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Was trieb Stephen Paddock zum Massenmord?

Las Vegas Was trieb Stephen Paddock zum Massenmord?

Ermittler befragen Angehörige und Nachbarn nach Stephen Paddock und rätseln über den Vater, der mindestens 59 Menschen tötete: Die psychologische Autopsie hat begonnen.

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Glücksspieler, Kreuzfahrer, Rentner – und Massenmörder: Stephen Paddock (rechts) mit seinem Bruder Eric.

Quelle: Foto: AP

Las Vegas. Warum um Gottes willen gefiel es dem 64 Jahre alten Stephen Paddock, reihenweise wehrlose Menschen niederzuschießen? War er psychisch gestört? Politisch oder religiös radikalisiert?

Die Ermittler erlebten gleich zu Beginn ein Verwirrspiel. Nein, sagte Eric Paddock, der Bruder des Massenmörders Stephen Paddock, mit Waffen habe Stephen „nie viel zu tun gehabt“.

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Es passierte während eines Konzerts des Countrysängers Jason Aldean am weltberühmten Strip in Las Vegas (Nevada): Plötzlich peitschten Salven aus einem Sturmgewehr durch die Nacht. Die Menschen rannten um ihr Leben.

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Ach nein? Wieso hat Stephen Paddock dann, wie man inzwischen weiß, in zehn Koffern 20 Schusswaffen aller Art in die Suite 32135 im Fünfsternehotel Mandalay Bay geschleppt? Der Mann muss völlig versessen gewesen sein auf Waffen.

Einer der Waffenhändler, bei denen Stephen Paddock sich eindeckte, hat sich schon bei den Behörden gemeldet. Paddock habe bei ihm eine Pistole und zwei Gewehre erworben, berichtete der Händler, alles ganz legal. Die Sicherheitsüberprüfung habe keine Vorstrafen angezeigt. Tatsächlich fanden weder Behörden noch Nachbarn den 64-Jährigen jemals verdächtig. Die einzige jemals registrierte Auffälligkeit soll in einem kleineren Verkehrsdelikt gelegen haben.

Und so notierten die Ermittler am Dienstag eine erste verstörende Zwischenbilanz ihrer psychologischen Autopsie: Niemand, nicht einmal sein eigener Bruder, schien Stephen Paddock wirklich zu kennen.

Polizeikommando stürmte Zimmer – Paddock richtete sich selbst

In letzter Zeit müssen sich wahre Abgründe aufgetan haben im Denken dieses Mannes. Paddock handelte nach einem lange im Voraus zurechtgelegten Plan. Seine Suite im 32. Stock des Mandalay-Hotels mietete er mehrere Tage im Voraus. Seine Waffen, gestützt auf Stative, postierte er gleich an zwei Fenstern. So geht einer vor, der in kurzer Zeit so viele Menschen wie möglich töten will.

Was Paddock nicht ahnte: Seine Waffen entwickelten nach anhaltendem Dauerfeuer so viel Rauch, dass Feuermelder in seinem Zimmer ansprangen. Helfer eilten herbei – und wurden ebenfalls von Paddock beschossen. Als ein Spezialeinsatzkommando der Polizei die Tür zu seiner Suite sprengte, richtete Paddock eine seiner Waffen gegen sich selbst.

Was war das alles? Ein erweiterter Suizid, bei dem ein Mensch, dem nun sowieso alles egal war, einfach noch möglichst viele andere mit in den Tod riss?

Fachleute spekulieren: Vererbte psychische Erkrankung?

Bislang ist nicht mal klar, ob es Paddock gut ging oder schlecht vor dieser Tat. Angeblich war er Millionär, oft auf Kreuzfahrten unterwegs. Aber er war auch ein leidenschaftlicher Glücksspieler. Wenn er mal wieder viel gewonnen hatte, erzählte er es rum, auch seinem Bruder. Von Verlusten berichtete er nie.

Hatte sich Stephen Paddock verzockt? Ging es für ihn aus irgendeinem Grund nicht mehr weiter? Aber wenn ja, warum wollte er dann so viele andere Leute mit in den Tod nehmen? Woher kommt diese unfassbare, unmenschliche Aggression?

Stephen Paddock trat nie durch irgendeinen relevanten Straftatbestand in Erscheinung. Sein verstorbener Vater hingegen, Benjamin Hoskins Paddock, hatte eine Bank ausgeraubt, brach aus dem Gefängnis aus und gehörte zeitweilig zu den zehn meistgesuchten Verbrechern der USA. Die Ermittler sehen keine direkten Verbindung zwischen den Taten des Vaters und der des Sohnes. Allerdings spekulieren Fachleute jetzt über eine vielleicht vererbte psychische Erkrankung. Das damalige Fahndungsplakat wies den Bankräuber Benjamin Hoskins Paddock als „diagnostizierten Psychopathen“ mit „suizidalen Tendenzen“ aus.

Von Stefan Koch/RND

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