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Aus den Niederungen zur Nummer eins des Landes

Tischtennis Aus den Niederungen zur Nummer eins des Landes

Die SG Geltow schafft den Aufstieg in die Oberliga, die erste Herrenmannschaft ist nun das am höchsten eingestufte Tischtennis-Ensemble des Landes. Die Entwicklung ist das Ergebnis einer langfristigen Strategie. In Kürze soll eine weitere wichtige Entscheidung für den Standort in der Gemeinde fallen.

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Das Spiel mit dem Tischtennis-Schläger und den kleinen, weißen Bällen beherrscht man in Geltow exzellent.

Quelle: dpa

Geltow. Thomas Jannek freut sich vor allem auf den Entwicklungssprung, den die neue Gegnerschaft, die sich auf der anderen Seite der grünen Spielflächen postieren wird, demnächst auslösen könnte. „Ich hoffe“, sagt der Mannschaftsführer des ersten Tischtennisteams der SG Geltow, „dass wir uns durch die guten Kontrahenten auch selber verbessern und auf ein stärkeres Niveau heben werden, auf den Wettkampf mit den starken Spielern der Gegner in der kommenden Spielzeit freue ich mich sehr.“

Es wäre die nächste beachtliche Qualitätssteigerung des Ensembles aus der Gemeinde Schwielowsee: Bereits jetzt hat die SG Geltow mit dem Aufstieg in die Oberliga Staffel Nord-Ost Historisches geleistet und den Namen des Vereins zumindest in einem beachtlichen Teil der Tischtennis-Szene weit über die Landesgrenzen hinaus getragen. In der Relegation hatte sich die SGG unlängst als Zweiter der Verbandsoberliga mit Siegen gegen den SV Siek II und Hagen Ahrensburg den Zutritt zur fünfthöchsten deutschen Spielklasse erkämpft. „Das ist der größte Erfolg in der Geschichte unserer Tischtennis-Abteilung“, sagt Jannek, „keine Frage.“

In der Oberliga, deren Einzugsgebiet sich bis zur dänischen Grenze streckt, treten beispielsweise der TSV Rostock Süd und die FT Eiche Kiel an. Auch beim Relegationsturnier hatte sich Geltow gegen zwei Nordkonkurrenten (SV Siek II, SSC Hagen Ahrensburg) behauptet und in einem 13-stündigen Marathon zwei Siege erkämpft. „Es war ein unglaubliches, ein erlösendes Gefühl“, sagt Jannek über den Moment, als im Duell der jeweils sechsköpfigen Vertretungen der entscheidende Punkt gewonnen worden war.

In welche Sphären der Steigflug das Ensemble vom Havelufer geführt hat, verdeutlicht auch der Umstand, dass Geltow den TSV Stahnsdorf – lange Zeit das Flaggschiff des Tischtennis-Herren-Sports in der Region – in dieser Spielzeit überholt hat. Die ewige Nummer eins zog sich bereits in der vergangenen Saison in die Verbandsoberliga zurück, Geltow firmiert nun eine Etage weiter oben. Da aus dem gesamten Nordosten der Republik nur wenige Vereine in den obersten Ligen auf Punktejagd gehen, gehört Geltow derzeit zwischen Lausitz und Ostsee – wenn man Berlin mit seinen ungleich größeren Möglichkeiten vernachlässigt – zu den sportlich am höchsten eingestuften Tischtennis-Vereinen.

Die vergleichsweise junge Abteilung – die Sektion wurde erst 1986 gegründet – schaffte zuletzt einen bemerkenswerten Marsch durch die Ligen, in denen nur noch selten Vertretungen aus der Region antreten: Im Sommer 2015 gelang aus der Verbandsliga die Rückkehr in die Verbandsoberliga, die Geltow in diesem Sommer mit einem Durchmarsch Richtung Oberliga wieder verließ. Auch ein direkter Abstieg aus der Verbandsoberliga vor drei Jahren stoppte den Vorwärtsdrang der Sport-Gemeinschaft nicht.

„Wir haben uns vor der Saison verstärken können“, sagt Thomas Jannek, „und gedacht, wir könnten vielleicht oben mitspielen. Dass wir aufsteigen würden, haben wir natürlich nicht gedacht.“ Fünf Spieler kommen aus Brandenburg und einer aus Berlin, „die Mannschaft passt menschlich sehr gut zusammen“.

Strukturell hat die SGG ebenfalls stetig an Masse zugelegt und gehört inzwischen zu den Tischtennis-Schwergewichten im Landesbereich West. Zum Jahresbeginn 2016 erwarb sich der Verein den Titel des Verbandsstützpunktes. „In diesem Jahr wird bereits die Ernennung zum Landesstützpunkt – der nächsthöheren Stufe – angestrebt“, sagt Jannek, „darüber hinaus richten wir regelmäßig Trainingslager und Weiterbildungslehrgänge für Spieler und Trainer aus.“ Die stetige Entwicklung ist auch das Resultat einer strategischen Entscheidung der Vergangenheit: „Es ist schon vor längerem beschlossen worden, die Sportart Tischtennis strategisch zu fördern.“

In der kommenden Saison soll nicht nur sportlich, sondern auch in Sachen Rahmenprogramm der nächste Entwicklungssprung gemacht werden. „Wir hoffen“, sagt David Jannek, der Bruder von Mannschaftsleiter Thomas, „dass wir die Zahl von rund 20 Zuschauern pro Spiel steigern können. In der kommenden Saison soll es zum ersten Mal ein Saisonheft und offizielle Spielankündigungen geben.“ Die passenden Gegner gibt es in jedem Fall.

Von Lars Sittig

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