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Albatrosse fiebern dem Spiel des Jahres entgegen

Alba empfängt Bayern Albatrosse fiebern dem Spiel des Jahres entgegen

Die Berliner empfangen in der Basketball-Bundesliga am Sonntag Bayern München. Zwischen beiden vereinen flogen in den vergangenen Jahren die Giftpfeile hin und her.

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Albas Alex King (r.) im Duell mit dem Ex-Bayern Robin Benzing.

Quelle: dpa

Berlin. Wenn die Bayern kommen, kocht die Arena am Berliner Ostbahnhof. Basketball-Bundesligist Alba Berlin erwartet am Sonntag (17 Uhr, Sport1) den Erz-Rivalen Bayern München. Obwohl das Münchner Basketball-Projekt erst seit 2011 wieder erstklassig ist, hat sich zwischen beiden Vereinen eine besondere Rivalität entwickelt. Bis Donnerstag waren bereits mehr als 12 000 Tickets verkauft, ein neuer Saisonrekord ist damit sicher. „Das ist ein Prestige-Duell, wir freuen uns einfach drauf“, sagt Marco Baldi. Albas Geschäftsführer war in den vergangenen Jahren oft mittendrin im Zwist. „Die Bayern haben ihre Art, wir haben unsere. Aber man sollte nichts ins Persönliche ziehen“, sagt Baldi. Die Giftpfeile, die zwischen Berlin und München hin und her flogen, waren schon spitzer.

2013 eskaliert der Streit

Der Streit eskalierte 2013, als Heiko Schaffartzik, Nihad Djedovic, Yassin Idbihi und Deon Thompson von der Spree an die Isar wechselten. Das erzürnte die Alba-Fans so sehr, dass sie beim nächsten Spiel gegen Bayern ein Schaffartzik-Trikot über ein Kreuz aus Metallstangen hängten. Schaffartzik warf Alba Hetze vor. Der damalige Bayern-Präsident Uli Hoeneß ätzte über die Logen in Albas Spielstätte („lieblos, geschmacklos, ziemlich billig“). Albas Aufsichtsratschef Axel Schweitzer mokierte sich derweil über die Transferpolitik der Münchner. „Mit abstrusen Gehältern werden die Jungs gelockt, so dass du mit ihnen nicht verlängern kannst. Da werden Spieler mit Geld zugeschüttet. Warum müssen vier neue Männer aus einem Team kommen? Das ist sehr typisch für das Agieren der Bayern.“

Hoeneß ätzt gegen Albas Halle

Auf das Gegenfeuer ist meist nicht lange zu warten. „Wenn man über andere spricht, schafft man in erster Linie Alibis für sich“, sagte Bayerns Geschäftsführer Marko Pesic. Trainer Svetislav Pesic wiederum knurrte gegen Baldi („soll aufhören“, „führt eine Kampagne gegen mich“). Pesic Junior und Senior feierten einst mit Alba große Erfolge. Im Sommer holten sie Alex Renfroe aus Berlin nach München – das trug nicht zur Entspannung bei. Mittlerweile haben bereits etwa ein Dutzend Ex-Albatrosse für die Bayern gespielt.

Der achtmalige Meister Alba wartet seit 2008 auf den nächsten Titel. Bamberg und München sind vorbeigezogen. Dass München und nicht Berlin eine Wildcard für die Euroleague bekam, stieß den Alba-Fans zusätzlich auf. Sie müssen sich mit dem zweitklassigen Eurocup begnügen. Dort gewannen die Berliner am Mittwoch 72:68 beim italienischen Vertreter Enel Basket Brindisi. Mit dem vierten Sieg im fünften Gruppenspiel machte das Team von Trainer Sasa Obradovic einen Schritt Richtung Top-32 auf europäischem Parkett.

Die Bilanz zwischen Alba und Bayern ist fast ausgeglichen. Doch in den letzten drei Jahren verlor Berlin in den Playoffs gegen München. Deshalb tun Siege gegen den Erzrivalen besonders gut.

Von Ronny Müller

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