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Vitali Klitschko wohl im Bürgermeisteramt von Kiew bestätigt

Wahlen Vitali Klitschko wohl im Bürgermeisteramt von Kiew bestätigt

Die prowestliche Führung in Kiew sieht Kommunalwahlen als wichtigen Meilenstein auf ihrem Reformweg. Die moskautreuen Separatisten in der Ostukraine boykottieren die Abstimmung aber. Kommt die frühere Sowjetrepublik trotzdem allmählich aus der Dauerkrise?

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Amtsinhaber Vitali Klitschko bei der Stimmabgabe zur Bürgermeisterwahl in Kiew.

Quelle: Roman Pilipey

Kiew. Der frühere Boxweltmeister Vitali Klitschko (44) hat die Bürgermeisterwahl der ukrainischen Hauptstadt Kiew Prognosen zufolge klar gewonnen.

Auf den Amtsinhaber entfielen zwischen 65 und 72 Prozent, berichteten Medien in der Ex-Sowjetrepublik am Abend unter Berufung auf mehrere Nachwahlbefragungen. Klitschko wäre damit für fünf Jahre auf den einflussreichen Posten gewählt.

Der Chef der Regierungspartei Solidarnist (Solidarität) war 2014 über eine vorgezogene Wahl für zunächst anderthalb Jahre ins Amt gelangt. Auf Klitschkos Gegner, den nationalistischen Abgeordneten Borislaw Berjosa, entfielen in der Stichwahl demnach zwischen 28 und 35 Prozent.

Außer in Kiew wurden in 28 weiteren Großstädten neue Bürgermeister gewählt. In der westukrainischen Metropole Lwiw (Lemberg) setzte sich ersten Prognosen zufolge Amtsinhaber Andrej Sadowy mit rund 61 Prozent gegen Herausforderer Ruslan Koschulinski von der ultranationalistischen Partei Swoboda (Freiheit) durch.

In der strategisch wichtigen Industriestadt Dnipropetrowsk sahen zwei von drei Nachwahlbefragungen Boris Filatow, einen Vertrauten des Milliardärs Igor Kolomoiski, zunächst mit 55 und 62 Prozent vorne.

Aussagekräftige Ergebnisse werden für diesen Montag erwartet. Die Wahl galt auch als wichtiger Stimmungsmesser für die prowestliche Regierung des Landes. Die Ukraine wird vom Kampf gegen prorussische Separatisten im Osten und einer Finanzkrise erschüttert. Die abtrünnigen Gebiete im Donbass nahmen am Urnengang nicht teil.

Wahlleiter Michail Ochendowski hatte am Nachmittag erklärt, er rechnete landesweit mit einer Beteiligung von nur etwa 30 Prozent der Berechtigten. Präsident Petro Poroschenko warb bei seiner Stimmabgabe in Kiew für eine Teilnahme an der Wahl.

Für Aufregung sorgte eine Aktivistin der Organisation Femen, die mit blankem Oberkörper gegen Prostitution protestierte. Sie wurde nach kurzer Zeit weggeführt. Klitschko zeigte sich gelassen. "Warum nicht, wenn sie sich präsentieren will", sagte der amtierende Bürgermeister. Klitschko hatte im ersten Wahlgang vor drei Wochen etwa 41 Prozent der Stimmen erhalten, sein Kontrahent Berjosa rund 9 Prozent.

Die Führung der Europäischen Union verknüpft ein Ende der Sanktionen gegen Russland weiter mit einer vollständigen Umsetzung des Minsker Friedensplans für die Ostukraine. Das erklärten EU-Ratspräsident Donald Tusk und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker am Rande des G20-Gipfeltreffens in Belek nahe Antalya in der Türkei.

dpa

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