Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Sprühregen

Navigation:
Umfrage: Mehrheit der Griechen für den Euro

Griechenland-Poker geht weiter Umfrage: Mehrheit der Griechen für den Euro

Fast 70 Prozent der Griechen will im Euroland bleiben, auch wenn dies mit harten Sparmaßnahmen verbunden sein würde. Das ergibt eine Umfrage des Instituts GPO, die am späten Montagabend veröffentlicht wurde. Doch die Politik geht bereits in eine andere Richtung, die Euroländer bereiten sich auf das Schlimmste vor.

Voriger Artikel
Jeb Bush will ins Weiße Haus
Nächster Artikel
SPD lehnt Schäubles abgeschwächte Erbschaftsteuerpläne ab

Griechen bitten um Beistand von ganz oben.

Quelle: dpa

Athen. Die große Mehrheit der Griechen will im Euroland bleiben. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GPO, das am späten Montagabend vom Athener Fernsehsender Mega veröffentlicht wurde. 69,7 Prozent der Befragten sprachen sich demnach für den Verbleib in der Eurozone aus, auch wenn dies mit harten Sparmaßnahmen verbunden sein würde.

67,8 Prozent der Befragten glaubt, dass trotz der Streitigkeiten mit den Gläubigern Athen am Ende nachgeben und die Sparmaßnahmen der Geldgeber akzeptieren werde. Fände an diesem Sonntag eine Parlamentswahl statt, würde Tsipras' Linkspartei Syriza sie mit 35,1 Prozent gewinnen. Die Konservativen bekämen 23 Prozent. Drittstärkste Kraft wäre die pro-europäische Partei der politischen Mitte To Potami mit sechs Prozent.

Griechenland

70 Prozent der Griechen ist dafür: Sollte Griechenland in der Eurozone verbleiben?

Letzter Einigungsversuch am Donnerstag

Die Euro-Länder bereiten sich jedoch auf ein Scheitern aller Verhandlungen zur Rettung des hoch verschuldeten Landes vor. Zugleich bekräftigten die Verhandlungspartner ihren Willen, nach einer Lösung zu suchen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" verständigten sich die Euro-Partner auf einen Notfallplan. Wie das Blatt berichtet, soll ein Sondertreffen der Staats- und Regierungschefs in Brüssel einberufen werden, wenn den Euro-Finanzministern am Donnerstag keine Einigung gelingt.

Der Notfallplan der Euroländer sieht vor, am Wochenende die Kontrolle des griechisch-europäischen Zahlungsverkehrs vorzubereiten, um einen Bankensturm zu verhindern. Solche Szenarien werden in Brüssel bereits seit längerem diskutiert. Die akute Finanznot Griechenlands dürfte heute auch Thema beim Treffen des luxemburgischen Regierungschefs Xavier Bettel mit Kanzlerin Angela Merkel in Berlin sein.

EU-Gipfelchef Donald Tusk hatte in der vergangenen Woche gefordert, dass es beim nächsten Eurogruppentreffen am Donnerstag Entscheidungen geben müsse. Die Zeit drängt. Schon am 30. Juni muss Griechenland rund 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. Viele Experten trauen dem Krisenland nicht mehr zu, diesen hohen Betrag aus eigener Kraft zu stemmen.

Mit einer Eurogruppen-Entscheidung für frisches Geld aus dem laufenden Hilfsprogramm allein ist es nicht getan. Denn vor Auszahlungen müssen noch nationale Parlamente - auch der Deutsche Bundestag - gefragt werden. Das nimmt laut Diplomaten ein bis zwei Wochen in Anspruch. Die griechische Regierung setzt angeblich darauf, einen Kompromiss erst beim EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag nächster Woche (25./26. Juni) zu erreichen. EU-Diplomaten in Brüssel sagen, das sei zu spät, denn das Hilfsprogramm läuft bereits Ende des Monats aus.

Schuldenstreit drückt auf Aktienmarkt

Der gescheiterte Vermittlungsversuch von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker am Wochenende hat den Dax am Montag weiter nach unten gedrückt.

Der deutsche Leitindex fiel um 1,89 Prozent auf 10 984,97 Punkte. Seit dem Höhepunkt einer zwischenzeitlichen Kurserholung am vergangenen Donnerstag beläuft sich das Minus damit auf rund 4 Prozent. Der Index der mittelgroßen Werte MDax büßte zu Wochenbeginn 1,91 Prozent auf 19 627,76 Punkte ein und der TecDax verlor 2,03 Prozent auf 1622,64 Punkte.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,71 Prozent am Freitag auf 0,66 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,32 Prozent auf 138,10 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,37 Prozent auf 151,35 Punkte. Der Kurs des Euro legte zu und stand zuletzt bei 1,1284 US-Dollar: Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1218 (Freitag: 1,1220) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8914 (0,8913) Euro. dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik
29d5ac3e-bdf7-11e6-93cf-1fd3784f57b6
Hildegard Hamm-Brücher ist tot

Hildegard Hamm-Brüchers prägte die Bundespolitik über viele Jahrzehnte. Die ehemalige FDP-Frau starb am Freitag im Alter von 95 Jahren.

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?