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Zahl der Toten nach Putschversuch steigt

Unruhen in der Türkei Zahl der Toten nach Putschversuch steigt

Dramatische Nacht in der Türkei: Bei einem Putschversuch sind fast 200 Menschen ums Leben gekommen. Es gab Hunderte Festnahmen und Verletzte. Die Regierung bezeichnet den Versuch von Teilen des Militärs, die Macht an sich zu reißen, als gescheitert. Auch Berliner Türken gingen auf die Straße.

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Dramatische Szenen in der Türkei in der vergangenen Nacht.

Quelle: dpa

Die Zahl der Toten bei dem Putschversuch in der Türkei ist nach Angaben der Regierung auf 265 gestiegen. Bei 161 der Toten handelt es sich laut Ministerpräsident Binali Yildirim um regierungstreue Sicherheitskräfte oder Zivilisten. Hinzu kommen 104 getötete Putschisten, wie es am Samstag aus Regierungskreisen hieß.

Yildirim sagte, 1140 Menschen seien verletzt und 2839 Putschisten aus den Reihen der Streitkräfte festgenommen worden. Die Festnahmen dauerten an.

Zur Frage, ob die Todesstrafe wieder eingeführt werden solle, sagte Yildirim, diese sei aus dem türkischen Gesetz gestrichen worden. Es werde jedoch über "zusätzliche Maßnahmen" diskutiert, die solche "Verrücktheiten" in Zukunft verhindern sollen.

Der Regierungschef dankte denjenigen, die sich den Putschisten entgegengestellt hatten. Yildirim bezeichnete sie als Märtyrer. Die Teilnehmer des Umsturzversuchs dagegen seien Verräter. Er verglich sie mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Auf die Frage einer Journalistin, ob er angesichts der Lynch-Stimmung auf einigen Straßen in der Nacht zum Samstag zur Mäßigung aufrufen wolle, sagte Yildirim, in der Hitze des Gefechts könnten Fehler passiert sein. "Dafür entschuldige ich mich." Er sei der Tag der Solidarität und nicht der Spaltung.

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Demonstranten vor türkischer Botschaft in Berlin

Rund 3000 Demonstranten haben bis in die frühen Morgenstunden vor der türkischen Botschaft in Berlin gegen den Putschversuch in der Türkei protestiert. Die Demonstranten schwenkten türkische Flaggen, manche trugen T-Shirts mit dem Aufdruck "Türkiye" (Türkei). Vereinzelt wurde auch «Allahu akbar» (Gott ist am größten) gerufen. Am Morgen leerten sich die Straßen rund um die Botschaft am Tiergarten. Vor der Botschaft standen wenige Polizisten - und weggeräumte rot-weiße Absperrgitter.

Auf die Frage, ob sie für oder gegen den Militärputsch seien, sagte einer der Teilnehmer: "Es geht hier nicht um Politik, es geht um das Land." Um dann hinzuzufügen: "Aber das ist jetzt wieder unter Kontrolle."

Am frühen Samstagmorgen habe die Nachricht die Runde gemacht, der Putschversuch von Teilen des Militärs sei womöglich niedergeschlagen worden, sagte ein Polizeisprecher. "Deshalb verlassen immer mehr Demonstranten den Platz." Während der Kundgebung hatte die Polizei die Tiergartenstraße auf Höhe der Botschaft für den Autoverkehr gesperrt.

Von MAZonline

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