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Astrid Krügel nahm 50 Kilo ab und ist nun fit wie ein Turnschuh

Teltowkanal-Halbmarathon Astrid Krügel nahm 50 Kilo ab und ist nun fit wie ein Turnschuh

Den Platz in der sogenannten Heldenstaffel am Sonntag beim 13. Teltowkanal-Halbmarathon hat sie sich verdient. Astrid Krügel hat ihr Leben komplett umgestellt, 50 Kilo abgenommen und schaffte schon mehrfach den Berlin-Marathon. Wie es dazu kam, erzählt die 47-jährige Berlinerin selbst.

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Astrid Krügel wog vor 13 Jahren noch 115 Kilo.

Quelle: Foto: Privat

Teltow. Astrid Krügel wusste es schon lange: „Irgendwas mit dir stimmt nicht“, sagte sie sich immer wieder. Sie wog 115 Kilo, hatte einen Blutdruck von 200 zu 100, war damals 34 Jahre alt. „Mir war klar, du musst abnehmen, aber es blieb lange beim guten Vorsatz – bis zu einem Schlüsselerlebnis.“ Sie weilte im Sommer mit Freunden an der Ostsee, wollte mit ihnen auf die sogenannte Banane, wo ein Motorboot die darauf sitzenden Gäste durch das Wasser zieht. Das Problem: „Ich kam einfach nicht rauf auf das gelbe Ding und musste wieder zurück an Land – da war es so weit.“

Zum 40. Geburtstag den ersten Marathon

Dann überraschte sie ihre lieben Mitmenschen mit dem Vorsatz: „Zu meinem 40. Geburtstag laufe ich meinen ersten Berlin-Marathon.“ Und sie hat es tatsächlich geschafft.

Fit wie ein Turnschuh

Fit wie ein Turnschuh: Astrid Krügel heute.

Quelle: Privat

Heute sagt die 47-Jährige: „Der Marathon hat mich gerettet. Es war wie ein langer Weg zu mir selbst.“ Vieles in ihrem Leben hat sich seitdem verändert. Nicht nur, dass Astrid Krügel nun 50 Kilo weniger wiegt, ihren Blutdruck auf normale 140:120-Werte senkte, einmal wöchentlich Plasma spendet, sie hat, wie selbst sagt, ihr Leben vom Kopf auf die Füße gestellt. „Wer es schafft, regelmäßig die Laufschuhe anzuziehen, der braucht keine Tabletten mehr“, meint die heilkundliche Psychotherapeutin, die mit ihrem Beispiel einen Platz in der sogenannten Heldenstaffel beim 13. Teltowkanal-Halbmarathon am Sonntag in Teltow gefunden hat. Mit trockenen Alkoholikern oder Krebsbesiegern läuft sie in einem Team. Die Läuferfamilie ist für die Mutter einer erwachsenen Tochter (31) und Oma zweier Enkelkinder das zweite Zuhause geworden.

Laufen und Schwimmen im Trainingsprogramm

Denn Astrid Krügel macht sich jeden Sonntag eine Art Trainingsplan für die Woche. Um den Grunewaldsee läuft sie am liebsten, sonntags meist 15 Kilometer. Am Dienstag geht sie schwimmen, Mittwoch und Donnerstag wieder laufen, Freitag schwimmen, Samstag steht wie Montag eine Pause an oder sie setzt sich auch mal auf das Rennrad. Meist sei sie allein unterwegs, öfter auch mit ihrem Hund Jaso. „Ich laufe vom Tempo und der Länge her lieber so, wie ich mich gerade fühle. Wenn ich mich mit einem Laufpartner verabreden würde, stünde ich eher unter Druck. Ich mag auch die Zeit allein für mich“, erzählt die Berlinerin. „Laufen ist für mich zu einer Lebenshaltung geworden.“

2012 den ersten Triathlon

Es blieb nicht bei dem einen Marathon. Doch in diesem Jahr musste sie aus Verletzungsgründen leider absagen. „Für 2017 hoffe ich auf Glück im Losverfahren, damit ich am 24. September meinen siebten Berlin-Marathon laufen kann. Dieser Lauf ist emotional einfach zu bedeutsam für mich. Deshalb möchte ich nur ungern darauf verzichten“, sagt Astrid Krügel.

2012 absolvierte sie auch ihren ersten Triathlon. „Es ist nicht so, dass ich laufend an Wettkämpfen teilnehme. Ich suche mir gezielt für die Marathon-Vorbereitung den einen oder anderen Lauf heraus.“

Rohkostveganerin

Wie zum Beispiel den Teltowkanal-Halbmarathon. Sie wird in der Staffel eine gut sieben Kilometer lange Runde absolvieren und freut sich danach auf Gespräche mit anderen Teilnehmern. Denn die Bloggerin (www.rawrebel.de) hat viel zu erzählen. Zum Beispiel, dass das Laufen wie eine Befreiung für sie sei. Auch ihre Ernährung hat sie umgestellt, erst vegan und seit 2014 – als sie den Mann ihres Lebens kennenlernte – wie dieser als Rohkostveganer. „Das Gewicht zu halten, schafft man nicht nur mit Laufen. Entscheidend sind die Essgewohnheiten“, erklärt die „Heldin“.

„Dass ich das Unfassbare geschafft habe, ist noch immer unglaublich für mich“, sagt Astrid Krügel, die inzwischen so selbstdiszipliniert sei, dass sie auch morgens um 5.30 Uhr aufstehen könne und trotz Kühle und Nieselregen ihre Laufrunde drehe.

Info: 13. Teltowkanal-Halbmarathon, Sonntag, 10.30 Uhr, 7,1, 14,1 und 21,1 km, Start und Ziel: Knesebeckbrücke.

Von Peter Stein

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