch in Deutschland treffen, wie Netanjahus Sprecher Ofir Gendelman auf Twitter mitteilte. Auch Mark Toner, Sprecher im State Department, bestätigten ein solches Treffen. Regierungssprecher Steffen Seibert hatte zuvor am Freitag mitgeteilt, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Netanjahu am Mittwochabend empfangen werde.

Zuletzt hatte es erhebliche Spannungen zwischen Washington und Jerusalem über das Vorgehen der Israelis gegen Palästinenser gegeben. Das US-Außenministerium hatte von "exzessiver Gewaltanwendung" gesprochen und beiden Seiten Terrorakte vorgeworfen. Das Verhältnis von Obama und Netanjahu gilt seit langer Zeit als belastet.

Obama stellte aber erneut klar, dass Israel ein Recht habe, seine Bürger vor Messer-Attacken und Gewalt auf den Straßen zu schützen. "Alle müssen sich darauf konzentrieren, sicherzustellen, dass keine unschuldigen Menschen getötet werden", sagte er nach einem Treffen mit Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye. Sowohl Netanjahu als auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und andere Menschen in einflussreichen Positionen müssten versuchen, Gewalt anheizende Rhetorik zu vermeiden.

Die Gewaltwelle setzte sich unterdessen fort. Bei Zusammenstößen mit dem israelischen Militär wurde ein 20-jähriger Palästinenser am Grenzzaun zum Gazastreifen getötet. Ein Zwölfjähriger sei verwundet worden, bestätigte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza. Israelische Soldaten hätten das Feuer auf palästinensische Demonstranten eröffnet, nachdem diese den Grenzzaun mit Steinen angegriffen hätten, berichteten Augenzeugen.

Der Streit um den Tempelberg gilt als einer der Auslöser für eine Serie palästinensischer Schuss- und Messerattacken, bei denen seit Monatsbeginn sieben Israelis getötet und Dutzende verletzt worden sind. Mehr als 30 Palästinenser wurden getötet, knapp die Hälfte davon Attentäter, die im Zuge ihrer Anschläge erschossen wurden. Die anderen starben bei Unruhen im Westjordanland oder bei Zusammenstößen mit dem israelischen Militär am Grenzzaun zum Gazastreifen. Rund 1500 Palästinenser erlitten nach Angaben des Roten Halbmonds bei Konfrontationen Verletzungen.

Der Führer der radikal-islamischen Hamas-Bewegung im Gazastreifen, Ismail Hanija, hatte vor genau einer Woche zu einer "dritten Intifada" (Aufstand) aufgerufen. Am Freitag erklärte Hanija, diese "Intifada" müsse nun "ausgeweitet" werden.

dpa

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