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Vielfältiger Blockupy-Protest in Berliner Innenstadt

Vielfältiger Blockupy-Protest in Berliner Innenstadt

Mit einem großen Aufgebot hat sich die Berliner Polizei auf ein Aktionswochenende der kapitalismuskritischen Blockupy-Bewegung eingestellt. Ein kleinerer Teil der Protestierer ist gewaltbereit, die meisten sind eher friedlich.

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Beginn des Blockupy-Aktionswochenendes

Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert

Berlin. Mit diversen Protestaktionen haben Demonstranten des linken Blockupy-Bündnisses an verschiedenen Orten der Berliner Innenstadt für Aufsehen gesorgt. Im Hauptbahnhof hängten Kletterer am Freitagvormittag ein großes Transparent an eine der gläsernen Außenwände. Die Aufschrift lautete: "Gemeinsam kämpfen gegen Rassismus und Ausbeutung". Bundespolizisten entfernten das Transparent wieder.

Im Einkaufszentrum Mall of Berlin an der Leipziger Straße brachten Demonstranten ein Plakat an mit der Aufschrift "Organisieren Blockieren Streiken - Das Leben ist zu kurz für Kapitalismus". Auch dieses Transparent wurde von Wachleuten des Einkaufszentrums schnell entfernt. Die Demonstranten, die vom Potsdamer Platz durch die angrenzenden Straßen zogen, riefen "Mall of Shame" und es waren kapitalismuskritische Sprechchöre zu hören.

Die Aktionstage des Blockupy-Bündnisses sollen noch das ganze Wochenende dauern. Nach der versuchten Blockade des Bundesarbeitsministeriums am Freitagvormittag und mehreren Demonstrationen und Sitzblockaden sollte am Nachmittag eine sogenannte zweite Welle mit dezentralen Aktionen in ganz Berlin folgen. Angekündigt ist etwa eine Demonstration mit Booten in der Rummelsburger Bucht.

Für Samstag ist eine große Demonstration von vielen Parteien und Initiativen gegen Rassismus und die AfD geplant.

Polizei nimmt Randalierer fest

Einige Randalierer sind von der Polizei festgenommen worden. Im Bereich der Ministergärten nahe dem Potsdamer Platz hätten Demonstranten Steine auf Beamte geworfen, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Andere zündeten den Angaben zufolge Böller und Leuchtfeuer.

Es kam auch zu Rangeleien, als eine große Gruppe eine Polizeikette durchbrach. Die Sicherheitskräfte setzten Pfefferspray ein, woraufhin Demonstranten an den Augen behandelt wurden. Eine Polizeisprecherin resümierte aber: "Es ist mehr friedlich als unfriedlich."

Aus den ursprünglich zwei angemeldeten Demonstrationen am Gendarmenmarkt und Potsdamer Platz bildeten sich im Lauf des Morgens viele kleine Gruppen, die sich im Zentrum der Hauptstadt verteilten. Manche setzten sich spontan zu Sitzblockaden auf die Straße, andere suchten die direkte Auseinandersetzung mit den Polizisten.

Das Spektrum der Protestierer reichte von Mitgliedern der Gewerkschaft Verdi bis zu Linksautonomen mit schwarzen Kapuzenjacken und Sonnenbrillen. Ein Polizeisprecher sagte, die Teilnehmer seien mit unterschiedlichen Motivationen angetreten. "Manche stehen ruhig hinter den Absperrungen, manche rennen durch die Stadt, manche tanzen."

Die Polizei beobachtete die Lage auch von einem Hubschrauber aus, der Liveaufnahmen in die Einsatzzentrale übertrug. 1200 Polizisten waren im Einsatz. Unterstützung kam aus Hessen, NRW, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und von der Bundespolizei. Im Regierungsviertel gab es weiträumige Straßensperren.

Zu den Aktionstagen des Blockupy-Bündnisses, die von Freitag bis Sonntag dauern sollen, reisten Teilnehmer mit Bussen aus Hamburg und anderen Städten an. Das Blockupy-Bündnis konnte am Freitagmorgen zunächst nicht so viele Menschen mobilisieren wie geplant. Am Potsdamer Platz versammelten sich zunächst 20, später dann gut 100 statt der angemeldeten 1000 Teilnehmer.

Die geplante Blockade des Bundesarbeitsministeriums in der Wilhelmstraße fiel zunächst aus. Die Polizei hatte das Ministerium weiträumig abgesperrt; schon am Vorabend standen die Absperrgitter bereit. Am Morgen konnten die Beschäftigten nur nach Kontrollen ihr Dienstgebäude betreten.

Die Polizei rechnete für den ganzen Tag mit erheblichen Verkehrsbehinderungen und empfahl Autofahrern, die Innenstadt, vor allem die Wilhelmstraße, zu meiden. Im März 2015 war es bei Blockupy-Protesten anlässlich der Eröffnung der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main zu Ausschreitungen durch linksradikale Autonome gekommen.

Von Andreas Rabenstein

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