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1:2 gegen Slowakei: Russland droht auch sportliches EM-Aus

Fußball 1:2 gegen Slowakei: Russland droht auch sportliches EM-Aus

Erst die Skandal-Tage von Marseille, nun der sportliche Rückschlag: Dem kommenden WM-Gastgeber Russland droht bei der EM in Frankreich ein schnelles Aus. Auch weil Napoli-Star Hamsik in Höchstform ist.

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Denis Gluschakow brachte noch einmal Spannung ins Spiel - zu spät. 

Quelle: Laurent Dubrule

Lille. Russland gibt sich alle Mühe, durch schlechten Fußball und nicht durch schlechtes Benehmen der eigenen Fans vorzeitig die EM verlassen zu müssen. Nach der Marek-Hamsik-Show beim 1:2 (0:2) gegen Außenseiter und EM-Neuling Slowakei droht der Sbornaja nun auf sportlichem Weg das frühe Aus.

"Wir haben individuelle Fehler vor der Pause gemacht, die zu Toren geführt haben. Wir haben ihnen einfach zu viel Platz gelassen", schimpfte Russlands Coach Leonid Sluzki nach der unerwarteten, aber verdienten Pleite.

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Denis Gluschakow brachte noch einmal Spannung ins Spiel - zu spät. 

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Mit nur einem Punkt aus zwei Spielen steht der WM-Gastgeber von 2018 vor dem abschließenden Spiel gegen Wales am Montag mit dem Rücken zur Wand, während die Slowaken mit drei Punkten vorbeigezogen sind.

Bis auf ein gezündeter Bengalo nach dem zu späten Anschlusstor Russlands Denis Gluschakow (80. Minute) war es auf den Rängen ruhig geblieben. Die russischen Fans, die noch am Samstag beim 1:1 im ersten EM-Spiel gegen England in Marseille gewütet hatten, benahmen sich diesmal auch bei den entscheidenden Gegentoren.

Marek Hamsik vom SSC Neapel hatte das sehenswerte 2:0 (45.) selbst geschossen und die Führung durch Vladimir Weiss (32.) mit einem nicht minder tollen Pass vorbereitet. "Er war überragend", schwärmte der slowakische Coach Jan Kozak und empfahl seinem besten Mann gleich mal einen Vereinswechsel: "Ich denke, Napoli ist zu klein für ihn geworden."

Russland muss nun am Montag gegen Wales siegen, um die Chance auf das Achtelfinale zu wahren. "Die Situation ist jetzt sehr komplex. Jedes Team hat noch Chancen, weiter zukommen. Das geht bis zum Ende so weiter", befand Sluzki trotzig, der auch behauptete, das Zünden von Pyrotechnik im russischen Block nicht gesehen zu haben: "Ich habe mich nur aufs Spiel konzentriert."

Das Abrennen von Feuerwerk gehört nicht zu den Vergehen, die zu einem EM-Ausschluss durch die UEFA führen würden. Der europäische Verband hatte Russland wegen der Vorkommnisse von Marseille mit einem Turnier-Ausschluss im Wiederholungsfall bestraft. "Das hatte überhaupt keinen Einfluss auf unser Spiel", meinte Sluzki. Die sah Russlands Sportminister Witali Mutko freilich anders. Dies habe eine Rolle gespielt und Einfluss auf die Mannschaft gehabt, monierte er.

In der Tat wirkte Russland sportlich im Vergleich zum 1:1 gegen England gehemmter. Vor allem auch Schalkes Roman Neustädter musste sich indirekt Kritik gefallen lassen. "Wir mussten zur Halbzeit reagieren und im Mittelfeld etwas anders machen", begründete Sluzki die Auswechslung des Mittelfeldspielers zur Pause knapp. Neustädter selbst wollte nach dem Spiel nicht reden. "Nee, heute echt nicht, sorry", brummte der frühere Gladbacher mürrisch.

Auch in der Stadt blieb es diesmal weitgehend friedlich. Die Polizei nahm zehn Menschen in Gewahrsam. Der Präfekt des Départements Nord, Michel Lalande, sprach von einer "extrem beruhigenden Bilanz". Sieben Personen wurden seit Dienstag wegen Gewalt festgenommen, drei weitere wegen Trunkenheit. Drei Russen und einem Ukrainer droht die Ausweisung aus Frankreich. Größere Ausschreitungen gab es demnach vor dem Spiel aber nicht.

Das Spiel fand unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen statt. Unter anderem auch, weil am Donnerstag in Lens, nur rund 30 Kilometer südlich von Lille, England gegen Wales spielt.

dpa

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