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ARD-Doku: Diack-Sohn forderte Schmiergeld von Läuferin

Leichtathletik ARD-Doku: Diack-Sohn forderte Schmiergeld von Läuferin

Eine ARD-Dokumentation belegt, dass der frühere IAAF-Präsident Diack und seine Söhne hemmungslos Schmiergeld forderten, um Doping zu vertuschen. Die türkische Läuferin Asli Cakir Alptekin sollte 650 000 Euro zahlen, um Olympia-Gold zu behalten. Sie gab nun Doping zu.

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Die Söhne von Lamine Diack sollen 650 000 Euro von der türkischen Läuferin Asli Cakir Alptekin gefordert haben.

Quelle: Yuri Kochetkov

Amsterdam. Im Skandal um die Vertuschung von Dopingproben im Leichtathletik-Weltverband IAAF sind in einer ARD-Dokumentation Belege für Schmiergeldforderungen durch Söhne des früheren IAAF-Präsidenten Lamine Diack präsentiert worden.

Demnach haben Massata und Halil Diack von der türkischen Läuferin Asli Cakir Alptekin bis zu 650 000 Euro gefordert, um 2012 eine positive Doping-Probe von ihr verschwinden zu lassen. Alptekin war in dem Jahr Olympiasiegerin und Europameisterin über 1500 Meter geworden.

Im März 2013 war bekanntgeworden, dass sie wegen Auffälligkeiten im biologischen Blutpass erneut des Dopings überführt wurde. Im August 2015 wurde sie für acht Jahre gesperrt, weil sie 2004 schon wegen Dopings für zwei Jahre verbannt war.

In der ARD-Doku vom Samstag gab sie erstmals zu, gedopt zu haben. "Es hat eine Verletzung der Anti-Doping-Regeln gegeben. Ich bin selbst sehr traurig darüber, dass das geschah", erklärte Asli Alptekin.

Ihre Acht-Jahres-Sperre wurde halbiert, weil sie als Kronzeugin bei der Welt-Anti-Doping-Agentur über die Korruption in der IAAF in der Diack-Ära aussagte. In einem Berufungsverfahren beim Internationalen Sportgerichtshof CAS wurde jüngst aber abgelehnt, ihre Sperre noch mal um ein Jahr zu senken. Damit wollte sie den Start bei den Olympischen Spielen in Rio erstreiten.

Die heute 30 Jahre alte Athletin behauptet in der ARD-Doku, die am Samstagabend ausgestrahlt werden sollte, dass Massata Diack 2012 nach Istanbul gekommen war und das Geld verlangt habe. "Dieses Geld sollte an den Chefmediziner der IAAF, Gabriel Dollé, und einige andere im Verband gehen", sagte sie.

Massata Diack soll bei dem Gespräch mit ihr und ihrem Ehemann Ihsan Alptekin die ursprüngliche Forderung von 650 000 auf 350 000 Euro reduziert haben. Beide behaupten, dies nicht akzeptiert und nicht bezahlt zu haben. Auf die Frage, warum sie bezahlen sollten, soll Massata laut Asli Alptekin geantwortet haben: Das wäre nur so zu lösen. Auf der ganzen Welt würden Spitzensportler so davonkommen.

Tonmitschnitte, die der ARD ungeschnitten vorliegen, belegen, dass Halil Massata die Alptekins zu Bestechungsgeld überreden wollte und dass der IAAF-Präsident offensichtlich die Zentralfigur der Betrügereien gewesen ist. "Lamine Diack ist die Person, die Altekins Probleme lösen kann", sagte Halil laut Tonmitschnitt. "Damit man sie offiziell für sauber erklärt, müssen wir etwas auf den Tisch legen. Das sind Fälle, wo Geld ins Spiel kommen muss."

Halil erklärte weiter, dass man mit dem Geld nicht direkt zu Chefmediziner Dollé gehe. "Da kümmert sich der Anwalt drum. Das läuft in bar, so läuft das! Da wird nichts unterschrieben. Unter uns: Wir wissen doch, dass das nicht der erste Fall dieser Art ist." Dollè hat die Vorwürfe laut ARD bestritten.

Ex-Präsident Lamine Diack ist inzwischen von der französischen Justiz wegen Betrugs und Geldwäsche angeklagt. Sein Sohn Massata wird von Interpol per Haftbefehl gesucht.

dpa

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