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Nachrichten Politik Wahlkampf bis zur letzten Minute
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21:37 23.09.2017
Der Wahlkampf ging am Samstag in seine finale Phase. Quelle: Juergen Blume
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Berlin

Ungeachtet der erwarteten Verluste für die Regierungsparteien Union und SPD gilt bei der Bundestagswahl am Sonntag eine Bestätigung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) als sicher. Ungewiss bleibt aber, wie stark sie aus der Wahl hervorgeht und welche Koalition sie künftig anführt. Mit Sorge wird vor allem auf das Abschneiden der AfD geblickt, die als drittstärkste Kraft und zweistellig in den Bundestag einziehen könnte.

Nach seinem Auftritt in Aachen beendete Martin Schulz den Wahlkampf der SPD auf dem Berliner Gendarmenmarkt. Quelle: imago/Seeliger

Merkel, ihr SPD-Herausforderer Martin Schulz und andere Spitzenkandidaten kämpften am Samstag bis zuletzt um die Stimmen unentschlossener Wähler. Schulz warb in Aachen noch einmal für einen Regierungswechsel unter seiner Führung. „Wir kämpfen bis zur letzten Minute“, sagte der 61-Jährige. Es gelte, eine „Regierung der sozialen Kälte“ und einen Erfolg der AfD zu verhindern. „Es droht zum ersten Mal seit 1945, dass im Bundestag wieder die Totengräber der Demokratie das Wort ergreifen“, warnte er.

Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte am Samstag das Erntefest in Lauterbach auf der Insel Rügen. Quelle: dpa

Merkel besuchte zum Abschluss des Wahlkampfs ihren Wahlkreis auf Rügen in Mecklenburg-Vorpommern, wo sie vor vier Jahren 56,2 Prozent der Erststimmen erhalten hatte. Aufmerksam wird registriert werden, wie viele Stimmen sie dort am Sonntag an die AfD abgeben muss. Zuvor rief sie die CDU noch einmal zum Kampf um die Stimmen unentschiedener Wähler auf. „Viele entscheiden sich erst in den letzten Stunden“, sagte sie bei einem Treffen mit jungen CDU-Wahlkampfhelfern in Berlin. Deshalb gelte nun die Parole: „Ran an den Speck!“

de Maizière warnt vor dem „Wolf im Schafspelz“

Wie stark der erwartete Einzug der AfD in den Bundestag das politische Klima in Deutschland verändern wird, beschäftigt unterdessen Politiker und Experten. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bezeichnete die AfD als „Wolf im Schafspelz“. Der Verfassungsschutz verfolge, „ob sich Rechtsextremisten dieser Partei bemächtigen und ob sie Einfluss auf die Partei haben“, sagte er t-online.de.

Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, äußerte sich besorgt über die hitzige Stimmung vor allem in Ostdeutschland. „Diese Wut und der Hass, der dieser Tage auf der Straße zu beobachten ist, beunruhigt mich schon sehr“, sagte er der „Berliner Zeitung“. Mit Blick auf das Erstarken der AfD sagte Krüger: „Wir können nur hoffen, dass wir am Wahltag nicht unser blaues Wunder erleben.“

Befürchtungen gibt es auch beim Zentralrat der Juden in Deutschland. Dessen Präsident Josef Schuster hält es für möglich, dass sich die AfD in Zukunft auch gegen Menschen jüdischen Glaubens wenden könnte. „Es ist eine Partei, die gegen Minderheiten Stimmung macht“, sagte er dem Berliner „Tagesspiegel“. Im Moment richte sich das vorwiegend gegen Muslime. Aber es könnte auch andere Minderheiten treffen. „Dazu zähle ich auch Juden“, sagte Schuster.

Von RND/dpa

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