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Weitere Massengräber in Malaysia entdeckt

Migration Weitere Massengräber in Malaysia entdeckt

Skrupellose Schlepper haben in Südostasien womöglich Hunderte Flüchtlinge und Migranten ermordet oder sterben lassen. In Malaysia entdeckte die Polizei in Padang Besar an der Grenze zu Thailand 139 Gräber mit teilweise mehr als zwei oder drei verscharrten Leichen.

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Wagenkontrolle an der thailändisch-malaysischen Grenze. Im Grenzgebiet der beiden Läönde wurden diverse Gräber entdeckt. 

Quelle: Fazry Ismail

Kuala Lumpur. Bei den Opfern handelt sich offenbar um Angehörige der in ihrer Heimat Myanmar verfolgten muslimischen Minderheit der Rohingya oder Menschen aus Bangladesch.

"Wir wissen noch nicht, wie viele Leichen es sind", sagte Polizeichef Khalid Abu Bakar am Montag. Regierungschef Najib Razak zeigte sich schockiert. "Wir werden die Verantwortlichen finden", kündigte er auf Twitter an.

Damit bekommt das jüngste Flüchtlingsdrama in Südostasien mit Tausenden Notleidenden auf überfüllten Fischerbooten eine beispiellose Verbrechensdimension. Überlebende und Zurückgebliebene hatten berichtet, das sie oder ihre teils minderjährigen Kinder von Schleppern mit dem Versprechen auf Boote gelockt wurden, sie würden nach Malaysia eingeschleust und könnten dort gute Arbeit finden. Menschenhändler verfrachten viele Leute aber in Wirklichkeit in Camps und erpressen ihre bitterarmen Familien, für die Passage oder Freilassung Geld zu zahlen.

Die Entdeckung von mehr als zwei Dutzend verscharrten Leichen in Südthailand hatte das Flüchtlingsdrama auf hoher See Ende April verschärft. Die Polizei griff mit Razzien gegen Menschenhändler durch, die sich dann nicht mehr trauten, die Leute an Land zu bringen. Einige der Lager in Malaysia sollen mehr als fünf Jahre bestanden haben, sagte Innenminister Ahmad Zahid Hamidi.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) geht davon aus, dass noch mehrere Tausend Flüchtlinge auf hoher See driften, auch wenn die Marinen Malaysias und Indonesiens nach eigenen Angaben keine Flüchtlingsboote finden. "Das Gebiet ist riesig, dort sind 100 000 Fischerboote unterwegs", sagt IOM-Sprecher Joe Lowry. "Darunter das Dutzend mit Flüchtlingen zu finden, ist schwierig."

Rund 3000 Menschen sind seit Anfang Mai in Malaysia und Indonesien an Land gekommen. Lowry warnte vor einer weiteren menschlichen Katastrophe. "Die, die vergangene Woche Indonesien erreichten, waren in desolatem Zustand", sagte Lowry.

Mehr als 130 000 Rohingya leben seit blutigen Unruhen 2012 in Myanmar in Internierungslagern. Die Regierung verweigerten ihnen grundlegende Versorgung. Im Nachbarland Bangladesch fliehen viele aus einem Teufelskreis tiefer Armut. Bangladeschs Regierungschefin Scheich Hasina warf den Migranten am Wochenende vor, das Image des Landes zu beschmutzen. Bei einer internationaler Konferenz in Thailand mit 17 Teilnehmerländern soll am Freitag erörtert werden, wie den Menschenhändlern das Handwerk gelegt werden kann.

dpa

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