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Politik Straßburg: Ermittler nehmen weiteren Verdächtigen fest
Nachrichten Politik Straßburg: Ermittler nehmen weiteren Verdächtigen fest
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17:25 13.12.2018
Französische Polizisten blockieren während eines Einsatzes in dem Stadtteil Neudorf eine Straße. Quelle: Jean-Francois Badias/AP/dpa
Straßburg

Nach dem schweren Terroranschlag von Straßburg ist der mutmaßlich islamistische Attentäter auf der Flucht und hält ganz Frankreich in Atem. Mit einem Großaufgebot von über 600 Beamten in und um die elsässische Metropole und an der nahe gelegenen Grenze zu Deutschland versuchte die Polizei den bei einem Schusswechsel verletzten Angreifer Chérif Chekatt zu fassen.

Zwei Tage nach dem Straßburger Terroranschlag mit drei Toten haben Ermittler einen weiteren Verdächtigen aus dem Umfeld des mutmaßlichen Attentäters Chérif Chekatt in Gewahrsam genommen. Er gehört nicht zur Familie Chekatts. Damit seien insgesamt fünf Verdächtige im Gewahrsam, bestätigte die Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag in Paris. Chekatt ist weiter flüchtig.

Am Donnerstagnachmittag gab es im Straßburger Viertel Neudorf einen Großeinsatz der Polizei mit Einsatzkräften der Eliteeinheit RAID, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.

Auch der französische TV-Sender BFMTV und die Zeitung Le Figaroberichten über den Einsatz.

Die französische Polizei hat inzwischen ein Fahndungsfoto des Attentäters samt Täterbeschreibung veröffentlicht. Auch süddeutsche Bundespolizei-Stationen, das Bundeskriminalamt und die Schweizer Bundespolizei verbreiteten am Mittwochabend auf Twitter den Aufruf der Police National. Die Polizei sucht Zeugen.

Anschlag in Straßburg: Das Wichtigste in Kürze

• Am Dienstagabend sind in der Straßburger Innenstadt Schüsse gefallen

• Die Zahl der Todesopfer ist am Donnerstag von zwei auf drei gestiegen. Ein viertes Opfer sei hirntot, bestätigte die Staatsanwaltschaft in Paris

• Die Behörden gehen von einem terroristischen Anschlag aus

• Der Tatverdächtige ist weiterhin auf der Flucht

• Die Regierung hat die höchste Sicherheitswarnstufe ausgerufen

• Die Polizei fahndet mit zwei Fotos nach dem mutmaßlichen Attentäter Chérif Chekatt


Die Ereignisse am Donnerstagvormittag zusammengefasst:

+++ 10.27 Uhr: Regierung appelliert an Vernunft der „Gelbwesten“ +++

Die französische Regierung hat die Protestbewegung der „Gelbwesten“ aufgerufen, am Wochenende nicht zu demonstrieren. „In diesem Stadium, in dem ich zu Ihnen spreche, haben wir beschlossen, die Demonstrationen am Samstag nicht zu verbieten“, sagte Regierungssprecher Benjamin Griveaux dem Sender C News. Er appellierte allerdings an die Demonstranten vernünftig zu sein - es liege in ihrer Verantwortung nicht zu demonstrieren.

Es wäre vorzuziehen, wenn am Wochenende jeder seinen Geschäften vor Ende des Jahres nachgehen könnte, statt mit Demonstrationen die Sicherheitskräfte erneut zu fordern. Ein Verbot wäre aber wenig sinnvoll, den es halte die Menschen, die plündern und randalieren wollen, sowieso nicht davon ab.

+++ 9.16 Uhr: CDU-Politiker fordert europäische Anti-Terror-Datei +++

Der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster fordert eine stärkere europäische Zusammenarbeit im Anti-Terror-Kampf. Nationale Souveränitäten dürften bei der Gewährleistung der Inneren Sicherheit in Europa nicht vorgeschoben werden, sagte er im „Morgenmagazin“ der ARD.

„Ich würde mir wünschen, wir hätten eine gemeinsame europäische Anti-Terror-Datei.“ Dann hätten auch die deutschen Behörden gewusst, dass der mutmaßliche Attentäter von Straßburg in Frankreich als Gefährder geführt wird. „Ich würde mir wünschen, dass wir eine gemeinsame europäische Gefährderbewertung haben.“

Nötig sei ein „europäisches Bundeskriminalamt“ nach dem Vorbild des FBI in den USA, „damit Nachrichtendienste und Polizeien europaweit ihre Daten zusammenbringen, gemeinsam bewerten, gemeinsam fahnden“, sagte der CDU-Politiker. „Brüssel, London, Nizza, Paris sind alles Anschläge, die nicht national waren.“

+++ 8.53 Uhr: Entwarnung nach Polizeieinsatz in der Schweiz +++

Bei der Fahndung nach dem Attentäter kam es in der Schweiz nahe der deutschen Grenze zu einem Polizeieinsatz, aber die Kantonspolizei Aargau gab schnell Entwarnung. Eine Reisende habe am Morgen bei Rheinfelden den Verdacht geäußert, der Gesuchte sei in ihrem Zug, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Die Polizei habe den Mann an der nächsten Haltestelle in Frick rund zehn Kilometer südlich von Bad Säckingen in Baden-Württemberg aus dem Zug geholt und eingehend überprüft. Sie habe schnell festgestellt, dass es sich bei dem Mann nicht um den Verdächtigen handelte. Solche Einsätze nach Hinweisen von Passanten oder Passagieren gebe es alle Tage, sagte der Sprecher.

