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Zweite Runde der Parlamentswahl in Ägypten lockt wenige Wähler

Wahlen Zweite Runde der Parlamentswahl in Ägypten lockt wenige Wähler

Das neue ägyptische Parlament wird die Macht des autoritären Präsidenten kaum einschränken können. Vielleicht ist deshalb das Interesse der Wähler eher gering.

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Wahlplakate, so weit das Auge reicht: Ägypten wählt ein neues Parlament. Foto: Khaled Elfiqi

Kairo. Die Abstimmung über das neue Parlament in Ägypten ist mit geringem Wählerinteresse in die zweite und entscheidende Phase gestartet. Fernsehsender zeigten weitgehend leere Wahllokale.

Der Leiter einer Station sagte der Deutschen Presse-Agentur in der Hauptstadt Kairo, in den ersten 75 Minuten habe er kaum mehr als eine Handvoll Wähler gesehen. Es wird nicht erwartet, dass das künftige ägyptische Parlament die Macht des autoritären Herrschers Abdel Fattah al-Sisi einschränken kann.

Die antretenden großen Parteien und Bündnisse unterstützen oder akzeptieren fast ausnahmslos den Kurs der Regierung. Eine wirkliche Alternative für Kritiker von Staatspräsident Al-Sisi, der am Sonntag seine Stimme abgab, gibt es nicht. Viele der Anhänger des beliebten Präsidenten sind mit dem Kurs zufrieden und sehen wenig Notwendigkeit für eine Volksvertretung.

Bis Montag können mehr als 28 Millionen Bürger in 13 der 27 Wahlbezirke - darunter die Hauptstadt Kairo - 288 neue Volksvertreter wählen. Die erste Hälfte der Bürger im bevölkerungsreichsten Land der arabischen Welt konnte bereits im Oktober abstimmen, Angaben zufolge war auch hier die Wahlbeteiligung mit etwa 25 Prozent sehr niedrig. Offizielle Ergebnisse werden erst nach den wahrscheinlichen Stichwahlen Anfang Dezember erwartet.

In der ersten Runde errangen vor allem regimenahe Kandidaten Mandate. Das Bündnis "Wegen der Liebe für Ägypten", dem die Unterstützung der Regierung nachgesagt wird, bekam alle 60 Listenplätze. Bei den Direktmandanten waren neben unabhängigen Kandidaten die Freie Ägyptische Partei und "Die Zukunft der Nation", beide Teil des Bündnisses, die erfolgreichsten Kräfte.

Ägypten wird seit der Auflösung des von Islamisten dominierten Parlaments im Jahr 2012 ohne Abgeordnetenhaus regiert. Anfang Juli 2013 stürzte das Militär nach Massenprotesten den ersten frei und demokratisch gewählten Präsidenten, den Islamisten Mohammed Mursi. Seine Muslimbruderschaft, Gewinner der letzten Parlamentswahl im Jahr 2011, wurde verboten und durfte zu dieser Wahl nicht antreten. Seit Juni 2014 ist der ehemalige Armeechef Abdel Fattah al-Sisi das Staatsoberhaupt. Er regiert Ägypten mit Hilfe von Dekreten.

dpa

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