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Nachrichten Politik Weiteres Todesopfer nach Anschlag von Straßburg
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14:16 13.12.2018
Trauer in Straßburg: Die Zahl der Todesopfer des Terroranschlags ist von zwei auf drei gestiegen. Ein viertes Opfer sei hirntot, bestätigte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Paris. Quelle: CEGARRA/imago stock&people
Straßburg

Die Zahl der Todesopfer des Straßburger Terroranschlags ist von zwei auf drei gestiegen. Ein viertes Opfer sei hirntot, bestätigte die Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag in Paris.

Die Polizei in Frankreich und Deutschland macht unterdessen weiter Jagd auf den Attentäter. Der polizeibekannte Gefährder Chérif Chekatt war am Dienstagabend auf der Flucht vor der Polizei von Soldaten verletzt worden und schließlich spurlos verschwunden. „Der Terrorismus hat erneut unser Gebiet getroffen“, sagte der Pariser Antiterror-Staatsanwalt Rémy Heitz. Zeugen hätten den Angreifer „Allahu Akbar“ (Allah ist groß) rufen hören.

Der Täter entkam mit einem Taxi, ließ sich vom Taxifahrer etwa zehn Minuten chauffieren und stieg dann aus, berichtete Heitz. Mit einem Großaufgebot hatten Beamten in und um die elsässische Metropole und an der nahe gelegenen Grenze zu Deutschland versucht, den Angreifer zu stoppen - ohne Erfolg. Chérif Chekatt blieb auch am Mittwoch verschwunden.

Lesen Sie hier: Was wir über den Täter wissen – und was nicht

Chekatt hatte am Dienstagabend mitten in der Weihnachtssaison das Feuer in der Straßburger Innenstadt eröffnet. Zwei Menschen wurden getötet, ein Opfer sei hirntot, zwölf weitere Menschen wurden verletzt, sagte Heitz.

Anschlag in Straßburg: Das Wichtigste in Kürze

• Am Dienstagabend sind in der Straßburger Innenstadt Schüsse gefallen

• Die Zahl der Todesopfer ist am Donnerstag von zwei auf drei gestiegen. Ein viertes Opfer sei hirntot, bestätigte die Staatsanwaltschaft in Paris

• Die Behörden gehen von einem terroristischen Anschlag aus

• Der Tatverdächtige ist weiterhin auf der Flucht

• Die Regierung hat die höchste Sicherheitswarnstufe ausgerufen

• Die Polizei fahndet mit zwei Fotos nach dem mutmaßlichen Attentäter Chérif Chekatt

Polizei veröffentlicht Fahndungsfoto des Attentäters

Die französische Polizei veröffentlichte ein Fahndungsfoto des Attentäters samt Täterbeschreibung. Auch süddeutsche Bundespolizei-Stationen, das Bundeskriminalamt und die Schweizer Bundespolizei verbreiteten am Mittwochabend auf Twitter den Aufruf der Police National. Die Polizei sucht Zeugen.

In dem Aufruf heißt es: „Der Mann ist gefährlich, bitte nicht selbst eingreifen“. Der Gesuchte sei 29 Jahre alt, 1,80 Meter groß, habe kurze Haare, sei vielleicht Bartträger und habe eine Narbe auf der Stirn. Der mehrfach vorbestrafte Angreifer soll sich im Gefängnis radikalisiert haben. Der gebürtige Straßburger mit nordafrikanischen Wurzeln saß wegen schweren Diebstahls auch in Deutschland in Haft.

Lesen Sie dazu auch: Was der Anschlag von Straßburg mit Deutschland zu tun hat

Französisches Innenministerium: Täter könnte in Deutschland sein

Die Bundespolizei Baden-Württemberg twitterte am Abend: „Unsere Einsatzmaßnahmen nach der Attacke in #Straßburg werden auch über die Nacht andauern.“ Das Innenministerium in Paris schloss nicht aus, dass der Täter nach Deutschland geflüchtet sein könnte. Gesucht werde auch der Bruder des Attentäters. Die Schweizer Bundespolizei schrieb per Twitter, die nördliche Grenze werde stärker kontrolliert.

RBB-Inforadio berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, Chekatt sei unmittelbar vor der Tat aus Deutschland angerufen worden.

Er habe den Anruf jedoch nicht angenommen. Unklar sei, wer ihn angerufen habe und warum. Dieser Frage gehen deutsche Ermittler nun intensiv nach, wie der Sender weiter berichtete.

Weihnachtsmarkt bleibt am Donnerstag geschlossen

Unklar ist, ob der Angreifer sich noch in der Elsass-Metropole aufhält. Daher bleibt auch der Weihnachtsmarkt am Donnerstag noch geschlossen. Der örtliche Präfekt habe festgestellt, dass die Sicherheitsbedingungen bisher nicht erfüllt seien, denn der Tatverdächtige sei noch nicht gefasst. Das sagte Straßburgs Bürgermeister Roland Ries im Nachrichtensender BFMTV.

Anschlag von Strasburg: Was bisher geschah

Die Ereignisse vom Donnerstagvormittag: An Tag zwei nach dem Anschlag auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt laufen die Ermittlungen weiter auf Hochtouren. Die Polizei fahndet öffentlich nach dem mutmaßlich Täter Chérif Chekatt. Die Entwicklungen sind hier zusammengefasst!

Alle Ereignisse vom Mittwoch: Die Entwicklungen rund um den Anschlag, Stand der Ermittlungen und Reaktionen können Sie hier nachlesen

Zusammenfassung: Was wir über den Täter wissen – und was nicht

Blick auf Deutschland: Was der Anschlag von Straßburg mit der Bundesrepublik zu tun hat

Das kulturelle Leben mit Konzerten und anderen Veranstaltungen solle - soweit wie möglich - wieder anlaufen. Der Weihnachtsmarkt, eine bekannte Touristenattraktion, war bereits am Mittwoch geschlossen.

Soldaten im Anti-Terror-Einsatz verstärkt

Die französische Regierung verstärkt außerdem die Soldaten im Anti-Terror-Einsatz - rund 1300 weitere Soldaten sollen sich in den kommenden Tagen der sogenannten Operation Sentinelle (Wache) anschließen, wie Premierminister Édouard Philippe am Mittwochabend ankündigte. Dabei handelt es sich um eine Einsatztruppe, die nach dem islamistischen Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ im Januar 2015 ihre Arbeit aufnahm.

Der deutsche Terrorismusexperte Peter Neumann warnte vor der Gefahr weiterer Anschläge auch in anderen Ländern. „Auf einen Anschlag folgt oft ein ähnlicher Anschlag. Das liegt daran, dass eine Tat andere dschihadistische Trittbrettfahrer inspiriert“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Von RND/dpa

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