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Über 30 Tote bei Kämpfen zwischen Armenien und Aserbaidschan

Konflikte Über 30 Tote bei Kämpfen zwischen Armenien und Aserbaidschan

Der blutige Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan flammt wieder auf. Die beiden Ex-Sowjetrepubliken streiten seit Jahrzehnten um das Gebiet Berg-Karabach im Südkaukasus. Lässt sich eine weitere Eskalation vermeiden?

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Ausgetrocknete Bett des Flusses Terter: Hier verläuft die Grenze zwischen Aserbaidschan und der abtrünnigen Region Berg-Karabach.

Quelle: Andreas Stein/Archiv

Eriwan/Baku (dpa) - Bei einer der heftigsten militärischen Eskalationen seit Jahren zwischen den Südkaukasusrepubliken Armenien und Aserbaidschan sind mindestens 30 Soldaten getötet worden. Die Gefechte um die Unruheregion Berg-Karabach waren in der Nacht ausgebrochen.

"Das sind die schwersten Kämpfe seit dem Beginn der Waffenruhe 1994", sagte der armenische Präsident Sersch Sargsjan in der Hauptstadt Eriwan. Armenien berichtete von 18 Toten, das aserbaidschanische Militär meldete 12 Tote in den eigenen Reihen. Beide Seiten schätzten die Verluste des Gegners weitaus höher ein. Die Ex-Sowjetrepubliken machen sich gegenseitig verantwortlich.

Das überwiegend von christlichen Armeniern bewohnte Gebiet Berg-Karabach gehört völkerrechtlich zum muslimisch geprägten Aserbaidschan, hat sich aber Anfang der 1990er Jahre in einem Krieg mit fast 30 000 Toten von Baku losgesagt. Eine seit 1994 geltende Waffenruhe ist extrem brüchig. Die Führung in Baku hat mehrfach gedroht, das abtrünnige Gebiet zurückzuerobern.

Der autoritäre aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev sprach sich in Baku für eine friedliche Lösung des Konflikts aus, warf Armenien aber vor, Berg-Karabach völkerrechtswidrig zu besetzen. Ein Sprecher des Außenministeriums teilte mit, das armenische Militär habe mit schweren Waffen Siedlungen beschossen. Auch Zivilisten seien zu Schaden gekommen. Die Armee habe einige strategisch wichtige Punkte besetzt, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Das armenische Verteidigungsministerium sprach indes von einer Offensive Aserbaidschans mit Panzern, Artillerie und Luftwaffe. Die Streitkräfte hätten einen aserbaidschanischen Kampfhubschrauber vom Typ Mi-24 abgeschossen und mehrere Panzer und Drohnen zerstört. Die Behörden in Berg-Karabach berichteten von zwei getöteten Kindern.

Die sogenannte Minsk-Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die in dem Konflikt vermittelt, verurteilte die Eskalation. Für Dienstag sei ein Treffen geplant, teilte US-Botschafter James Warlick von der Minsk-Gruppe mit. Zu dem OSZE-Gremium gehören unter anderem Russland, die USA, Deutschland, Frankreich und die Türkei.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier rief beide Seiten auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "In diesem Konflikt kann es keine militärische Lösung geben", teilte der Minister mit. Deutschland hat in diesem Jahr den OSZE-Vorsitz inne.

Der russische Präsident Wladimir Putin mahnte Armenien und Aserbaidschan zur Zurückhaltung. Russland sieht sich als Schutzmacht Armeniens und hat Tausende Soldaten in dem Land mit rund drei Millionen Einwohnern stationiert. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu sowie Chefdiplomat Sergej Lawrow führten mit ihren Amtskollegen in den Hauptstätten Eriwan und Baku Krisentelefonate.

dpa

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