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Auspowern bis es Klick macht

„Sterne des Sports“ Auspowern bis es Klick macht

Der SC Potsdam gewinnt bei der Verleihung der „Sterne des Sports“ in Bronze den ersten Platz. Die Berliner Volksbank ehrte das Engagement des Vereins in der Flüchtlingsthematik. Seit mehreren Jahren dürfen Gäste aus aller Welt im Jugendclub des SC frei trainieren. Die Aktivitäten des Vereins gehen jedoch weit über sportliche Wettkämpfe hinaus.

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Der SC Potsdam gewinnt den „Stern des Sports“ in Bronze.

Quelle: Foto: Potratz

Potsdam. Eine kleine Sportgala wie aus dem Bilderbuch. Rötlich flackernde Kronleuchter an der Saaldecke leuchten auf elegant gekleidete Sportler herab, die an bunten Getränken nippen und auf den ersten Preis hoffen. Auf den ersten Blick ist das alles noch nichts Besonderes, doch bei der Verleihung der „Sterne des Sports“ in Bronze, die von der Berliner Volksbank verliehen wurden, standen am Dienstag im Potsdamer Kutschstall-Ensemble nicht die sportlichen Leistungen oder Wettkämpfe, sondern das ehrenamtliche Engagement von kleinen und großen Sportvereinen im Vordergrund.

In diesem Jahr gewann der SC Potsdam den ersten Preis und darf sich über 1500 Euro Preisgeld freuen. Geehrt wurde vor allem das Engagement des Jugendclubs, der seine Türen seit Jahren für Migranten öffnet und aktuell Flüchtlingen die Möglichkeit bietet, kostenlos zu trainieren und an internen Wettbewerben teilzunehmen.

Die Integration durch den Sport braucht Zeit

„Die Leute sitzen häufig in den Einrichtungen in ihren Zimmern und wissen nicht, wohin mit ihren Kräften. Bei uns finden sie Kontakte und können sich voll auspowern“, sagt Peter Schäperkötter, Jugendclubleiter vom SC Potsdam. Die Teilnehmer kommen unter anderem aus Syrien, Mazedonien, Russland und auch aus dem asiatischen Raum, so Schäperkötter. Aktuell trainieren regelmäßig etwa 20 Flüchtlinge aus 17 Nationen beim SC. Bei allem Lob, welches ihm und seinem Team an diesem Tag entgegenschwappt, betont Schäperkötter auch die Probleme des Projektes. „Am Anfang schmeißen einige die Hanteln durch die Gegend und laufen mit geschwollener Brust umher, um sich durchzusetzen“, sagt Schäperkötter. Doch nach einiger Zeit würde es bei vielen Klick machen und sie würden merken, dass sie das gar nicht brauchen, so Schäperkötter weiter. „Man muss nicht alle Sprachen der Welt können, die Sprache Sport verbindet“, so lautete das Motto der Bewerbung des SC Potsdam, welches von der Jury um Kurt Kuschela, Kanu-Olympiasieger von 2012, ausgezeichnet wurde. Die Sprachbarrieren werden einfach mit sportlicher Leidenschaft und gemeinsamen Interessen überwunden.

Der SC Potsdam engagiert sich weit über den Sport hinaus

Dabei geht das Engagement des SC Potsdam weit über den Sport hinaus. Das Team organisiert neben den clubinternen Wettkämpfen im Kraftsport auch Ausflüge im Land Brandenburg und Veranstaltungen, zu denen vielseitig gekocht wird. Auch hier gilt es, die kulturellen Hintergründe der Teilnehmer zu beachten. „Wir müssen dann schauen, was religiöse und kulturelle Hintergründe zulassen. Es wird dann auch mal syrisch oder russisch gekocht. Das ist alles bunt bei uns“, sagt Schäperkötter mit breitem Lächeln.

Seit 1994 existiert der Jugendclub des SC Potsdam und seit etwa zwei Jahren steht der Umgang mit Flüchtlingen im Vordergrund. Doch auch wenn das Projekt gelobt und bejubelt wird, so ist es noch lange nicht am Ende. „Wir haben jetzt das Ziel, auch die Kinder derjenigen, die regelmäßig zu uns kommen und an unseren Veranstaltungen teilnehmen, zu integrieren“, sagt Schäperkötter. Mit dem gewonnenen Geld wolle der Verein nun diesem Ziel durch weitere Aktionen näher kommen und es in weitere Veranstaltungen mit Kindern und Eltern investieren.

Von Tobias Potratz

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