+++ 8.45 Uhr: Polizei fahndet mit zwei Fotos nach Cherif Chekatt +++

Die Polizei fahndet international nach dem Tatverdächtigen von Straßburg. In Sozialen Netzwerk teilen zahlreiche Menschen den Aufruf. Der 29-Jährige Chérif Chekatt wird mit gleich zwei Fotos gesucht.

+++ 7.17 Uhr: Verstärkte Grenzkontrollen gehen weiter +++

Die Kontrollen an den Grenzübergängen von Deutschland nach Frankreich gehen weiter. Wie eine Sprecherin der Bundespolizei am Donnerstagmorgen sagte, sei die Polizei in Baden-Württemberg landesweit im Einsatz. Besonderes streng werde weiter am Grenzübergang Kehl-Straßburg kontrolliert. Mit Beginn des Berufsverkehrs sei mit längeren Verzögerungen zu rechnen.

Neben dem Straßenverkehr werde auch der öffentliche Nahverkehr überprüft. „Wir kontrollieren alle grenzübergreifenden Zugverbindungen und den Tramverkehr“, sagte die Sprecherin. Zwischen Straßburg und Kehl wird auch verstärkt die Fußgänger- und Radfahrerbrücke Passerelle des Deux Rives kontrolliert.

+++ 7.10 Uhr: Chekatt erhielt Anruf aus Deutschland +++

Unmittelbar vor der Tat soll der Tatverdächtige laut RBB-Inforadio aus Deutschland angerufen worden. Er habe den Anruf jedoch nicht angenommen. Unklar sei, wer ihn angerufen habe und warum. Dieser Frage gehen deutsche Ermittler nun intensiv nach, wie der Sender weiter berichtete.

+++ 06.10 Uhr Französische Regierung verstärkt Anti-Terror-Truppe +++

Die französische Regierung hat die Soldaten im Anti-Terror-Einsatz verstärkt. In den kommenden Tagen sollen sich rund 1300 weitere Soldaten der sogenannten Operation Sentinelle anschließen, wie Premierminister Édouard Philippe am Mittwochabend ankündigte. Dabei handelt es sich um eine Einsatztruppe, die nach dem islamistischen Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ im Januar 2015 ihre Arbeit aufnahm. Für sie sind einige tausend Soldaten in Frankreich im Einsatz.

+++ Mittwoch, 20.00 Uhr: Polizei fahndet mit Foto nach Attentäter von Straßburg +++

Die französische Polizei veröffentlicht ein Fahndungsfoto des Attentäters samt Täterbeschreibung. Auch süddeutsche Bundespolizei-Stationen, das Bundeskriminalamt und die Schweizer Bundespolizei verbreiteten am Mittwochabend auf Twitter den Aufruf der Police National. Die Polizei sucht Zeugen.

In dem Aufruf heißt es: „Der Mann ist gefährlich, bitte nicht selbst eingreifen“. Der Gesuchte sei 29 Jahre alt, 1,80 Meter groß, habe kurze Haare, sei vielleicht Bartträger und habe eine Narbe auf der Stirn.

Die Bundespolizei Baden-Württemberg twitterte am Abend: „Unsere Einsatzmaßnahmen nach der Attacke in #Straßburg werden auch über die Nacht andauern.“ Die Schweizer Bundespolizei schrieb per Twitter, die nördliche Grenze werde stärker kontrolliert.

Anschlag von Strasburg: Was bisher geschah

Die Ereignisse vom Donnerstagvormittag: An Tag zwei nach dem Anschlag auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt laufen die Ermittlungen weiter auf Hochtouren. Die Polizei fahndet öffentlich nach dem mutmaßlich Täter Chérif Chekatt. Die Entwicklungen sind hier zusammengefasst!

Alle Ereignisse vom Mittwoch: Die Entwicklungen rund um den Anschlag, Stand der Ermittlungen und Reaktionen können Sie hier nachlesen

Zusammenfassung: Was wir über den Täter wissen – und was nicht

Blick auf Deutschland: Was der Anschlag von Straßburg mit der Bundesrepublik zu tun hat

 

Von RND/dpa/mkr/jw/lf/das

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