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Am Rande der physikalischen Gesetzmäßigkeiten

Billard Am Rande der physikalischen Gesetzmäßigkeiten

Trickstoß-Weltmeister Ralph G. Eckert sorgt auf dem Billardtisch für verblüffende Winkelspiele. Unlängst trat der Profi bei einem Schaukampf in der Babelsberger Motorhalle an. In der Arena hatte der SV Motor mit den „Potsdam Open“ erneut eine Art Billard-Festspiele für Hobbyspieler veranstaltet.

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Billardkünstler und Entertainer: Trickstoß-Weltmeister Ralph G. Eckert.

Quelle: Lars Sittig

Potsdam. Applaus brandete durch die Halle, als die Kugeln auf wundersame Weise in den Taschen des Tisches verschwunden waren und selbst einen langjährigen Billard-Experten wie Mike Birkholz hatten die Kunstrücke begeistert. „Es ist immer wieder faszinierend, was er auf den Tisch bringt“, sagte der Chef der Billard-Abteilung des SV Motor Babelsberg. Unmittelbar zuvor hatte im Rahmen-Programm der „Potsdam Open 2017“ Trickstoß-Weltmeister Ralph G. Eckert verblüffende Winkelspiele gezeigt, als lenke eine Fernbedienung die bunten Spielobjekte, bevor die Players Night in der ehrwürdigen Motorhalle begann und am Sonntag dann am gleichen Ort die Finalrunde ausgetragen wurde.

Eckert, 52 Jahre alt, seit 2015 Wahl-Berliner, Billardvirtuose, Buchautor und Trickstoß-Weltmeister, hat viele Arenen gesehen in seiner Laufbahn, die ihn quer über den Globus führte. Mit 17 Jahren begann er mit dem Billardspielen und wurde 1986 erstmals in der Bundesliga eingesetzt, worauf die Berufung in das deutsche Nationalteam folgte, wo er sich bis 1996 etablieren konnte. 2004 erkämpfte sich der gebürtige Mannheimer in Los Angeles (USA) den offiziellen Weltmeistertitel in der Disziplin „Trickstoß“ im Feld der Weltelite. Seit 1998 ist Eckert Profi. „Mit Training, Auftritten und dem Verfassen von Büchern kann ich von dem Sport leben“, sagt er. Das Portfolio ist enorm: Seit 1985 zeigt er seine Show bei Anlässen aller Art wie Eröffnungen von Billardlokalen, auf Messen, im Rahmen von TV-Shows, sportlichen Veranstaltungen oder bei Privatfeiern. Die Virtuositäten können auch für Werbeclips engagiert werden, dazu versteht sich der gebürtige Mannheimer auch auf den Dialog mit dem Publikum.

„Er ist ein Star zum Anfassen“, lobt Birkholz, „und enorm fleißig: Um solche Kunststücke zu beherrschen, muss man unglaublich viel üben und ausprobieren.“ Rund zwei bis drei Stunden pro Tag trainiere er, berichtet Eckert, der auch schon Nationalteams trainierte und mehrere Fachbücher verfasste, „in den ersten zehn Jahren waren es sechs bis acht Stunden täglich“. Am Billardsport reize ihn die brillante Kombination aus Verstand und Geschicklichkeit.

Diese Mischung zieht viele in ihren Bann: Insgesamt waren bei dem unter der Regie des SV Motor Babelsberg organisierten Wettkampf – gespielt wurde handelsübliches Poolbillard – 69 Teilnehmer gestartet. Die Akteure traten am Freitag und Sonnabend in neun Vorrundengruppen in der Motor-Arena, der „B8 Bar“ in Babelsberg und im Joker´s Bowl (Berlin Köpenick) an. Der Sieger, Vlat Laktionov (Berlin), strich am Ende 500 Euro Preisgeld ein. Insgesamt betrug das Budget für die hochprofessionell organisierte Veranstaltung 4500 Euro. Bereits im vergangenen November hatten die Vorbereitungen begonnen, auf der Agenda des Organisationsteams standen Aufgaben, die vom Drucken von Flyern über die Akquise von Sponsoren bis zum Aushandeln der Verträge mit den Show-Stars wie Ralph Eckert reichten.

Eckert ist ein schönes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn man die Gesetze der Physik bis in den Grenzbereich ausreizt und die Potsdam Open, was machbar ist, wenn man bei einem Event für Jedermann mit einem geschickten Konzept Breiten- und Spitzensport verknüpft: „Wir organisieren deutschlandweit das größte Billardturnier nur für Laien, Hobby- und Freizeitspieler“, sagt Birkholz, „und wollen jeden erreichen, der Spaß beim Billard in der Kneipe, der Sportsbar oder ganz einfach im nichtorganisierten Billard hat. Es konnten sich bei uns ausschließlich Hobby- und Freizeitspieler aus Berlin und Brandenburg, welche noch nie Mitglied in einem Billardverein gewesen sind, anmelden.“

Das Resultat? Eine Mischung aus Basisarbeit, Star- und Billard-Familientreffen: Mit Sascha-Andrej Tege, Zweitligaspieler beim SV Motor, griff ein Deutscher Meister (2014 im 14/1 Endlos Deutsche Senioren Kombi) in einem Showkampf gegen Ralph Eckert zum Queue, Tankred Volkmer und Mike Reißberg demonstrierten, das auch mit einem Handicap exzellent Billard gespielt werden kann. „Wir organisierten diese Highlights“, sagt Birkholz, „um jedem zu zeigen, was alles möglich ist, auch als Anreiz, um sich selber weiter verbessern zu wollen.“ Eckert bescheinigt den Organisatoren, die „Veranstaltung ist sehr wertvoll, zumal es davon nur sehr wenige gibt“. Für seine eigene Laufbahn wünsche er sich, das der Kreis seiner Schützlinge, die er trainiert, weiter wächst und das sein erster Roman, der in Kürze erscheinen soll und dessen Handlung in der Billardszene spielt, „bei den Leuten gut ankommt“.

Von Lars Sittig

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