Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Wachleute bestreiten willkürliche Attacken auf Asylbewerber

Prozesse Wachleute bestreiten willkürliche Attacken auf Asylbewerber

In einer Essener Asylbewerber-Unterkunft sollen mehrere Bewohner von Wachleuten misshandelt worden sein. Zu Beginn des Prozesses vor dem Amtsgericht haben fünf Angeklagte die Vorwürfe im Wesentlichen bestritten. Willkürliche Gewalt habe es nie gegeben.

Voriger Artikel
De Maizière: 800 000 Asylbewerber sind auf Dauer zu viel
Nächster Artikel
Mazedonien erklärt wegen Flüchtlingen Notstand an Grenzen

Die modellhafte Nachbildung der Justitia steht in einem Raum eines Richters neben einem Holzhammer und einem Aktenstapel.

Quelle: Volker Hartmann/Illustration

Essen. Die Vorwürfe wiegen schwer: Fünf Ex-Wachleute sollen vor einem Jahr in einer Essener Asylbewerber-Unterkunft mehrere Bewohner grundlos geschlagen, getreten und misshandelt haben.

Als ihnen der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung am Donnerstag zu Prozessbeginn vor dem Essener Amtsgericht vorgehalten wird, platzt es aus einem der Angeklagten heraus: "Das ist hundertprozentig absurd", ruft der 35-Jährige.

Die Staatsanwaltschaft hat drei mutmaßliche Übergriffe zur Anklage gebracht. Bewohner, die außerhalb der Öffnungszeiten der Kantine nach Essen oder Kaffee fragten, sollen von den Angeklagten zu Boden geschlagen und anschließend getreten worden sein. Auch in einem Zimmer der Unterkunft am Rande der Essener Innenstadt kam es angeblich zu gewaltsamen Attacken auf drei Bewohner gleichzeitig.

Die Angeklagten weisen diese Anschuldigungen jedoch zurück. Willkürliche Gewalt hätten sie zu keiner Zeit angewendet, hieß es in ihren Erklärungen. Und wenn es tatsächlich einmal zu tätlichen Auseinandersetzungen mit Bewohnern gekommen sei, dann, um sich zu wehren.

"Wir wurden ständig beleidigt und einmal sogar mit Steinen beworfen", sagte ein 22 Jahre alter Ex-Wachmann. Die Bewohner seien äußerst aggressiv gewesen. Sein 35-jähriger damaliger Kollege wies darauf hin, dass er selbst in Tschetschenien geboren wurde, einen belgischen Pass besitze und schließlich als Fremder nach Deutschland gekommen sei. "Es liegt meinem Mandanten völlig fern, ohne Grund gewaltsam gegen Ausländer vorzugehen", erklärte sein Verteidiger.

Das Gericht wird an den kommenden Verhandlungstagen mehrere Zeugen vernehmen. Einer der früheren Bewohner zeigte am Donnerstag mit dem Finger auf die Angeklagten und sagte: "Die Männer da haben uns geschlagen." Zwei der Angeklagten arbeiten bis heute im Sicherheitsgewerbe. In Asylbewerber-Unterkünften würden sie aber nicht mehr eingesetzt, erklärten sie.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Politik
../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-161210-99-493224_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Zwei Siege bis zum EM-Halbfinale: DHB-Ladies glänzen

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?