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Zahl der Abschiebungen stark angestiegen

Bayern und Hessen rigoros Zahl der Abschiebungen stark angestiegen

Im Jahr 2015 ist die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland deutlich gestiegen. Am Ende des Jahres könnten es fast doppelt so viele Abschiebungen wie im vergangen Jahr sein. Eine aktuelle Aufstellung des Bundesinnenministeriums belegt, dass die Zahlen vor allem in Bayern und Hessen stark angewachsen sind.

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Quelle: dpa

Potsdam. Die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland ist deutlich gestiegen. Bis Ende November wurden bundesweit 18.363 Fälle gezählt. Das geht aus einer Aufstellung des Bundesinnenministeriums hervor. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 10.884 Abschiebungen gewesen.

Bayern rigoros, Thüringen zurückhaltend

Bayern schickte demnach von Anfang Januar bis Ende November mehr als drei Mal so viele abgelehnte Asylbewerber (3643) zurück in die Heimat wie im gesamten Vorjahr (1007). Auch in Hessen verdreifachte sich die Zahl nahezu - auf 2306, nach 829 im vergangenen Jahr. In Baden-Württemberg verdoppelten sich die Zahl der Abschiebungen im gleichen Zeitraum knapp: von 1080 auf 2140.

In anderen Bundesländern stiegen die Zahlen weniger stark an, einige verbuchten kaum eine Erhöhung. Thüringen ist das einzige Bundesland, in dem die Zahl nach unten ging: Dort wurden im laufenden Jahr 152 Abschiebungen gezählt, im vergangenen Jahr waren es 234 gewesen.

In Brandenburg wurden von Januar bis September 321 Menschen abgeschoben. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) wies jedoch Mitte November, während der Debatte um schnelle Abschiebungen, daraufhin, dass „zusätzlich aber rund 950 Menschen freiwillig ausgereist“ sind.

In der am 18. November scharf geführten Diskussion über die Flüchtlingspolitik hatte sich der Brandenburger Landtag mit Ausnahme der AfD für eine offene Aufnahme und Integration der Tausenden Kriegsflüchtlinge ausgesprochen.

Streit zwischen der rot-roten Landesregierung und der CDU-Opposition gab es in der Plenardebatte in der Frage einer schnelleren Abschiebung abgelehnter Asylbewerber. Einen entsprechenden Antrag der CDU lehnte der Landtag mit Mehrheit der rot-roten Koalition und den Grünen ab.

Zahl der Abschiebungen steigt

Einige Länder hatten ihre Bemühungen, abgelehnte Asylsuchende heimzuschicken, in den vergangenen Monaten deutlich verstärkt. Bis Ende April hatte die Zahl der Abschiebungen bundesweit noch bei 4508 gelegen, Ende Juni waren es dann bereits 8178 und Ende August 11.522. Nun folgte erneut ein kräftiger Anstieg.

Hintergrund ist der große Flüchtlingszuzug. In diesem Jahr wurden bereits mehr als eine Million Schutzsuchende in Deutschland registriert - mehr als je zuvor in einem Jahr.

Von MAZonline

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