Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Adrenalinkick vor dem Saisonstart

Gransee Adrenalinkick vor dem Saisonstart

Die Fußballerinnen vom 1. FFC Turbine Potsdam springen bei Gransee mit dem Fallschirm in 4000 Metern Höhe aus dem Flugzeug – die Aktion war ein Weihnachtsgeschenk von einigen Fans.

Voriger Artikel
Reinhard Grindel exklusiv: "Die Schraube nicht überdrehen"
Nächster Artikel
EM-Reifeprüfung von Schröder & Co für "Traum" von Istanbul

Wagten den Sprung (v. l.): Gina Chmielinski, Eseosa Aigbogun, Johanna Elsig, Lisa Schmitz, Vanessa Fischer, Marina Georgieva und Anna Gasper. Foto: Christoph Brandhorst

Gransee. Ausgerechnet das Küken im Team bleibt total cool. „Noch bin ich nicht aufgeregt, ich liebe das Adrenalin. Das kommt dann sicherlich, wenn wir oben sind“, sagt Gina Chmielinski. Vor dem abschließenden Testspiel der Bundesliga-Fußballerinnen von Turbine Potsdam gegen Sparta Prag (3:1), wagten sich die 17-jährige Mittelfeldspielerin und sechs Teamkolleginnen hoch hinaus in die Luft. Fans und Unterstützer des Vereins hatten den sieben Turbinen zur letztjährigen Weihnachtsfeier einen Fallschirmsprung geschenkt. Kurz vor dem Saisonstart blieb noch Zeit, das Geschenk auf dem GoJump-Fallschirmsprungplatz nahe Gransee (Oberhavel) endlich einzulösen.

„Sowas wollte ich schon immer mal machen“, sagt Anna Gasper, als sie gerade ihren orangenen Sprung-Overall anzieht. „Wir haben vorige Saison für das Fanheft einen Steckbrief ausgefüllt und als Wunsch einen Fallschirmsprung eingetragen“, erinnert sich die Offensivspielerin an den Ursprung der Idee. Eine Gruppe von Fans und Sponsoren um Horst Gösel und Uli Sotscheck machte es möglich. „Als Dankeschön für die gezeigten Leistungen und als Ansporn für die Zukunft“, erklärt Gösel.

Bei der Einweisung durch die Experten – jede Spielerin springt im Tandem mit einem Profi – ist Torhüterin Lisa Schmitz noch die Ruhe selbst. „Ich bin schon einmal gesprungen und freue mich jetzt auf das zweite Mal“, sagt sie. „Aber es sind einige dabei, die sind echt nervös. Wir lockern die Atmosphäre mit ein paar lustigen Sprüchen schon auf.“ Am Flugzeug, das die Fußballerinnen auf 4000 Meter Höhe bringt, dreht schon der Propeller. Noch ein kurzer Gruß zurück, dann schließt sich die Tür. Die Turbinen heben ab.

Elf Minuten brauche die Maschine bis sie ganz oben ist, bemerkt Nga Dieu, die den Sprungplatz leitet. Dann öffnet sich die Tür. „Da merkt man erst, wie schnell man eigentlich unterwegs ist. Das ist Adrenalin pur“, sagt Flügelflitzerin Eseosa Aigbogun später über den Moment. „Ich hatte richtig Angst, wusste aber, dass es kein Zurück gibt. Es ging alles so schnell.“ Etwa eine Minute befinden sich die Potsdamerinnen und ihre Begleiter im freien Fall – dann öffnet sich der Fallschirm.

Unten pusten Cheftrainer Matthias Rudolph und sein Assistent Dirk Heinrichs durch. Die beiden hatten die Punkte am Himmel aufmerksam verfolgt. „So hat jeder seins, ich würde da nicht einsteigen“, witzelt Heinrichs, während die Turbinen sanft Richtung Boden segeln. Daneben steht auch Vereinspräsident Rolf Kutzmutz. „Vor 20 Jahren hätte ich so etwas vielleicht auch noch gemacht“, sagt er. Angst um seine Spielerinnen hat er nicht: „Das sind Profis hier, die wissen, was sie tun.“

Einen kritischen Moment müssen sie noch überstehen: die Landung. Da müssen die Fußballerinnen die Beine hochziehen, sonst besteht Verletzungsgefahr. Aber alles geht gut. „Das war das Geilste, was ich je gemacht habe“, jubelt Innenverteidigerin Johanna Elsig, als sie wieder festen Boden unter den Füßen hat. Youngster Marina Georgieva stimmt ihr zu. „Wow, das war so schön“, sagt sie beeindruckt.

Alle sind wieder heil gelandet. Turbine-Trainer Matthias Rudolph ist erleichtert. Den Adrenalinkick vor dem Saisonstart hat er seinen Spielerinnen gegönnt. Nun hofft er natürlich, dass sie zum Saisonauftakt gegen den USV Jena (Sonntag, 13.30 Uhr, im Karl-Liebknecht-Stadion) die gleiche Begeisterung auf den Platz bringen. Mit der Saisonvorbereitung ist er zufrieden. „Die Spiele gegen Paris und Arsenal waren wichtig für uns. Da haben wir gesehen, was wir noch besser machen müssen“, sagt Rudolph. Im Test am Samstag gegen Sparta Prag (3:1) habe er nochmals eine Steigerung gesehen. „Da haben wir uns viele Chancen herausgespielt, waren manchmal aber nicht zielstrebig genug.“ Jetzt werde bis zum Auftakt noch an Feinheiten gearbeitet, an Abstimmung und Spielschnelligkeit. An Mut mangelt es den Turbinen sicher nicht. Den haben sie bei ihrem Sprung aus 4000 Metern schon bewiesen.

Von Christoph Brandhorst

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport
MAZ Sportbuzzer
Finde Bundesliga-Wettquoten und mehr exklusiv bei SmartBets.