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Waffenhändler verhaftet - Verkauf an Attentäter von Paris?

Terrorismus Waffenhändler verhaftet - Verkauf an Attentäter von Paris?

Die Terroristen von Paris haben Waffen verwendet, die von einem Händler aus Deutschland stammen sollen. Welche Verbindung hatte der Mann nach Frankreich? In Berlin nimmt die Polizei drei Terrorverdächtige fest. Für Haftbefehle reicht der Verdacht nicht.

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Einschusslöcher in einem Pariser Café: Terroristen hatten an mehreren Orten in der französischen Hauptstadt 130 Menschen getötet, unter anderem mit Sturmgewehren des Typs Kalaschnikow.

Quelle: Uwe Anspach/dpa

Stuttgart/Berlin. Zwei Wochen nach den Terroranschlägen von Paris verfolgen die Sicherheitsbehörden bei den Ermittlungen eine Spur nach Baden-Württemberg.

"Ein 24 Jahre alter Mann steht im Verdacht, vier Sturmgewehre an eine Pariser Lieferadresse geschickt zu haben", sagte ein Sprecher der Stuttgarter Staatsanwaltschaft. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. Mögliche Bezüge zu den Anschlägen vor zwei Wochen würden geprüft. Über eine mögliche Lieferung von Kalaschnikow-Sturmgewehren hatte zuerst die "Bild"-Zeitung berichtet.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Donnerstag Ermittlungen im Fall eines 24 Jahre alten Deutschen aus Magstadt (Kreis Böblingen) wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz eingeleitet. Das Landeskriminalamt wurde mit weiteren Untersuchungen beauftragt. Die Akten seien dem Generalbundesanwalt in Karlsruhe vorgelegt worden, der aber Ermittlungen noch nicht an sich ziehen wollte, hieß es.

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, in mehreren Fällen Schreckschusswaffen ungenehmigt zu illegalen Schusswaffen umgebaut und diese über eine illegale Plattform im Darknet verkauft zu haben. Im Darknet (englisch für "Dunkles Netz") können sich Nutzer anonym bewegen.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des Mannes am vergangenen Montag seien 16 Schusswaffen gefunden worden. Doch erst seit der Auswertung von Emails gibt es Anhaltspunkte dafür, dass der Verdächtige Anfang November 2015 vier Kalaschnikows an einen Abnehmer in Paris verkauft haben könnte.

Islamistische Terroristen hatten am 13. November an mehreren Orten in der französischen Hauptstadt 130 Menschen getötet, unter anderem mit Sturmgewehren des Typs Kalaschnikow. "Die Identität des Käufers steht noch nicht fest", sagte der Stuttgarter Behördensprecher.

In Berlin wurden inzwischen drei Terrorverdächtige wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Männer im Alter von 25, 28 und 46 Jahren aber weiter wegen möglicher Planung eines Terroranschlags, wie Behördensprecher Martin Steltner sagte. Es gehe um den Verdacht der Vorbereitung einer schweren, staatsgefährdenden Gewalttat. Jedoch gebe es lediglich einen einfachen und keinen dringenden Tatverdacht. Deshalb seien auch keine Haftbefehle beantragt worden.

Am Donnerstag hatte ein Spezialeinsatzkommando zunächst einen Syrer und einen Tunesier im Neuköllner Ortsteil Britz festgenommen. Die Polizei suchte dann in einer Moschee in Charlottenburg und einem Auto in Neukölln nach Sprengstoff, gefunden wurde aber "nichts Gefährliches". Ein 25 Jahre alter Tunesier wurde laut Staatsanwaltschaft in der Nacht zum Freitag in einer Flüchtlingsunterkunft in Spandau festgenommen.

Es habe Hinweise auf Anschlagsplanungen gegen, die sich aber nicht auf die Hauptstadt bezogen, sagte Steltner. Die Informationen hatten sich laut Polizei am Donnerstag verdichtet. "Wir mussten dringend handeln", betonte Steltner. Die Polizei vermutete, dass Teile eines Sprengsatzes und Waffenteile von München über Berlin nach Dortmund gebracht werden sollten und möglicherweise für einen Anschlag bestimmt waren.

Die 28 und 46 Jahre alten Männer werden nach Ermittlerangaben dem Einflussbereich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zugeordnet. 16 Häuser mit rund 120 Bewohnern waren in Britz wegen der vermuteten Sprengstoffgefahr zeitweise evakuiert worden.

dpa

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