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Zehntausende bei Begräbnis von Srebrenica-Opfern

Geschichte Zehntausende bei Begräbnis von Srebrenica-Opfern

Mehrere zehntausend Menschen haben zum 20. Jahrestag des Völkermordes im ostbosnischen Srebrenica 136 neu identifizierte Opfer in der Gedenkstätte zu Grabe getragen.

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Eine muslimische Frau an einer Gedenkstätte in Srebrenica. Im Juli 1995 waren dort tausende Jungen und Männer ermordet worden. Foto: Valdrin Xhemaj

Srebrenica. Der serbische Regierungschef Aleksandar Vucic, der Anfang der 90er Jahre ein führender Verfechter der großserbischen Kriegspolitik gewesen war, wurde am Samstag ausgebuht, mit Steinen beworfen und leicht im Gesicht verletzt. Er verließ Srebrenica unter Polizeischutz.

An dem Totengedenken nahmen zahlreiche Staats- und Regierungschefs aus der Region sowie viele Minister aus Westeuropa teil. Neben dem früheren US-Präsidenten Bill Clinton und der ehemaligen Außenministerin Madeleine Albright war auch der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu in die Gedenkstätte gekommen, in der bisher 6241 der über 8000 ermordeten muslimischen Jungen und Männer beerdigt wurden. Serbisches Militär und Paramilitärs hatten das schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg verübt.

Politiker und Würdenträger hörten in der früheren Batteriefabrik 15 Reden, die zur Verfolgung der vielen noch nicht vor Gericht gestellten Täter und zur Versöhnung aufriefen. Die "Mütter von Srebrenica" verteilten an die in- und ausländischen Gäste die "Blume Srebrenicas" als Anstecker. Ihr weißer Blütenkranz soll die Unschuld der Opfer symbolisieren, ihr grünes Zentrum die Hoffnung.

Die ehemalige Batteriefabrik hatte den niederländischen UN-Soldaten damals als Hauptquartier gedient. Sie hatten das Massaker nicht verhindern können, obwohl die Vereinten Nationen Srebrenica zur "sicheren Schutzzone" erklärt hatten. Erstmals sprach zum Jahrestag auch ein niederländischer Außenminister. Bert Koenders räumte offen das Versagen seines Landes in Srebrenica ein und sagte den Opferfamilien: "Alle Niederländer trauern mit Ihnen."

Dutzende Imame aus dem ganzen Land führten die Trauerfeier an. Die Namen der 136 bestatteten Opfer wurden vorgelesen. Verwandte und Freunde trugen die Särge durch die Menschenmenge. Familienangehörige schaufelten am Ende die Gräber wieder zu.

dpa

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